2026-04-01T12:50:56.008Z

Allgemeines

Mit Werkzeugkiste gegen Passmaschine

Im Oberliga-Derby empfängt die U21 des SC Verl am Gründonnerstag Victoria Clarholz.

von Dirk Heidemann · Heute, 11:18 Uhr · 0 Leser
Das Hinspiel gewann Emmanuel Bamba (l.) mit dem SC Verl II 1:0 gegen Julius Wiedemann und die Victoria.
Das Hinspiel gewann Emmanuel Bamba (l.) mit dem SC Verl II 1:0 gegen Julius Wiedemann und die Victoria. – Foto: Jens Dünhölter

Im Niemandsland der Tabelle ist es auch ganz schön, mag sich Trainer Robert Mainka denken, wenn er auf den heutigen Derbygegner schaut. In der Fußball-Oberliga Westfalen hat Victoria Clarholz auf Rang acht mit 35 Punkten keine Sorgen mehr in Richtung Abstieg und auch keine Ambitionen in Richtung Aufstieg. Ganz anders ist die Lage bei der U21 des SC Verl vor dem Aufeinandertreffen am Gründonnerstag (19.30 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz neben der Sportclub-Arena.
„Doch jetzt haben wir eine riesige Chance“, schlägt Mainka den Bogen schon bis zum Ostermontag, wenn seine Mannschaft beim SC Preußen Münster II antritt. Mit zwei Siegen wollen die Verler (Rang 14/27 Punkte) die Niederungen der Oberliga verlassen und endlich Anschluss ans Tabellenmittelfeld finden. Wären da bloß nicht die Probleme des Drittliga-Unterbaus im letzten Drittel des Spielfeldes.
„Ich wiederhole mich ungern, aber wir müssen da jetzt einfach mutiger und zielstrebiger werden, anstatt uns an unseren 1.000 Pässen zu ergötzen“, spricht der SCV-Trainer von einer gestiegenen Erwartungshaltung auch bei sich selbst. „Unsere Leistung passt. Doch es fehlt die Torgeilheit. Wir müssen hinter die Kette in den Rücken der gegnerischen Abwehr und in die Box kommen, anstatt nochmal abzukappen, quer oder den Ball 30 Meter zurückzuspielen.“
Bei allem Respekt vor dem Gegner („Eine gute Mannschaft, die guten Fußball spielt“) liege der Fokus nur auf dem eigenen Auftritt. Während Dennis Simic und Adrian Nezir nach Gelbsperre zurückkehren, fehlt diesmal Henry Obermeyer gesperrt.
Im Niemandsland der Tabelle findet es zwar auch Christian Lichte ganz schön. „Dennoch haben wir natürlich noch Ziele“, sagt der Trainer der Victoria. „Wir wollen uns fußballerisch weiterentwickeln und gegenüber der vergangenen Saison verbessern. Da sind wir in der Liga und auch im Kreispokal auf einem guten Weg.“ Zudem traut Lichte dem Braten mit dem scheinbar sicheren Klassenerhalt noch nicht so ganz. „Die Liga ist ganz schön eng, wir sind noch nicht durch. Wenn du zwei, drei Mal verlierst, findest du dich in anderen Regionen wieder.“
Also soll Bitteschön auch an der Poststraße gepunktet werden. „Wir haben einige Ideen im Rucksack“, sagt Lichte, ein Tüftler in der durch zahlreiche Videomitschnitte mittlerweile gläsernen Oberliga. „Du musst dir immer wieder neue Sachen aneignen und in der Werkzeugkiste haben, sonst bist du leicht durchschaubar.“ Personell seien die Clarholzer mal wieder „ganz dünn“ unterwegs. Marco Pollmann trägt einen Ellenbogen weiter in Gips, Markus Baum laboriert an einer Leistenzerrung und die Einsätze von Samy Benmbarek (muskuläre Probleme) sowie Magnus Buschmeier (Oberschenkel) sind eher unwahrscheinlich.