– Foto: Jürgen Müller

Mentalitätsspiel

Auf eine schwere Aufgabe stellt sich der FSV Martinroda am Samstag in Schleiz aus – auch weil die Sandhasen nach dem „goldenen Oktober“ zuletzt zwei Niederlagen kassiert haben.

Die Pokalpause haben die Verantwortlichen im Sportpark genutzt um Wunden zu lecken und die Mannschaft neu einzustellen. Die Schleizer hingegen ärgerten letzte Woche Arnstadt und sind somit im Spielrhythmus.

Dabei hatte die Elf von Roger Fritzsch den SV 09 Arnstadt sogar am Rande der Niederlage. Eine 2:0-Führung wurde allerdings durch zwei Fehler bei Standards in kurzer Zeit abgegeben. „Vor der Partie hätten wir auf Grund unserer schwierigen Personalsituation dieses Unentschieden sofort unterschrieben. Erschwerend kam dazu das Mittelfeldmotor Andre Hoyer noch kurzfristig ausfiel. Aber auf Grund einer starken ersten Halbzeit und des Spielverlaufes insgesamt waren wir alle schon sehr enttäuscht! Arnstadt war brutal gefährlich bei Standards und genau aus diesen Situationen haben sie dann auch ihre beiden Tore erzielt. Das ist momentan so eines unserer Hauptprobleme und war auch in Heiligenstadt ein Manko“, geht Roger Fritzsch in die Analyse.

Apropos Arnstadt. Das Derby gegen die Nullneuner war auch ein psychologischer Knackpunkt beim FSV Martinroda. Trotz Führung gingen die Sandhasen mit 1:5 am Ende baden. Es folgte eine Niederlage zu Hause gegen Eisenberg und das Zwischenhoch zuvor mit drei Siegen in Serie ist so nicht mehr viel wert. „Wir müssen das Arnstadt-Spiel ausklammern. Da trafen wir auf einen Gegner, der noch nicht unsere Kragenweite hat. Wir waren trotz Führung letztendlich chancenlos und haben verdient verloren. Zuletzt waren wir personell arg gebeutelt. Unser Kader und die jungen Leute, die wir reinwerfen, können dies noch nicht auffangen, wenn Stützen wie Benkenstein oder Andris fehlen. Zudem hat man gemerkt, dass die Einstellung gefehlt hat; sowohl unter der Woche als auch in den Spielen. Die Fokussierung war nicht so richtig da. Nach dem goldenen Oktober dachten viele, dass es so weitergeht. In den letzten beiden Spielen wurden unsere einfachen und individuellen Fehleimmer von den Gegner bestraft“, betreibt Martinrodas Sebastian Bach Ursachenforschung.

Nun hatte der FSV zwei Wochen Zeit, um wieder zu Kräften zu finden. Personell macht sich dies in der möglichen Rückkehr von Julius Benkenstein, Maurice Meißner und Marc Andris wohl bemerkbar. Kein weiteres Spiel für Martinroda wird hingegen Jeffrey Appiah bestreiten. „Er ist zurück in seine Heimat, den USA. Wir wünschen ihm nur das Beste“, so Sebastian Bach. Insgesamt ist der FSV-Trainer optimistisch, dass seine Mannschaft das Spiel in Schleiz annimmt. „Wir gehen von einem Spiel auf Rasen aus. Aufgrund der Witterung erwarte ich einen tiefen Platz und ein Kampfspiel. Das wird ein Mentalitätsspiel. Es wird die Mannschaft gewinnen, dieüber den Schweinhund geht, die richtig kämpft und den Willen hat. Das Spiel wird über den Kampf entschieden. Es gilt einfache Fehler zu vermeiden“, blickt er voraus.

Schleiz’ Trainer Roger Fritzsch geht hingegen selbstbewusst, aber auch demütig in das Spiel mit dem Oberliga-Absteiger aus dem Ilmkreis: „Ich habe Martinroda selbst noch nicht gesehen. Aber ich denke, dass diese Mannschaft über sehr viel Erfahrung und individuelle Qualität verfügt. Sie werden als Oberliga-Absteiger sicherlich auch ein gewisses Anspruchsdenken in jede Partie mitnehmen. Wir haben natürlich das Ziel zu Hause punkten zu wollen. Aber wir wissen auch, dass es ein sehr schweres Unterfangen wird und es dafür eine nochmalige Steigerung zur Vorwoche benötigt.“ Personell wird er dabei weiter auf die Langzeitverletzten Lange, Gerisch, Pohl, Göller und Fatajo verzichten müssen. „Natürlich fehlt uns damit in vorderster Linie einiges an Torgefahr“, so Fritzsch. Auch Kögler wird nicht dabei sein. Hingegen wird neben Hoyer erstmals Neuzugang Osikovski im Kader stehen.

Aufrufe: 024.11.2022, 15:20 Uhr
André HofmannAutor