2026-05-12T12:35:39.633Z

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Michael Illenberger: Vier Tore, zwei Assists und pure Leidenschaft

Tänzer, Familienvater und Konstruktionsleiter: Der 30-jährige Fußballer führt die Sportfreunde Fleinheim zum Kantersieg und ist der FuPa-Spieler der Woche in Württemberg.

von red · Heute, 21:00 Uhr · 0 Leser
Foto: Julian Stenzl / FuPa-Grafik
Foto: Julian Stenzl / FuPa-Grafik

Es sind Spiele, an denen einfach alles zusammenläuft. Beim deutlichen 6:1-Erfolg gegen den TSV Gussenstadt in der Kreisliga A3 Ostwürttemberg drückte Michael Illenberger dem Spiel seinen Stempel auf. Mit vier Toren und zwei Vorlagen avancierte er zum Matchwinner der Sportfreunde Fleinheim. Doch hinter dem Torjäger steckt ein Mann, der den Fokus trotz seiner Gala-Vorstellung lieber auf das Kollektiv lenkt und seine Erfüllung sowohl auf dem grünen Rasen als auch auf dem Tanzparkett findet.

Eine unverhoffte Anerkennung für den Routinier

Trotz seiner außergewöhnlichen Bilanz am vergangenen Spieltag kam die Nachricht von der Auszeichnung zum FuPa-Spieler der Woche für den erfahrenen Offensivakteur überraschend. Es ist die Anerkennung für eine Leistung, die in der Region für Aufsehen sorgte, doch Illenberger bleibt bescheiden. Auf die Frage, ob er mit diesem Titel gerechnet habe, antwortete er schlicht: „Vielen Dank. Nein, damit gerechnet habe ich nicht.“

Geschlossene Teamleistung als Schlüssel zum Erfolg

Der furiose Sieg in Gussenstadt war für Illenberger kein Produkt von Einzelaktionen, sondern das Ergebnis einer funktionierenden Einheit. Die taktische Disziplin der gesamten Mannschaft legte den Grundstein für seine persönlichen Glanzmomente. „Die Teamleistung war, wie schon in den letzten Spielen, einfach sehr gut. Wir verteidigen als Mannschaft geschlossen gegen den Ball und kommen dadurch zu vielen Ballgewinnen. Das kommt mir als Spieler, der gerne schnell die Tiefe sucht, natürlich entgegen. Generell hatten wir viele gute Aktionen nach vorne. Drei meiner vier Tore waren Standardsituationen – da haben mir meine Teamkollegen natürlich auch gute Positionen für Freistöße herausgeholt“, analysiert er den Spielverlauf.

Mannschaftserfolg über dem persönlichen Glanz

Wer den 30-Jährigen über seine Tore sprechen hört, bemerkt sofort die tiefe Verbundenheit zu seinem Verein. Für ihn zählt das große Ganze deutlich mehr als die eigene Torquote. „Grundsätzlich ist es nicht wichtig, wie der Ball ins Tor geht – Hauptsache, er ist drin. Gerade in unserer aktuellen Situation bin ich froh, dass ich der Mannschaft mit meinen Toren helfen kann. Wer am Ende das Tor erzielt, ist bei uns eher zweitrangig. Im Vordergrund steht immer die Mannschaft und der Verein“, erklärt er. Dennoch gibt er zu, dass ein bestimmter Treffertyp ein besonderes Lächeln in sein Gesicht zaubert: „Wenn ich es mir aussuchen dürfte, finde ich direkte Freistoßtore aber schon besonders schön.“

