So gar nicht wie geplant lief der Bayernliga-Samstag für Landsberg Goalgetter Sascha Mölders.
So gar nicht wie geplant lief der Bayernliga-Samstag für Landsberg Goalgetter Sascha Mölders. – Foto: Brugger

Mölders` "100 Liter-Deal" geht nach hinten los: Landsberg 0:1, SVS 2:2

20. Spieltag - Samstag: Nix zu holen für Landsberg in Gundelfingen +++ Schalding rettet Derby-Zähler in Erlbach +++ Memmingen nutzt Augsburger Fehler zum 3:0-Gedulds-Sieg

100 Liter kühles Blondes hatte Ex-Profi Sascha Mölders den Erlbachern vor wenigen Wochen bei seinem Gastspiel im Holzland versprochen. Der Deal: Erlbach sollte Spitzenreiter Schalding-Heining bezwingen. Und somit Mölders` Landsberger den Abstand auf den Primus verkürzen. Doch die Sache ging nach hinten los! Zwar kam Erlbach immerhin zu einem verdienten 2:2, doch die Landsberger selbst kassierten zu Gast in Gundelfingen ihre vierte Saison-Niederlage!

Die Landsberger hatten sich's doch so schön ausgemalt. Selbst zu Gast in Gundelfingen die drei Punkte einsammeln. Und parallel stellt Erlbach den Schaldingern ein Bein. Doch der Schuss ging nach hinten los. Nicht weil der SVE nicht alles gegeben hätte. Sondern weil Landsberg zu wenig Punch vorm gegnerischen Tor entwickeln konnte. Und bereits in Minute 25 den vorentscheidenden Tiefschlag kassierte. Maxi Braun kam links im Strafraum an den Ball, wollte flanken. Doch ihm riss die Flanke "ab" und der Ball fiel TSV-Keeper David Hundertmark ins lange Eck! Viel kurioser geht's nicht! Landsberg fand sich weiter kaum zurecht. Zwar stieg nach dem Seitentausch der Druck der Gäste. Aber es fehlte an klaren Torchancen. Alessandro di Rosa in Minute 77 vergab noch die beste: Dominik Dewein war mit den Fingerspitzen noch dran und verhinderte den Einschlag! Doch vergebens! Landsberg kam einfach nicht mehr ran. Und auf der Gegenseite musste di Rosa in der Nachspielzeit auf der eigenen Torlinie - nach einem 40-Meter-Heber von Braun - sogar noch per Kopf retten!


Auch das zweite Saisonduell gegen den SV Erlbach kann Bayernliga-Spitzenreiter SV Schalding-Heining nicht für sich entscheiden. Zu Gast im Holzland, nur wenige Kilometer jenseits der nieder-/oberbayerischen Grenze, nutzen die Schaldinger gleich ihre erste dicke Torchance. Jonas Rossdorfer flankte über links scharf ins Zentrum, wo Goalgetter Markus Gallmaier die Kugel halb im Grätschen über die Linie drückte (9.). Erlbach konnte allenfalls über Standards Gefahr erzeugen. Eben ein solcher brachte den überraschenden Ausgleich. Ecke Maxi Sammereier von links, am kurzen Fünfer köpft Kapitän Alex Fischer die Hereingabe wuchtig ins lange Eck (23.). Und damit nicht genug: auch Erlbach zeigte sich effektiv vorm Kasten. Weiter Ball auf rechts, Unachtsamkeit des SVS. Wolfgang Hahn war auf außen komplett entwischt. Keeper Schedlbauer konnte ein Rauskommen - gerade so - nicht riskieren, und Hahn hob die Kugel über halbrechts clever am Keeper vorbei in die Maschen (33.).

Schalding mühte sich, konnte nun bei weitem nicht mehr die Kontrolle ausüben wie noch zu Beginn. Doch eine Ampelkarte gegen Alex Fischer brachte Schalding zurück ins Spiel (72.). Foul an Joker Patrick Rott, clever gezogen. Fischer sah Gelb-Rot. Und Jonas Rossdorfer zauberte den folgenden Freistoß von der seitlichen Strafraumkante, deutlich weit rechts draußen, über den SVE-Schlussmann hinweg per Heber hoch rein ins lange Eck! Eine richtig starke Aktion des Österreichers (73.)! Der SVS drängte, doch kam in der feurigen Schlussphase nicht mehr zum möglichen Führungstreffer! Denn Erlbach warf nochmal alles rein und verdiente sich den einen Derby-Zähler!

Es wurde der erhoffte Befreiungsschlag für den FC Memmingen. Gegen Schwaben Augsburg gelang der ersehnte vierte Saisonheimsieg. Doch die Hausherrenfans mussten Geduld mitbringen. In Durchgang eins bekamen die gut 500 Anhänger Fußballmagerkost zu sehen. Das sollte sich ändern. Denn unmittelbar nach Wiederbeginn eilte Pascal Maier in einen Rückpass der Augsburger. Gewinnt das Laufduell und schiebt die Kugel Patrick Rösch zwischen die Beine (49.). Gut zehn Minuten später war's erneut Maier. Kontersituation. Lukas Bettrich legt clever quer und Maier vollendete problemlos zum 2:0 (61.). Auch beim dritten Treffer half der Angreifer entscheidend mit. Sein Pressing brachte einen Abpraller, den Nikola Trkulja platziert ins lange Eck vollstreckte (70.). Die Partie war entschieden. Maximilian Heiß ließ sich im Gefühl der sicheren Niederlage noch zu einer "Frust"-Unsportlichkeit hinreißen und sah dafür folgerichtig die Ampelkarte (79.). Ein hochverdienter Heimdreier, die Fehler der Schwabenritter effektiv genutzt!

„Die Leistungsträger hatten heute eine rabenschwarzen Tag“, kritisierte Schwaben-Trainer Janos Radoki nicht nur den Ex-Memminger Marco Greisel, der sozusagen die Steilvorlage beim ersten Treffer geliefert hatte. Bei Memmingen verdiente sich der agile Maier ein Sonderlob. Trainer Stephan Baierl war zudem froh, dass das Muffensausen in der eigenen Arena endlich abgelegt werden konnte: „Jetzt sind wird wieder dran. Nächste Woche geht es nach Nördlingen, wo wir das Jahr jetzt gut abschließen können. Dann werden wir im Frühjahr wieder Gas geben und schauen, was noch drin ist.“

Aufrufe: 019.11.2022, 18:12 Uhr
Sebastian ZiegertAutor