2026-01-20T07:14:11.657Z

Interview

Mit Plan und Leidenschaft

Andervenne unter Lonnemann

Seit einem halben Jahr steht Patrick Lonnemann an der Seitenlinie der Oberliga-Frauen des SV Heidekraut Andervenne und in dieser kurzen Zeit hat er der Mannschaft bereits eine klare Struktur, neuen Mut und echte Perspektive verliehen. Im Interview spricht der Trainer über eine starke Hinrunde, beeindruckenden Teamgeist, den großen Unterschied zwischen Kreisliga und Oberliga, spannende Winter-Neuzugänge und seine Vision, wie sich Andervenne langfristig in der Liga etablieren soll.

– Foto: Siefker

FuPa: Patrick, seit dem 1. Juli 2025 bist du Trainer der Frauen des SV Heidekraut Andervenne in der Oberliga Niedersachsen. Wenn du auf die bisherige Saison blickst: Mit sechs Siegen, drei Unentschieden und drei Niederlagen steht ihr auf Platz fünf, wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf?

Patrick: Wir sind mit dem bisherigen Saisonverlauf auf jeden Fall zufrieden und liegen absolut im Soll. Unser Ziel war es, eine vernünftige Hinrunde zu spielen und uns einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erarbeiten. Das ist uns gelungen. Die Mannschaft hat konstant gearbeitet und sich die aktuelle Platzierung verdient.

FuPa: Was hätte aus deiner Sicht in der Hinrunde noch besser laufen können und in welchen Bereichen hat deine Mannschaft dich vielleicht sogar positiv überrascht?

Patrick: Es gibt natürlich Situationen, die hätten besser laufen können oder in denen wir cleverer hätten auftreten können. Positiv überrascht hat mich die Mentalität und der starke Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Außerdem freut es uns sehr, dass die Mannschaft das neue System und unsere Ideen gut aufgenommen hat und darin immer sicherer wird.

FuPa: Du hast zuvor die Damen des SV Dalum in der Kreisliga Emsland trainiert. Wie groß ist für dich persönlich der Unterschied zwischen der Arbeit in der Kreisliga und nun in der Oberliga Niedersachsen?

Patrick: Der Unterschied zeigt sich vor allem im höheren Tempo, in der Intensität und im taktischen Niveau. Persönlich ist auch der zeitliche Aufwand größer, insbesondere die Auswärtsspiele erfordern deutlich mehr Zeit.

FuPa: In der Winterpause hast du deinen Vertrag bereits für die Saison 2026/27 verlängert. Was hat dich dazu bewogen, frühzeitig ein klares Bekenntnis zu Andervenne abzugeben?

Patrick: Die Gespräche mit dem Verein und auch das Feedback der Mannschaft waren sehr positiv. Man spürt die Wertschätzung für den Aufwand, den wir betreiben. Für mich wares außerdem wichtig, dass meine Co-Trainerin Alisa und Athletiktrainerin Theresa weitermachen und wir gemeinsam die Mannschaft weiterentwickeln können. Wir wollten auch innerhalb der Mannschaft ein Zeichen setzen und frühzeitig zeigen, dass unsere Arbeit noch nicht zu Ende ist.

FuPa: Wie ist damals eigentlich der erste Kontakt zwischen dir und dem SV Heidekraut Andervenne zustande gekommen und was hat dich letztlich überzeugt, den Schritt in die Oberliga zu wagen?

Patrick: Der erste Kontakt entstand über offene Gespräche mit dem Verein. Von Beginn an hatte ich dabei ein sehr gutes Gefühl. Überzeugt haben mich die Möglichkeiten, die diese Mannschaft bietet, sowie vor allem das Vertrauen, die sportliche Perspektive und die Chance, dass auch ich mich weiterentwickeln kann.

FuPa: Mit Emma Gersema und Marie-Sophie Schimanski stoßen zur Rückrunde zwei sehr starke Spielerinnen von Union Meppen zu euch. Wie ist es euch gelungen, diese Transfers einzufädeln?

Patrick: Es handelt sich um zwei junge und talentierte Spielerinnen, die mit ihrem Potenzial unsere Mannschaft perspektivisch definitiv weiterbringen können. Wir haben frühzeitig und offen Gespräche geführt und den Spielerinnen aufgezeigt, wo wir sie sehen und welche Ziele wir verfolgen. Ich denke, dass wir insgesamt mit dem Gesamtumfeld überzeugen konnten. Für beide ist der Wechsel außerdem eine Möglichkeit, weiterhin auf einem hohen Niveau zu spielen. Für uns steht dabei im Vordergrund, ihnen eine sportliche Perspektive zu bieten und sie Schritt für Schritt in unser Team zu integrieren. Für Emma geht es aktuell vor allem darum, nach ihrer Knieverletzung wieder vollständig fit zu werden. Unser Fokus liegt nun auf der sportlichen Arbeit und der bevorstehenden Rückrunde.

FuPa: Auch Annelie Lis hat sich für den Wechsel nach Andervenne entschieden. Was hat sie deiner Meinung nach an diesem Verein und an eurem Projekt gereizt?

Patrick: Als wir erfahren haben, dass Annelie nicht mehr für Hannover 96 spielt, haben wir direkt den Kontakt aufgenommen. Sie kennt den Verein und die Mannschaft bereits sehr gut, da sie schon einige Jahre für Andervenne gespielt hat. Annelie bringt viel Erfahrung mit und wird unserer Mannschaft zusätzliche Stabilität geben. Wir freuen uns sehr, dass wir sie bereits zur Winterpause dazugewinnen konnten.

FuPa: Wenn du auf die kommenden anderthalb Spielzeiten schaust: Was ist dein persönliches sportliches Ziel mit der Mannschaft und wo möchtest du die Andervenne-Frauen mittelfristig sehen?

Patrick: Mein persönliches Ziel ist es, die Mannschaft weiterzuentwickeln und in der Oberliga kontinuierlich zu stabilisieren. Wir wollen uns Schritt für Schritt verbessern und dauerhaft eine gute Rolle in der Liga spielen. Mittelfristig sehe ich die Mannschaft als gefestigtes Team im oberen Mittelfeld, das sich durch Zusammenhalt, Leidenschaft und Willen auszeichnet.

FuPa: Was macht den SV Heidekraut Andervenne für dich als Trainer besonders und warum passt dieser Verein so gut zu dir?

Patrick: Der SV Heidekraut Andervenne zeichnet sich für mich durch ein sehr familiäres Umfeld, kurze Wege und klare Werte aus. Der Verein arbeitet ruhig und bodenständig, gibt aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich sportlich weiterzuentwickeln. Ich kann hier meine Ideen einbringen und bekomme dafür Vertrauen und Unterstützung. Diese Mischung passt sehr gut zu mir als Trainer und zu meiner Art, mit einer Mannschaft zu arbeiten.

FuPa: Zum Abschluss bedanken wir uns bei Patrick Lonnemann für das offene und spannende Gespräch sowie die Einblicke in seine Arbeit und die Entwicklung beim SV Heidekraut Andervenne. Wir wünschen ihm und seinem Team eine erfolgreiche Rückrunde, viel Erfolg bei den kommenden Aufgaben und sind gespannt, wohin der gemeinsame Weg noch führt.

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Aufrufe: 021.1.2026, 09:00 Uhr
René DiebelAutor