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Das kann so nicht weitergehen! Kommentar von Norbert Feder

Die Situation innerhalb des DFB-Präsidiums diskreditiert den Verband und seine Mitglieder vor den Augen der gesamten Öffentlichkeit

Für die Vereine und ihre Mitglieder ist dieser Zustand nicht länger hinnehmbar. Doch es ist nicht nur der Streit zwischen Spitzen-funktionären und die Form wie er ausgetragen wird, sondern auch die abgehobene Art und Weise, wie beim DFB scheinbar mit finanziellen Ressourcen umgegangen wird. Hier muss eine vollständige objektive und transparente Aufklärung erfolgen.

Für mich steht dennoch fest, dass ein außerordentlicher DFB-Bundestag mit vorgezogenen Wahlen nicht ausreicht um den größten Sportverband der Welt in eine zukunftsfähige, den Mitgliederansprüchen gerecht werdende Form zu bringen. Der DFB braucht eine Grundsanierung. Viel zu lange haben die Mitglieder zugeschaut, wie sich Anspruch und Realität immer weiter distanziert haben, damit muss jetzt Schluss sein.

Die Machtfülle und die finanzielle Ausstattung vor allem im DFB-Präsidium ist es, die Leute anzieht, die ihre persönlichen Ziele über die des Verbandes stellen. Solche Leute brauchen wir nicht!

Der DFB verfügt über einen Mitgliederbestand von 5,5 Mio. Amateuren, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Aktive und Ehrenamtler, dieses Klientel braucht eine demokratisch aufgebaute Verwaltung, in der von unten nach oben im Sinne der Mitglieder entschieden wird, welche Aufgaben das Management umsetzen soll.

Kreistag, Landesverbandstag und DFB-Bundestag müssen ihre satzungsmäßigen Rechte stärker ausüben, hier muss jetzt genauer hingeschaut werden, ob die Satzung des DFB mit diesen Zielen übereinstimmt. Ich habe das Gefühl, dass auch hier Satzung und operative Handhabung eben nicht konform laufen.

Um es deutlich zu sagen, es kann nicht sein, dass 5,5 Mio. Amateure benutzt werden, um Nationalspielern, DFL-Vereinen, DFB-Trainern und DFB-Funktionären eine weit über dem Durchschnitt der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung angesiedelte finanzielle Wohlfühloase zu garantieren.

Die Vorstände und Ehrenamtler der Amateurvereine unterstützen neben ihrer umfangreichen Arbeit nicht selten ihre Vereine auch finanziell, hierüber sollte man auch diskutieren, wenn es um künftige Besetzungen beim DFB geht.

Die Verwendung finanzieller Ressourcen ist ein zentrales Thema, hierüber müssen Mitglieder mehrheitlich entscheiden. Das Beispiel DFB- Akademie darf sich nicht wiederholen, an diesem Beispiel wird die Kluft zwischen Basis und Establishment deutlich. Dieses 150 Mio. Euro teure Prestigeobjekt wird weniger als 10% der Mitglieder jemals zur Verfügung stehen. Während Bolzplätze, Tore oder anderes Equipment im ganzen Land fehlen bzw. von der Allgemeinheit finanziert werden müssen, baut der DFB ein Protzgebäude!

So geht das nicht weiter!

4155 Aufrufe4.5.2021, 07:00 Uhr
Norbert FederAutor

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