
Bundesligist Bayer Leverkusen muss um den Bau seines geplanten Leistungszentrums in Monheim bangen. Die Mehrheit im Stadtrat stimmte in einer geheimen Abstimmung für die Aufhebung des Bauleitplanverfahrens für das Projekt. In der Begründung des Antrags von CDU, SPD, Grünen und FDP heißt es, die geplante Nutzung sei „unverhältnismäßig“, bringe „verkehrliche Überlastung“ und „ökologische Bedenken“.
„Es geht nicht darum, Bayer etwas zu verwehren, sondern darum, das bisherige Bauleitplanverfahren zu stoppen. Diese Planung wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern abgelehnt, weil sie einen unsere letzten Grünzüge zerstören würde“, sagte CDU-Fraktionschef Markus Gronauer. „Es ist kein Nein zum Bayer-04-Leistungszentrum in Monheim überhaupt, sondern ein Signal: Wir brauchen eine überarbeitete Planung, die besser zu unserer Stadt passt.“
Der bei der Wahl im September abgewählte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto-Partei) war ein klarer Befürworter des Bayer-Projekts in Monheim. Unter ihm war im März dieses Jahres die Planungsgrundlage für das Campus-Projekt geschaffen worden.
Auf rund 22 Hektar auf dem Gelände der Bayer AG will Bayer auf einer Grünfläche ein neues Trainings- und Nachwuchszentrum mit zwölf Fußballplätzen und mehreren Funktionsgebäuden errichten. Der Bau des neuen Leistungszentrums, für das der Verein nach eigenen Angaben bisher insgesamt 70 infrage kommende Orte sondiert hat, ist für die Werkself dringend erforderlich. Der Grund: Autoverkehr verdrängt Sportplätze.
Weil in direkter Nähe des Leverkusener Stadions die Autobahnen A1 und A3 ausgebaut werden, müssen bald die dort gelegenen Trainingsplätze weichen. Zudem werden neue Parkplätze angelegt, die es laut DFL-Vorgaben braucht.
Vergangene Woche haben Fans eine Petition gestartet, um die Pläne des Klubs in Monheim zu unterstützen. Bis Mittwochabend hatten mehr als 12.500 Unterstützer die Petition unterschrieben, darunter auch zahlreicher prominenter Unterstützer, etwa Ex-Bayer-Spieler Kai Havertz, Rudi Völler, Reiner Calmund und René Adler. Eine im März gestartete Petition gegen den Bau des Leistungszentrums hat derzeit rund 2.500 Unterschriften.
Bayer Leverkusen kündigte zuletzt an, an den Bauplänen festhalten zu wollen. „Wir haben keinen Plan B. Wir setzen voll auf Monheim“, sagte Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes unserer Zeitung. In der kommenden Woche will er Gespräche mit den Ratsparteien führen. „Ohne den Campus werden wir in zehn Jahren nicht mehr um die deutsche Meisterschaft spielen können. Das muss allen bewusst sein.“