
Wenn am Sonntagnachmittag um 15:00 Uhr die SG Handwerk Rabenstein den VfB Fortuna Chemnitz zum Stadtderby im Sportpark empfängt, könnten die Voraussetzungen kaum gegensätzlicher sein. Es ist das Duell der Extreme in der Sachsenliga: Der Aufstiegsaspirant trifft auf einen Club, der mit dem Rücken zur Wand steht. Dennoch besitzt dieses Aufeinandertreffen eine eigene Dynamik, die weit über die nackten Zahlen der Tabelle hinausgeht.
Die Gastgeber aus Rabenstein befinden sich nach dem jüngsten 3:1-Auswärtssieg beim VfL Pirna-Copitz in einer hervorragenden Ausgangsposition. Mit 50 Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Ringo Delling punktgleich mit dem Spitzenreiter SG Dynamo Dresden II auf dem zweiten Tabellenplatz. Nur das Torverhältnis trennt die Handwerker derzeit vom Platz an der Sonne. Delling weiß um die besondere Atmosphäre solcher Begegnungen: „Stadtderbys sind natürlich immer energiegeladen und von besonderer Bedeutung. Da spielt die Tabelle auch weniger eine Rolle“, betont der Coach im Vorfeld. Die Zielstellung ist dennoch unmissverständlich: „Dass wir die drei Punkte im Sportpark behalten wollen, ist doch klar.“
Auf der anderen Seite steht der VfB Fortuna Chemnitz unter massivem Druck. Mit lediglich zwölf Punkten belegt das Team von Trainer Rocco Dittrich den 15. Tabellenplatz und steckt tief im Abstiegskampf. Immerhin gelang am vergangenen Spieltag ein Achtungserfolg, als man dem Tabellenachten SC Borea Dresden durch einen späten Treffer von Tom Hengst ein 1:1-Remis abtrotzte. Dittrich gibt sich vor dem Derby kämpferisch: „Endlich mal wieder Derbytime, wir freuen uns drauf und sind heiß. Handwerk ist ein Top-Team, aber das ist uns egal – wir wollen und brauchen Punkte für den Klassenerhalt.“
Bereits das Hinspiel im vergangenen Herbst war eine ereignisreiche Angelegenheit, die Rabenstein mit 4:2 für sich entscheiden konnte. Damals drehten Lukas Schirrmeister, Ruben Neubauer, Louis Meyer und Paul-Luis Eckhardt einen frühen Rückstand noch vor der Pause in eine deutliche Führung. Es war ein Spiel, das die Offensivkraft der Rabensteiner eindrucksvoll unter Beweis stellte, die mit insgesamt 55 Saisontoren zu den gefährlichsten der Liga gehört.
Für die SG Handwerk Rabenstein geht es im Fernduell mit Dynamo Dresden II und der drittplatzierten SG Taucha 99 (48 Punkte) um jeden Zähler. Delling setzt dabei auch auf den Heimvorteil und die Unterstützung von den Rängen: „Wir hoffen auf viele Fans und Zuschauer.“ Angesichts der Tabellenkonstellation und der emotionalen Brisanz eines Derbys ist im Sportpark mit einer hochintensiven Partie zu rechnen, in der Fortuna Chemnitz alles daran setzen wird, den Favoriten im Kampf um den Titel zu straucheln zu bringen.