– Foto: Karina Höppner

Mit "Teamgeist, Leidenschaft und Wille" und einem Bolze in Topform

Landespokal +++ Beim 4:1-Erfolg von Union Schönebeck über den 1. FC Zeitz überragt Angreifer Marcus Bolze

Von Kevin Sager (Volksstimme)

Mitten im Schnee saß er im Schneidersitz, vollkommen ruhig. „Sie haben mir sehr geholfen, Meditation in die Welt zu tragen und zu zeigen, wie wichtig Meditation ist“, sagte einst Erling Haaland, als er noch in Diensten von Borussia Dortmund gegen Paris Saint-Germain traf. Noch immer bejubelt der Norweger, nun in England bei Manchester City, seine Tore in der Meditationspose. Ihm nachgeeifert hat Marcus Bolze von Landesligist Union Schönebeck im Landespokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Zeitz, als er seinen letzten Treffer am Sonnabend erzielte. Es war sein vierter – und Union gewann nach 0:1-Rückstand mit 4:1 (3:1).

„Einfach unglaublich“ fasste Union-Coach André Hoof die Leistung des Stürmers kurz und knapp nach Abpfiff zusammen. „Schon beim Abschlusstraining habe ich gespürt, dass ,Bolle’ (Marcus Bolze, Anm. d. Red.) richtig heiß war. Schon da waren ein paar geile Tore zu sehen“, plauderte Hoof. Und diese Leistung konnte der Top-Stürmer auch im Spiel gegen Zeitz zeigen. Dafür brauchte er 18 Minuten. Zuvor waren es allerdings die Gäste, die ihre Punkte in der Südstaffel sammeln, welche jubeln durften. Leon Grünbeyer ließ sich nicht vom Ball trennen, marschierte über links in den Strafraum und traf ins kurze Eck.

Schönebeck übersteht Zeitzer Druckphase

Der Abwehrfehler war auch ein Verschulden des nassen Kunstrasens. Immer wieder rutschten die Spieler aus, so dass wohl Schlittschuhe die bessere Wahl gewesen wären. „In den ersten 20 oder auch 30 Minuten war es ein reines Glücksspiel“, musste auch Hoof eingestehen. Während den Gästen das Glück abhandengekommen war, blühte es bei den Hausherren erst so richtig auf. Vor allem bei Bolze. Nach einer guten Einzelleistung von Fritz Weidemeier landete die scharfe Flanke bei Bolze, der überlegt abzog und traf. Bei seinem dritten Treffer wurde der Stürmer von Erik Nordmann – erneut nach einer Flanke – wieder gut in Szene gesetzt.

Mit einer beruhigenden Führung ging es für die Spieler in die Kabine zum Aufwärmen, denn die Temperaturen lagen rund um den Nullpunkt. Nach dem Seitenwechsel brauchten die Schönebecker eine gute Viertelstunde, um wieder Zugriff zum Spiel zu bekommen. „Wir wussten von der Spielstärke von Zeitz“, sagte Hoof. Doch seine Mannschaft schmiss alles herein, um den Gast am Torabschluss zu hindern. Mit Erfolg. Schönebeck schaffte es nach der Druckphase, immer wieder für Entlastung zu sorgen. Zielspieler: Na klar, Bolze.

Union-Coach Hoof sieht "Sieg des Willens"

Ein paar gute Spielzüge verliefen zwar im Sand, doch die Elbestädter blieben dran und wollten unbedingt den Deckel auf die Partie setzen. An diesem Nachmittag konnte es dafür nur eine Person geben. Benny König behauptete im Mittelfeld clever den Ball, ließ zwei Gegenspieler stehen und brachte mit einem Steckpass Bolze in Szene. Aus halblinker Position zog dieser humorlos ab und veredelte den Nachmittag aus Sicht von Union Schönebeck.

„Das war ein Sieg des Willens“, stellte auch Hoof nach Abpfiff fest. „Drei Dinge, die wichtig sind, habe ich meiner Mannschaft mit auf den Weg gegeben. Teamgeist, Leidenschaft und Wille. Genau das habe ich auch von ihnen gesehen.“ Im Mannschaftskreis nach Abpfiff wurde der Sieg dann gebührend gefeiert. Die Gedanken über den kommenden Gegner sind aber noch in weiter Ferne. „Wir konzentrieren uns jetzt auf Ottersleben in der Liga“, so Hoof mit Blick auf die kommenden Aufgaben. Die Auslosung für das Viertelfinale werden dann aber alle mit Spannung verfolgen.

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Aufrufe: 021.11.2022, 00:05 Uhr
Kevin Sager/VolksstimmeAutor