
Die Konkurrenten patzen, zuletzt verliert Mering gegen Bad Wörishofen. Jetzt kann der Absteiger mit einem Sieg am Ostermontag gegen Weitnau erstmals auf Platz zwei klettern. Tolle Serie von Trainer Alex Wagner: Elf Spiele, zehn Siege ein Unentschieden.
Kaufering - Und plötzlich ist Bezirksligist VfL Kaufering mitten drin im Aufstiegsrennen. Während Spitzenreiter TSV Bobingen (0:1 gegen den TV Weitnau) und der Tabellenzweite SV Mering (1:2 gegen den SV Egg an der Günz und am Mittwoch 2:3 gegen Bad Wörishofen) nach der Winterpause schon mehrfach patzten, gewann die Truppe von Trainer Alex Wagner (35) alle drei Spiele 2026. Zehn Siege in elf Spielen plus ein Unentschieden – eine tolle Erfolgsbilanz für den Coach, der Ende September von Franco Simon (48) übernommen hatte. Kaufering liegt als Tabellen-Dritter vor dem Heimspiel am Ostermontag (14.30 Uhr) gegen Weitnau (ein Markt im Landkreis Oberallgäu) nur noch zwei Punkte hinter Mering und vier hinter Bobingen. Beide haben aber ein Spiel mehr - mit einem Sieg am Montag könnte der VfL erstmals in der laufenden Siason auf Rang 2 klettern. „Ich bin stolz, wie die Jungs das bisher gemacht haben, das ist der Lohn für ihre starken Trainingsleistungen“, lobt der Coach. Noch acht Spiele für den VfL – noch acht schwere Aufgaben. Die anderen Teams interessieren Wagner nur am Rande: „Wir müssen unsere Hausaufgeben machen.“
Dabei kommt’s auch auf den Top-Stürmer an, der mit 19 von den insgesamt 62 VfL-Treffern seit dem vergangenen Wochenende sogar die Torjägerliste der Bezirksliga Schwaben anführt, zudem elf Tore vorbereitet hat: Routinier Manuel Detmar (31), Bayernliga-erfahren in neun Jahren (2014 bis 2023) beim TSV Landsberg, hat in seiner Karriere noch nie so oft getroffen, wie in dieser Saison. „Manu lässt Tore sprechen“, sagt Wagner. „Es macht Riesenspaß mit ihm zu arbeiten, ein Superkerl auch in der Kabine, extrem engagiert und ein Vorbild für die Jungen.“
Detmar, der in Landsberg lebt, bei Rational arbeitet und seit elf Jahren mit seiner Freundin Din liiert ist, freut’s: „Das beweist, dass mein Wechsel nach Kaufering der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt war. Es macht riesigen Spaß, hier zu spielen.“ Und warum läuft’s gerade jetzt so gut (zuletzt wieder zwei Tore beim 3:2 in Thalhofen)? „Ich habe mich jetzt richtig an die Mannschaft gewöhnt. So etwas braucht Zeit und war letzte Saison noch nicht ganz so. Ich bin jetzt zum ersten Mal in jedem Spiel dabei - als typischer Stoßstürmer, nachdem ich zuvor als hängende Spitze oder noch dahinter gespielt habe, und die Jungen füttern mich da vorne mit Bällen“, erklärt der Sohn von TSV Landsberg-Legende Christian Detmar (61), neben Kapitän und Torwart Michi Wölfl (28) der einzige Kauferinger, der in allen 22 Partien am Ball war. In der vergangenen Saison fehlte er wegen eines Bruchs des linken Handgelenks ausgerechnet in den Relegationsspielen um den Klassenerhalt – und Kaufering stieg nach zwei Spielzeiten in der Landesliga wieder ab.
Auch wenn er den Ball mit Zielvorgaben aktuell ziemlich flach hält, hat die Nummer 23 des VfL ein großes Ziel. „Gegen die Landesliga hätte niemand was“, umschreibt er es vorsichtig. „Ich bin erst einmal aufgestiegen und würde mich für die Jungs und gerade für die jungen Spieler freuen, wenn’s klappt.“ Ansonsten dominiert im Team trotz der Erfolgsserie sportliche Bescheidenheit, alle Kauferinger bleiben am Boden. Detmar: „Wir machen uns keinen Kopf, denken nur von Spiel zu Spiel. Alles weitere wird sich zeigen – auch das zeichnet uns aus.“