
SG Stern Kaulsdorf II – Hertha BSC Ama Zwee 0:4
Berlin-Pokal der zweiten Herren Saison 2026/2027
Sonntag, 23.08.2026 16:00 Uhr
Sportplatz Lassaner Str. NR
78 Zuschauer
Vor einigen Wochen machte ein Screenshot aus einer Hertha-BSC-Facebookgruppe die Runde in der Ama-Zwee-Fan-Bubble.
Ein gewisser Michael Dubrowski hatte, mit optischer Untermauerung durch ein sehr schlechtes KI-Bild, den Vorstand des Hertha BSC e. V. stark kritisiert und dessen Rücktritt gefordert.
Er führte einige Kritikpunkte an, von denen ein paar durchaus einen Nährboden hatten.
Die Art und Weise seiner Anschuldigungen war allerdings mehr als unpassend.
Noch während heiß diskutiert wurde, wer dahinterstecken könnte, war der Post auch schon wieder offline.
Dafür tauchte eine Woche vor dem Pokalspiel der Ama Zwee bei der SG Stern Kaulsdorf das nächste schlechte KI-Bild bei Facebook auf. Dieses Mal gab der gute Michael dem Vorstand zwei Tage Zeit, um zurückzutreten.
Ansonsten würde er die nächste Stufe zünden.
Bevor sich jetzt hier jemand aufregt, dass ich den vollständigen Namen des Verfassers dieser Botschaften nenne: Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um ein Fakeprofil und einen unechten Namen handelt.
Die nächste Stufe wurde auch nicht gezündet, aber das kennen wir bei Hertha ja schon.
Am Spieltag selbst verbrachte ich den Vormittag mit der Familie in dieser Erdbeerhölle im Elstal und war deswegen kurz vor der Abfahrt Richtung Kaulsdorf sehr müde und mein Knie puckerte ziemlich ungesund.
Außerdem überkam mich eine unglaubliche Unlust, als mir Maps eine Route über die A10 vorschlug. Geschuldet war das einigen Baustellen und Veranstaltungen in der City.
70 Kilometer one way standen dafür auf dem Plan und angesichts der aktuellen Spritpreise verging mir fast die Motivation, mich auf den Weg zu machen.
„Vielleicht musst du einfach einen Tankbeleg beim e. V.-Vorstand einreichen“, grinste mich meine Frau an und war dann erschrocken, dass ich todernst reagierte. Denn eine Tankfüllung pro Saison hätte mir als Wertschätzung seitens des Vereins durchaus gereicht, um auch jetzt noch medial komplett an der Seite der Ama Zwee zu stehen.
Ohne es zu wollen, hatte sie einen wirklich wunden Punkt erwischt und ich war für einen kurzen Moment wirklich sehr verbittert. Beinahe hätte ich in diesem Zustand Michael Dubrowski kontaktiert und ihm in allem recht gegeben.
Ich machte mich trotzdem auf den Weg und vertraute mich voll und ganz meinem Navi an … Das hatte aber ernsthafte Probleme, sein GPS-Signal zu behalten, und als die Verbindung konstant war, war ich schon fast am Brandenburger Tor. Ich fuhr also durch die Stadt und erreichte den Sportplatz an der Lassaner Straße ungefähr 20 Minuten vor dem Anpfiff.
Die üblichen Ama-Zwee-Nasen waren bereits im Gästeblock. Nur von Herrn Dubrowski fehlte jede Spur.
Ich bezog, begleitet von Donni, einen ruhigen und schattigen Platz hinterm Tor der Heimmannschaft und begann damit, einige Fotos anzufertigen.
Im Nachgang wurde ich von vielen Herthanern gefragt, ob das denn meine Rückkehr bedeuten würde. An dieser Stelle muss ich das ganz klar verneinen. Die Spiegelreflex war heute für die Fußballamateure Berlin im Einsatz. Von denen habe ich, by the way, auch schon mehr Benefits erhalten als vom Verein. Aber ich will hier nicht klingen wie der Herr Dubrowski.
Vor die Linse kamen mir genug Motive, bei denen auch Michael nicht hätte meckern können.
Die Ama Zwee wurden ihrer Favoritenrolle klar gerecht und gingen verdient mit 0:3 in die Kabinen.
In der Halbzeit gab’s eine leckere Wurst, ehe Donni und ich die zweite Halbzeit fast komplett verlaberten.
Auf dem Platz gab es neben dem 0:4 auch nur noch reichlich nicht genutzte Chancen für die Ama Zwee zu sehen.
Nach dem Schlusspfiff konstatierten wir, dass das ein wirklich runder Auftritt der Hertha war. Lässt man die Chancenauswertung mal außen vor.
Ich machte mich auf den Heimweg. Wieder einmal quer durch die Stadt. Dieses Mal ohne Navi, dafür mit dem Glauben, dass selbst Michael Dubrowski mit dem Spiel heute zufrieden gewesen wäre.
Ha Ho He Amateure Zwee
Der Kutten König