Das besondere Gefüge der Sportfreunde Fleinheim

Illenberger ist nicht nur ein Spieler, er ist ein Teil der Seele der Sportfreunde. Seit Jahren trägt er das Trikot und schätzt die Werte, die in diesem Verein gelebt werden. Es ist eine Gemeinschaft, in der das „Wir“ schwerer wiegt als das „Ich“. Über das Besondere an Fleinheim sagt er: „Ich bin jetzt schon einige Jahre dabei. Viele sprechen immer über den Zusammenhalt und die Kameradschaft in Fleinheim – und das auch völlig zurecht. Ich denke aber, dass besonders wichtig ist, dass sich niemand über die Mannschaft stellt und dass viele auch neben dem Fußball hinter dem Verein stehen.“

Bewunderung für die Leichtigkeit des Spiels

Inspiration findet der FuPa-Spieler der Woche sowohl in der eigenen Kabine als auch auf der großen Weltbühne. Dabei verbietet es ihm sein ausgeprägter Sinn für Fairness, einzelne Mitstreiter hervorzuheben. „Einen Lieblingsspieler im Team habe ich nicht, das wäre den anderen gegenüber auch nicht fair“, betont er. Wenn er jedoch auf die Profis blickt, glänzen seine Augen bei Namen, die für Eleganz stehen: „Bei den Profis habe ich früher immer Lionel Messi und Ronaldinho bewundert, weil sie Fußball so leicht aussehen lassen haben. Wenn man auf die aktuellen Spieler schaut, sind Musiala, Wirtz oder auch Olise natürlich herausragende Fußballer.“

Flexibilität im Dienste der Offensive

Auf dem Platz ist Illenberger kaum zu stoppen. Seine Vielseitigkeit macht ihn für jede gegnerische Abwehr unberechenbar, solange er sich in der gefährlichen Zone aufhalten kann. „Ich glaube, eine richtige Lieblingsposition habe ich nicht. Meistens spiele ich auf der linken Außenbahn. Da ich aber auch gerne viel am Ball bin, fühle ich mich im Zentrum ebenfalls wohl. Hauptsache offensiv“, beschreibt er seine Rolle auf dem Feld, die er mit so viel Leben füllt.

Zwischen Spielfeld und Funktionärsebene

Mit 30 Jahren gehört er im Kader bereits zu den Erfahrenen und blickt mit einer gesunden Portion Realismus in die Zukunft. Sein Weg bei den Sportfreunden ist jedoch noch lange nicht zu Ende – auch wenn sich seine Rolle perspektivisch wandeln wird. „Da ich inzwischen 30 bin und dieses Jahr noch 31 werde, gehöre ich nicht mehr zu den Jüngsten. Deshalb denke ich eher mittelfristig. Solange der Körper mitmacht, möchte ich auf jeden Fall noch einige Jahre aktiv Fußball spielen. Langfristig werde ich den Sportfreunden Fleinheim voraussichtlich weiterhin als stellvertretender Abteilungsleiter erhalten bleiben“, verrät er seine Pläne.

Ein Leben zwischen Tanzparkett und Windelwechseln

Abseits des Rasens führt Illenberger ein Leben, das von Bewegung und neuer Verantwortung geprägt ist. Wer ihn nur in Fußballschuhen kennt, mag überrascht sein, dass er auch in Tanzschuhen eine hervorragende Figur macht. „Tatsächlich tanze ich mit meiner Freundin seit einigen Jahren Standard und Latein“, erzählt er stolz. Doch das größte Abenteuer seines Lebens begann vor wenigen Monaten: „Außerdem bin ich seit Anfang des Jahres Vater geworden – dadurch bleibt natürlich nicht mehr ganz so viel Zeit für weitere Hobbys.“

Verantwortung in der Konstruktion

Auch beruflich stellt sich der Spieler der Woche großen Herausforderungen und führt mit der gleichen Präzision, die er bei seinen Freistößen an den Tag legt. Er trägt Verantwortung für ein Team. „Ich bin bei der Firma ADK Modulraum GmbH Leiter der Konstruktionsabteilung“, erklärt er seinen Berufsalltag. Ein Mann, der zeigt, dass man als Führungskraft, Familienvater und Tänzer auch auf dem Fußballplatz noch echte Glanzlichter setzen kann.