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"Möchte immer gewinnen, egal gegen wen": MTV Stuttgart trotzt Krise

FuPa-Teamcheck: Björn Lorer will mit aller Kraft über den Strich!

von Nicolas Bläse · 20.01.2026, 14:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Zafer Hosman/Verein

Der MTV Stuttgart steckt in der Landesliga Württemberg, Staffel 2, in einer sportlich schwierigen Phase. Trainer Björn Lorer ordnet die Hinrunde ein, spricht offen über Ursachen, Rückschläge und erklärt, warum er trotz Abstiegsgefahr an den Weg glaubt.

„Sicherlich lief die Hinrunde anders, als wir es uns vorgestellt haben“, sagt Björn Lorer rückblickend. Nach Jahren des sportlichen Aufschwungs sei die aktuelle Situation eine neue Erfahrung. „Die Erwartungshaltung war klar, dass wir dieses Jahr oben mitspielen können.“ Stattdessen findet sich der MTV Stuttgart in einer Phase wieder, in der der Blick eher nach unten als nach oben geht. Lorer betont, dass die Liga „deutlich stärker und auch leistungsdichter“ sei, sieht die Hauptgründe aber im eigenen Verein. „Die hauptsächlichen Gründe müssen wir intern bei uns suchen“, erklärt der Trainer.

Abgänge, Verletzungen und mentale Faktoren
Ein wesentlicher Faktor seien personelle Verluste. „Ein großer Faktor sind sicherlich Abgänge wichtiger Schlüsselspieler, die uns diese Saison nicht mehr zur Verfügung stehen und die wir bisher nicht kompensieren konnten.“ Besonders der Abschied von Torhüter Carl Zimmermann habe sich bemerkbar gemacht. Hinzu kamen zahlreiche Ausfälle. „Verletzungen und Spieler, die aus privaten Gründen nicht zur Verfügung stehen, gibt es logischerweise bei allen, bei uns war es phasenweise in der Hinrunde extrem.“ Teilweise habe man nicht einmal den Kader vollbekommen. Auch die Vorbereitung sei problematisch gewesen: „Die Sommervorbereitung war nicht ideal, der Start in die Runde lief dann leider auch nicht gut.“ Mit ausbleibenden Ergebnissen habe sich Verunsicherung breitgemacht. „Nach den Erwartungen der Vorsaison beginnt es dann bei einigen Spielern in den Köpfen das Grübeln.“

Ergebniskrise statt Leistungsabfall
Trotz allem will Lorer die Lage nicht dramatisieren. „Für mich ist jedoch wichtig zu erkennen, dass es sich in erster Linie um eine Ergebniskrise handelt.“ Nur vereinzelt sei man chancenlos gewesen. „In den meisten Spielen und vor allem auch zum Ende der Hinrunde hin, haben wir starke Leistungen gezeigt, an die wir anknüpfen müssen.“ Der Unterschied zur Vorsaison liege vor allem im mentalen Bereich. „Vielleicht führte die gute letzte Saison bei vielen auch zu mehr Druck, was dann eben auch zu fehlender Lockerheit führen kann.“

Niederlagen, Siege und emotionale Momente
Die größte Herausforderung sei es gewesen, „trotz der Vielzahl an Niederlagen die Moral hochzuhalten“. Lorer hebt hervor, „wie die Mannschaft zusammengestanden ist und hart gearbeitet hat“. Bittere Momente gab es dennoch reichlich. Ergebnislich sticht das „0:8 gegen Ehningen“ heraus, ebenso das „3:6 gegen Neuhausen“, obwohl der MTV einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung gedreht hatte.

Emotional am schwersten wog jedoch das letzte Spiel gegen Plattenhardt. „Ein Spiel, in dem wir den Gegner fest im Griff hatten“, so Lorer, ehe man „mit zwei Gegentoren in der Nachspielzeit eine enttäuschende Niederlage hinnehmen“ musste. Auf der positiven Seite stehen der „6:0-Sieg gegen Sindelfingen“ und vor allem das „5:3 gegen Sontheim/Brenz“, nachdem man zur Pause 0:3 hinten lag. „In der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft dann gezeigt, welche Energie sie entfesseln kann.“

Entwicklung junger Spieler
Individuell sieht Lorer vor allem bei jungen Akteuren Fortschritte. „Lion Janzen ist einer davon“, sagt der Trainer über einen Spieler, der „vor allem in den letzten Spielen nochmals eine Leistungsexplosion zeigte“. Auch „Denzel Debrah und Abdallah Trabelsi“ nennt er ausdrücklich. Insgesamt habe es bei allen Spielern gute Phasen gegeben, „was die Konstanz der Leistungen angeht, haben wir sicher noch Luft nach oben“.

Wintervorbereitung und Trainingsstart
Im Winter wolle man keine grundlegenden Änderungen vornehmen. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden“, betont Lorer. Ein Trainingslager ist nicht geplant. Stattdessen liege der Fokus auf „Fitness und Athletik“, da „nicht alle Spieler auf dem gleichen Fitnesslevel waren“. Ende Januar startet der MTV Stuttgart wieder auf dem Platz.

Kaderfragen und Veränderungen
Wie der Kader letztlich aussieht, ist noch offen. „Tatsächlich weiß ich stand jetzt noch nicht, wie der Kader endgültig aussehen wird“, erklärt Lorer. In der Vorbereitung sollen Gäste sowie Spieler der zweiten Mannschaft und der A-Jugend integriert werden. Grundsätzlich sei er mit dem bisherigen Kader zufrieden gewesen, Probleme habe es vor allem bei Verletzungen gegeben. Auf der Torwartposition wurde mit Niklas Wegner reagiert. „Ich freue mich sehr“, sagt Lorer und sieht ihn als „guten Rückhalt“ für die Rückrunde. Verlassen haben den Verein Khalil Lalo und Younis Al-Tayeh.

Blick nach vorn
Für die Rückrunde formuliert Lorer keine Einzelziele. „Letztendlich möchte ich immer gewinnen, egal gegen wen es geht.“ Seine größte Vorfreude gelte der täglichen Arbeit. „Hoffentlich werden es mehr Siege sein als in der Hinrunde“, sagt der Trainer – und setzt dabei auf Geduld, Stabilität und den Glauben an die eigene Stärke.