2025-12-03T05:51:34.672Z

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Die Nachfolge von Frank Griesdorn beim SV Menzelen ist nun geklärt.
Die Nachfolge von Frank Griesdorn beim SV Menzelen ist nun geklärt. – Foto: Marcel Eichholz

Mit diesem Trainer-Coup beim SV Menzelen hat keiner gerechnet

Der Verein hat am Dienstagabend bekannt gegeben, mit welchem neuen Trainer es in der Kreisliga A weitergehen soll. Wer der neue Mann ist, woher er kommt und wer ihm ab sofort mit Rat und Tat (und vielleicht auch mit Toren) gleichberechtigt zur Seite stehen wird. Hintergründe und Reaktionen.

Der SV Menzelen war seit Ende Oktober auf der Suche nach einem neuen Trainer für die erste Mannschaft. Denn Frank Griesdorn hatte nach fünfeinhalb Jahren seinen überraschenden Rücktritt erklärt. Es hat nicht lange gedauert: Der Verein hat die Nachfolge nun geklärt – und diese ist durchaus überraschend.

Nur drei Tage nach seinem Rücktritt beim Ligakonkurrenten Büdericher SV haben Dominik Seemann und der frühere Drittligaspieler Jesse Weißenfels einen neuen Verein gefunden: Die befreundeten Taktikliebhaber übernehmen das Ruder beim SV Menzelen. Und sie bringen gleich eine klare Idee mit.

Schnelle Einigung zwischen Trainer und Verein

„Wir haben in den vergangenen Wochen viele gute Gespräche geführt und zahlreiche Anfragen bekommen“, sagt der Sportliche Leiter Michael Kolkenbrock. Als die Verantwortlichen am Mittwochabend vom überraschenden Rücktritt in Büderich erfuhren, nahmen sie sofort Kontakt auf. Seemann und Weißenfels schauten sich am Freitagabend die Menzelener 1:3-Heimniederlage gegen den ESV Hohenbudberg an, am Samstagmorgen war die Verpflichtung perfekt.

Die anderen Kandidaten hätten „alle ihre Stärken“ gehabt, seien im Schnitt zehn Jahre älter gewesen, so Kolkenbrock. „Alle Seiten waren sofort begeistert. Es ist einfach das perfekte Match und ein starkes Signal für die Zukunft. Wir dachten, die Entscheidung sei längst gefallen – am Ende haben wir sie aber gemeinsam mit Mannschaftsrat und Vorstand neu getroffen. Abgekartet war da nichts“, stellt Kolkenbrock klar. Gesucht wurde ein junger Trainer, „der die Sprache der Mannschaft spricht“ und neben der taktischen Ausrichtung auch an der fehlenden Abgeklärtheit arbeiten kann.

Jesse Weißenfels, der früher auch beim SV Sonsbeck spielte, soll derweil vorrangig mit an der Seitenlinie stehen. „Wenn er wieder fit ist, wäre er nicht abgeneigt, auch noch mal aufzulaufen. Die Jungs können von seiner Erfahrung viel lernen“, hofft der Sportliche Leiter und richtet ein Sonderlob an das Interims-Trainerteam um den ehemaligen Oberliga-Spieler Luca Terfloth: „Die Jungs haben mit der schnellen Übernahme sofort ihre Bereitschaft gezeigt und das in einer schwierigen Phase überragend bewältigt. Davor kann man nur den Hut ziehen.“

Die Pläne von Seemann und Weißenfels

Seemann und Weißenfels selbst sprühen schon jetzt vor Tatendrang. „Die Voraussetzungen hier sind top. Eine tolle Anlage, viele Zuschauer, eine junge Mannschaft mit viel Potenzial und einem Schnitt von 23 Jahren. Genau das, was wir gesucht haben, obwohl wir noch nicht mal damit angefangen haben“, schwärmt Seemann.

Besonders überzeugend sei im finalen Gespräch die Anwesenheit der Führungsspieler gewesen. „Sie wollten genau wissen, wie wir arbeiten. Da war sofort eine klare Vision zu spüren. Die Jungs sind offen für Taktiktafeln und Videoanalysen.“

Seemann will die Mannschaft nicht überfordern, sondern Schritt für Schritt weiterentwickeln. Bis zur Winterpause liegt der Schwerpunkt darauf, Torchancen noch besser herauszuspielen und im Spiel gegen den Ball kompakter anzulaufen. „Die Mannschaft hat zuletzt unterperformt, aber im Spielaufbau eine gute Ballkontrolle. Wir werden nicht direkt alles umwerfen, sondern uns gegenseitig kennenlernen und nach und nach an den Schrauben drehen.“

Seemann freut sich auf die neue Aufgabe

Nach turbulenten Tagen in Büderich blickt der neue Menzelener Coach schnell nach vorn: „Ich habe in den letzten Wochen alle Emotionen durchlebt. Man freut sich wie ein kleines Kind – das ist ein cooles Projekt, auf das ich richtig Bock habe.“

Der SV Menzelen, aktuell wie der Büdericher SV mit 16 Punkten in der zweiten Tabellenhälfte beheimatet, will mit dem neuen Trainerduo die Trendwende schaffen – ganz im Sinne des neuen Coachs, der seine neue Aufgabe nun schneller gefunden hat als gedacht.

Am Dienstag leiteten Seemann und Weißenfels die erste Trainingseinheit. Den kommenden Gegner aus Rumeln scoutete das Duo schon am Sonntag gemeinsam beim 6:0-Derbysieg beim VfL Rheinhausen.

Aufrufe: 012.11.2025, 21:00 Uhr
Fabian Kleintges-TopollAutor