
Die Stadt Essen investiert 5,5 Millionen Euro für die Aufbesserung von lokalen Fußballplätzen. Ein Verein profitiert aber nicht von den Umbauten: Der SV Kray, welcher einst eine große Rolle im Essener Fußball spielte, tritt aktuell in der Kreisliga C an.
Nach Informationen der WAZ bringt die Stadt Essen 5,5 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Fußballplätze ein. Mehrere Ascheplätze werden in Kunstrasenplätze umgewandelt, während bestehende Kunstrasenfelder erneuert werden. Von den Sanierungsmaßnahmen profitieren sollen unter anderem Sportanlagen in Bergerhausen, Leithe, Altenessen, Karnap, Holsterhausen, Rüttenscheid, Steele und Freisenbruch. In Karnap würde der Umbau für bessere Trainingsbedingungen sorgen, während der Belag in Stelle besonders für den Schulsport von Bedeutung ist.
Ein Ort, an dem die Modernisierung bislang ausbleibt, ist der Ascheplatz an der Schönscheidstraße in Kray – Heimat des Traditionsvereins Kray 04. Der Verein spielte einst eine bedeutende Rolle im Essener Fußball, ist heute jedoch nur noch in der Kreisliga C aktiv.
Der SV Kray 04 wurde 1904 gegründet und entwickelte sich in den 1930er-Jahren zu einem der besten Vereine der Stadt. Unter Trainer Franz Schreiber erhielt der Klub den Spitznamen „Klein-Schalke“ und begeisterte regelmäßig Tausende Zuschauer. 1939 verpasste er den Aufstieg in die Gauliga nur um ein Hundertstel im Torverhältnis.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte Kray noch einige Erfolge feiern. 1948 besiegte der Klub sogar den FC Schalke 04 mit 2:1 und stieg in die Landesliga auf. Doch mit der Einführung des Vertragsfußballs verlor der Verein viele Leistungsträger an Rot-Weiss Essen und Schwarz-Weiß Essen. Da er sich gegen eine Lizenz für den Profifußball entschied, begann der sportliche Abstieg.
Mit dem Umzug an die Schönscheidstraße in den 1950er-Jahren spielte Kray nur noch auf Kreis- und Bezirksebene. In den 1990er-Jahren kehrte der Klub kurzzeitig in die Landesliga zurück, doch spätestens mit der flächendeckenden Einführung von Kunstrasenplätzen in Essen wurde der Wettbewerb für Vereine mit Ascheplätzen zunehmend schwieriger.
