2025-12-03T05:51:34.672Z

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Rudi Collet war mit der Lilien-Traditionsmannschaft beim FC Barcelona zu Gast.
Rudi Collet war mit der Lilien-Traditionsmannschaft beim FC Barcelona zu Gast. – Foto: Collet

Mit der Lilien-Traditionself: Rudi Collet mit 66 zu Gast bei Barça

Wie Wehens Rekordtorschütze im Lilien-Trikot Wiedersehen mit Hansi Flick feiert

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Barcelona/Idstein. Rudi Collet ist schon viel in der Welt des Fußballs herumgekommen, hat auch in Rio de Janeiro das legendäre Maracanã-Stadion, mit einem Fassungsvermögen von bis zu 200.000 Zuschauern zeitweise das größte der Welt, kennengelernt. Doch so sicher wie im „Ciutat Esportiva Joan Gamper“, dem Campus des katalanischen Fußball-Giganten FC Barcelona, der die Primera División anführt, durfte er sich wohl noch nirgends gefühlt haben. „Es gab strenge Kontrollen, als wären wir in Fort Knox“, schildert der 66-Jährige, der die Reise und das Spiel im Dress der Traditionsmannschaft des Zweitligisten SV Darmstadt 98 gegen die Veteranos von „Barca“ als in allen Belangen „traumhaftes Erlebnis“ verinnerlicht hat.

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Der in Idstein lebende Techniker durfte in der Endphase im Sondertrikot der Lilien – das mit einer Auflage von 98 Exemplaren nun für einen guten Zweck versteigert werden soll – in diesem ganz besonderen Spiel auflaufen. Am Höhenflug des SV Wehen von der A-Liga bis in die Oberliga hatte er als Rekordtorschütze des Vereins mit 150 Treffern in 162 Spielen maßgeblichen Anteil, vorher stand er bei Mainz 05 und eben bei den 98ern auf der Profibühne.

4:1-Erfolg gegen die Barca Veteranos

In Barcelona zeigte der schmale Instinktfußballer mit dem in die Wiege gelegten Talent, dass er nichts verlernt hat. Marco „Toni“ Sailer, ebenfalls ein Darmstädter mit Wehen-Vergangenheit, staunte nicht schlecht über Collets Kombinationsgabe und Passgenauigkeit. „Es war mir eine Ehre mit dir“, spielte er den Ball nach dem 4:1-Erfolg der Hessen verbal an Rudi Collet zurück. Dennis Weiland (2), Thomas Süß und Rafael Förster hatten für die Lilien getroffen, zu deren Aufgebot auch Elton da Costa, Uwe Kuhl und Gerhard Kleppinger zählten. Auf der Gegenseite fehlten die ganz großen Namen, aber es waren frühere Profis dabei, „die unter Johan Cruyff und Bernd Schuster bei Barca gespielt hatten“, wusste Collet zu berichten.


Nach dem ersten Aufstieg trennten sich die Wege mit dem SV Wehen

Lange hatte er auch in der Equipe Special des SV Wehen mitgemischt. Dort hat er unlängst aber seinen Abschied verkündet. Was überhaupt nichts mit seinen Mitspielern zu tun hat, sondern mit seinem Ausscheiden beim SV Wehen. Nach der Spielerkarriere hatte er als Teammanager nicht nur den Hessenpokalsieg, sondern 2007 auch den ersten Aufstieg der Wehener in die 2. Liga mitgeprägt. Ehe sich die Wege trennten und Collet heute ein Stück weit Wertschätzung seitens der Vereinsführung vermisst. Die ihm aber im Lager der Lilien gewiss ist. Und auch die von Ex-Bundestrainer Hansi Flick ist ihm sicher.

Hansi Flick schaut zur Begrüßung vorbei

2007, am letzten Regionalliga-Spieltag, machten die Wehener mit dem 2:2 bei der TSG Hoffenheim den Aufstieg als Meister klar. Die seinerzeit von Flick trainierten Hoffenheimer stiegen als Zweiter mit auf. Die beiden kennen sich demnach schon länger und feierten nun auf dem Barca-Campus ein Wiedersehen. Begleitet von zwei Sicherheitskräften betrat der neue Chefcoach des FC Barcelona plötzlich beim Spiel der Traditionsteams das Gelände, begrüßte Rudi Collet und die gesamte Darmstadt-Delegation sowie die Barca-Oldies. „Na Rudi, hier ist das doch ein anderes Wetter“, bewies Flick jene Lockerheit, die das Spiel und die Begegnung der Mannschaften kennzeichneten. Rafael Förster und Toni Sailer waren maßgeblich an der Organisation der Partie beteiligt.

Angetan von junger A-Liga-Mannschaft des TV Idstein

Nicht die erste Spanien-Reise der früheren Lilien-Größen, die auf ein 3:3 und ein 2:2 bei Real Madrid zurückblicken. In Spanien ungeschlagen - das können nicht viele von sich behaupten. Rudi Collet, der eine Hüft-OP gut überstanden hat, kann es. Er wird bei den 98ern am Ball bleiben. Daneben schaut er sich Spiele im Amateurbereich an, zeigt sich etwa angetan von der jungen A-Liga-Mannschaft des TV Idstein. Einen Verein im Amateurbereich organisatorisch zu unterstützen, das kann sich der passionierte Fußballer mit dem großen Erfahrungsschatz durchaus noch vorstellen.

Aufrufe: 010.10.2024, 11:30 Uhr
Stephan NeumannAutor