2024-05-29T12:18:09.228Z

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Künftig Hessenliga-Schiedsrichter – damit hatte Michele Abbondanza vom SC Kohlheck nicht unbedingt gerechnet, jetzt ist er vor dem Start in Hessens Oberhaus motivierter denn je. 	Foto: Mithat Gürser
Künftig Hessenliga-Schiedsrichter – damit hatte Michele Abbondanza vom SC Kohlheck nicht unbedingt gerechnet, jetzt ist er vor dem Start in Hessens Oberhaus motivierter denn je. Foto: Mithat Gürser

Michele Abbondanza pfeift künftig in der Hessenliga

Referee des SC Kohlheck pfeift künftig in der Beletage +++ Überblick: Weitere Wiesbadener Schiedsrichter auf dem Weg nach oben

Wiesbaden. Aufstieg, Abstieg, Wiederaufstieg oder freiwilliges Ausscheiden aus triftigen Gründen, das ist bei den Fußball-Referees genauso wie bei den Teams und den Spielern. In der Wiesbadener Schiedsrichter-Vereinigung, die im Januar stets als Gastgeber des großen Hallenturniers in Aktion tritt, haben einige Spielleiter und Assistenten den Aufzug nach oben bestiegen.

Allen voran Michele Abbondanza vom SC Kohlheck. Der 27-Jährige ist nach zwei Jahren in der Verbandsliga nun in Hessens höchste Spielklasse, die Hessenliga, aufgestiegen, in der er ab der kommenden Saison Spiele leiten wird. „Michele zeichnet sich vor allem durch seine Persönlichkeit und Klarheit auf dem Platz aus und hat sich seinen Aufstieg damit redlich verdient“, sagt Pascal Ackermann, Sprecher der Wiesbadener Referees.

"Es wird schneller und abgezockter gespielt"

Michele Abbondanza wusste um gute Bewertungen bei den fünf Verbandsliga-Spielen, in denen er unter Beobachtung stand. „Mit dem Anruf, dass ich in die Hessenliga aufsteige, hatte ich jedoch nicht gerechnet, nachdem es in der Verbandsliga im Prinzip immer erst um Punkte gegen den Abstieg gegangen war. Umso größer ist jetzt die Freude. Verbunden mit der Gewissheit, sich ganz besonders gut vorbereiten zu müssen. Schließlich spielen in der Hessenliga teilweise Ex-Profis oder U19-Spieler, die sich zeigen wollen. Außerdem wird schneller und abgezockter gespielt. Das ist noch einmal eine ganz andere Liga“, weiß der 27-Jährige Bauingenieur um die Herausforderung, die auf ihn wartet. Parallel hat er in Kürze noch einen beruflichen Neustart zu stemmen. Verknüpft auch mit Einsätzen in der Bauleitung. Doch Michele Abbondanza, dessen künftiger Arbeitgeber von seinem Engagement als Schiedsrichter weiß, ist guter Dinge, Beruf und Spielleiter-Part unter einen Hut zu bekommen.

„Wer Frust hat, sollte erst gar nicht zum Fußball gehen“

Und er hofft, dass sich die Zahl der Negativvorkommnisse im Fußballkreis Wiesbaden, die sich in der Saisonendphase 2022/23 massiv gehäuft hatten, in der neuen Runde drastisch reduziert: „Ich hatte noch nie einen Abbruch oder war gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Sicher gibt es kein Patentrezept gegen Vorfälle. Aber alle, die zum Fußball gehen, sollten auch die Werte des Fußballs verinnerlichen. Wer mit Frust in Richtung Sportplatz geht, sollte erst gar nicht kommen, sich eher einen Boxsack besorgen. Emotionen gehören zum Fußball, aber keine übertriebenen.“

Göttel und Milau mit 19 schon in der Gruppenliga

Davon abgesehen befinden sich Weitere seiner Schiedsrichter-Kameraden auf dem Weg nach oben. Marcel Göttel (19) vom VfR Wiesbaden ist seit eineinhalb Jahren Schiedsrichter auf Gruppenliga-Ebene, nachdem er über das damalige Fördermodell der Kreisoberliga in der Saison 2021/22 bereits zur Rückrunde aufsteigen durfte. „Er weist trotz seines jungen Alters bereits große Erfahrung aus, da er bereits im Alter von zwölf Jahren seinen Neulingslehrgang absolviert hat und schon lange als Schiedsrichterassistent zum Einsatz kommt. Als Assistent hat er diese Saison bereits auch schon erste Erfahrungen in der Hessenliga sammeln dürfen“, schildert Ackermann.

An jungen Schiedsrichtern mit Perspektive, die womöglich irgendwann auf den Spuren der Aushängeschilder Tobias Welz (FC Bierstadt) und Rafael Foltyn (TSG Kastel 46) wandeln, scheint es in Wiesbaden nicht zu mangeln. So hat Max Milau, ebenfalls 19 Jahre jung und Schiedsrichter für den FV Delkenheim, den Aufstieg in die Gruppenliga geschafft. „Max hat in der Rückrunde der vergangenen Saison bereits einige Schnupperspiele in der Gruppenliga leiten dürfen und sich dabei für einen festen Aufstieg in die neue Spielklasse empfehlen können. Auch er hat in dieser Saison als Schiedsrichterassistent bereits erste Erfahrungen in der Hessenliga sammeln können“, erläutert Pascal Ackermann.

Und verweist auf die ungewöhnliche Schiedsrichter-Vita von Wolfgang Geipel (32) aus den Reihen des TuS Nordenstadt: Er feiert 2023/24 sein Gruppenliga-Comeback, nachdem er vor einigen Jahren bereits Schiedsrichter der Verbandsliga war und auch schon etliche Runden als Spielleiter in der Gruppenliga zum Einsatz gekommen war. Ackermann: „Er konnte er sich innerhalb eines Jahres in der Kreisoberliga erneut durchsetzen, sodass einer Rückkehr in die Gruppenliga in der kommenden Saison verdientermaßen nichts mehr im Wege steht.“

Henrik Schwarzer (30, JFV Heidenrod) hat sich ebenfalls in der Kreisoberliga bewährt und bekommt nun die Möglichkeit, im Rahmen von Schnupperspielen erste Erfahrungen als Gruppenliga-Gespannführer zu sammeln und sich womöglich so für einen festen Platz in dieser Klasse zu qualifizieren.

Pascal Ackermann (29/FC Naurod) selbst hat sich „aus zeitlichen Gründen im Rahmen meines Studiums und anstehenden Referendariats dazu entschlossen, als Schiedsrichter aufzuhören“, bleibt aber der Schiedsrichter-Vereinigung als Mitarbeiter in Sachen Öffentlichkeitsarbeit treu. Insgesamt zwölf Jahre war er als Unparteiischer unterwegs, davon drei Jahre als Verbandsliga-Spielleiter, zwei als Assistent in der Regionalliga und drei als Assistent in den Junioren-Bundesligen. „Dieser Schritt ist mir sehr schwergefallen, langfristig vermutlich aber die richtige Entscheidung“, sagt er mit Blick auf berufliche Prioritäten.

Aufrufe: 023.6.2023, 15:00 Uhr
Stephan NeumannAutor