
Mit der Zweitrundenpartie im Mecklenburg-Vorpommern-Pokal am Samstag, den 05.09.2026, um 18 Uhr beim siebtklassigen Grimmener SV steht der Greifswalder FC vor der nächsten Pflichtaufgabe. Während der gastgebende Landesligist mit einem Dämpfer in die neue Spielzeit gestartet ist, reist der favorisierte Regionalligist nach einem turbulenten Ligaremis und Transfertrubel an die Trebel.
Klare Rollenverteilung im Landesduell
Für die Mannschaft von Cheftrainer Alain Karim zählt im Pokalwettbewerb nur das Weiterkommen. Als einziger Vertreter der Regionalliga Nordost geht der Greifswalder FC als klarer Favorit in das Kräftemessen mit dem Grimmener SV, der in der Landesliga Ost seinen Alltag antritt.
Seiner Favoritenrolle wurde der GFC bereits zum Auftakt gerecht, als man sich in der ersten Runde bei der FC-KSG Lalendorf aus der Landesklasse souverän mit 7:1 durchsetzte.
Auch die von Trainer Martin Walewski betreuten Grimmener meisterten ihr Auftaktspiel erwartungsgemäß erfolgreich und schlugen die BSG ScanHaus Marlow aus der Kreisoberliga mit 4:1.
Der Blick auf die Generalproben unterstreicht die unterschiedlichen Ausgangslagen. Der Grimmener SV verpatzte seinen Saisonauftakt in der siebten Liga und unterlag dem TSV 1860 Stralsund deutlich mit 0:3.
Die Greifswalder kamen währenddessen mit einem blauen Auge davon: Bei Tasmania Berlin erkämpfte sich die Karim-Elf nach Toren von Kay Seidemann und einem späten Treffer von Felix Heim in der Nachspielzeit ein 2:2-Unentschieden.
Seit dem Abstieg der Grimmener aus der Verbandsliga in der Saison 2019/20, in der sie vergangenes Jahr hinter dem VfL Bergen 94 Rang zwei belegten, gab es kein Pflichtspiel mehr zwischen beiden Teams. In den 16 Verbandsliga-Duellen zwischen 2010 und dem Greifswalder Aufstieg 2018 siegte Grimmen lediglich zweimal, während zwei spätere Testspiele in den Jahren 2019 und 2020 mit 1:1 und 5:1 für Greifswald endeten.
Abschied in der Defensive
Auf personeller Ebene brachte die zurückliegende Transferwoche noch einmal spürbare Bewegung in den Kader des GFC. Innenverteidiger Edgar Kaizer hat den Verein mit sofortiger Wirkung verlassen und wechselt zum Ligakonkurrenten FSV Zwickau.
Der 22-jährige Abwehrspieler absolvierte seit seinem Wechsel im vergangenen Sommer 40 Pflichtspiele für Greifswald, davon 35 Partien in der Regionalliga, in denen er zwei Tore und vier Vorlagen beisteuerte und maßgeblich zum Klassenerhalt beitrug.
Sportdirektor Matthias Rahn verabschiedete den Defensivakteur mit anerkennenden Worten: „Ein großes Dankeschön an Eddy für seinen unermüdlichen Einsatz für den Greifswalder FC! Wir wünschen dir auf deinem weiteren Weg privat wie sportlich nur die besten Erfolge und viel Gesundheit.“
Transfercoup von Bayern München
Für Aufsehen sorgte die Verpflichtung von Mittelstürmer Gibson Adu, der von der zweiten Mannschaft des FC Bayern München nach Greifswald wechselt. Der 18-Jährige, der im Nachwuchs des SC Lerchenberg, des FSV Mainz 05 und der SpVgg Unterhaching ausgebildet wurde, feierte einst kurz nach seinem 16. Geburtstag sein Drittliga-Debüt und avancierte im Spiel gegen den VfB Lübeck zum jüngsten Torschützen der Hachinger Geschichte.
Nach Leihstationen in Unterhaching sowie beim SCR Altach in Österreich unterschrieb die Offensivkraft nun einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Spielzeit.
Sportdirektor Matthias Rahn ordnete den Wechsel vielschichtig ein: „Mit Gibson ist uns ein Transfer gelungen, der für einen Regionalligisten alles andere als selbstverständlich ist. Über seine fußballerische Qualität müssen wir nicht lange sprechen. Er bringt außergewöhnliches Potenzial mit und hat bereits in sehr jungen Jahren gezeigt, auf welchem Niveau er sich bewegen kann. Natürlich kennen wir auch seine bisherige Geschichte und wissen, dass nicht immer alles optimal gelaufen ist. Genau deshalb haben wir uns im Vorfeld sehr intensiv mit ihm beschäftigt und viele offene Gespräche geführt. Am Ende war für uns entscheidend, welchen Eindruck Gibson heute auf uns macht und welchen Weg er selbst gehen möchte. Wir sind überzeugt davon, dass Greifswald für ihn genau der richtige Ort sein kann, um wieder ausschließlich den Fußball in den Mittelpunkt zu stellen. Er bekommt von uns Vertrauen, eine klare sportliche Perspektive und gleichzeitig klare Erwartungen. Diese Chance muss er jetzt nutzen. Wenn Gibson seine Qualität mit der notwendigen Disziplin, Mentalität und täglichen Arbeit verbindet, bin ich überzeugt, dass er für uns ein Unterschiedsspieler sein kann. Und genauso sind wir überzeugt, dass wir ihm helfen können, den nächsten wichtigen Schritt in seiner Karriere zu machen.“
Voller Fokus auf die Pokalaufgabe
Der Neuzugang selbst blickt der Herausforderung mit großer Vorfreude und klaren Ambitionen entgegen. „Der Wechsel zum GFC ist für mich die bestmögliche Entscheidung. Die Mannschaft ist jung, frisch und hat Hunger. Ich möchte möglichst viel spielen und der Mannschaft mit Toren und Assists weiterhelfen“, erklärte Gibson Adu anlässlich seiner Vorstellung.
Mit dieser frischen Energie und einem gestärkten Kader wollen die Greifswalder am Samstagabend von Beginn an keine Zweifel am Einzug in das Achtelfinale aufkommen lassen und die Pflichtaufgabe an der Trebel souverän lösen.