2026-04-16T10:11:10.190Z

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Mennrath entbindet Trainer Marc Trostel von seinen Aufgaben

Der seit Sommer 2025 im Amt befindliche Übungsleiter wurde am Mittwoch bei Victoria Mennrath entlassen. Der Verein reagiert damit auf die sportliche Talfahrt. Bis zum Saisonende übernimmt jetzt ein Trainergespann aus alten Bekannten

von RP/ Heiko Van der Velden · Heute, 10:00 Uhr · 0 Leser
Nach einer Amtszeit von einem guten Dreivierteljahr muss Marc Trostel (li.) beim Landesligisten seinen Hut nehmen.
Nach einer Amtszeit von einem guten Dreivierteljahr muss Marc Trostel (li.) beim Landesligisten seinen Hut nehmen. – Foto: Andreas Bornewasser

Der SC Victoria Mennrath hat im Abstiegskampf auf die zuletzt enttäuschenden Ergebnisse in der Landesliga reagiert: Trainer Marc Trostel und auch Co-Trainer André Kreuels wurden freigestellt. Stattdessen setzt der Verein für den Saisonendspurt auf einen bekannten Impuls: Trostels Vorgänger Simon Netten kehrt bis zum Saisonende auf die Trainerbank zurück. Unterstützt wird er vom spielenden Co-Trainer Maurice Passage sowie Rückkehrer Thomas Rohrbach.

Netten: Keine lange Überlegung

Die Entscheidung traf die sportliche Leitung um Sascha Schmidt und Nasser El Aboussi am Mittwoch, Trostel wurde anschließend telefonisch über den Schritt informiert. Die Maßnahme kommt nicht ganz überraschend, wenn man die sportliche Entwicklung betrachtet: Mit 29 Punkten rangiert Mennrath auf Platz 13, die Rückrunde verlief enttäuschend: nur sechs Zähler aus neun Spielen. Besonders die jüngsten Ergebnisse gegen direkte Konkurrenten sprechen eine deutliche Sprache – das 1:1 beim abgeschlagenen Tabellenletzten VfB 03 Hilden, das 3:3 gegen den 1. FC Wülfrath sowie die 0:1-Niederlage beim SSV Bergisch Born.

„Wir wollten nichts unversucht lassen, um die Situation noch zu drehen. Am Ende geht es darum, den Klassenerhalt zu schaffen“, erklärt Schmidt. Die Wahl fiel bewusst auf einen alten Bekannten. „Simon kennt den Verein, er hat hier lange gearbeitet und bringt genau das mit, was wir jetzt brauchen“, sagt Schmidt. Gemeinsam mit Passage und Rohrbach bilde er ein Team, „das die Mennrather DNA hat und die Mannschaft auch emotional erreichen kann“.

Den entscheidenden Impuls soll nun Netten liefern, der bereits achteinhalb Jahre lang an der Seitenlinie in Mennrath stand, ehe er im vergangenen Sommer von Trostel abgelöst wurde. Nun kehrt er in einer schwierigen Phase zurück. „Damit habe ich nicht gerechnet, es kam sehr überraschend. Aber wenn dein Verein anfragt, bei dem dein Herz hängt, dann hilfst du. Das war für mich keine lange Überlegung“, betont Netten.

Für Trostel war das Glas halbvoll

Die Aufgabe ist klar: sieben Spiele, sieben Endspiele. „Jeder muss jetzt verstehen, worum es geht“, so Netten. Gleichzeitig setzt er auf einen emotionalen Effekt: „Vielleicht bringt der Wechsel noch mal einen neuen Schwung.“ Dass er Verein und Mannschaft kennt, könnte dabei ein Vorteil sein. Mit Passage und Rohrbach stehen ihm zudem zwei Vertraute zur Seite. Die Hoffnung: schnell Stabilität gewinnen und die nötigen Punkte im Abstiegskampf holen.

Für Trostel hingegen kam das Aus unerwartet. „Verstehen kann ich es nicht, akzeptieren muss ich es“, sagt der scheidende Trainer. Zwar räumt er ein, dass die Ergebnisse zuletzt nicht den Erwartungen entsprochen hätten, sieht die Entwicklung aber differenzierter: „Bis auf das Spiel in Hilden haben wir vieles gut gemacht, oft hat auch ein Stück weit das Spielglück gefehlt.“

Kritisch sieht Trostel den Zeitpunkt und die Kommunikation. „Das kam für mich aus heiterem Himmel, es hat sich vorher nicht angedeutet“, so der Trainer. Ein persönliches Gespräch mit den Verantwortlichen, in dem die Entscheidung noch einmal detailliert aufgearbeitet werden soll, ist noch geplant. Dennoch betont Trostel, dass kein böses Blut bleibe und er die Zeit beim Verein positiv in Erinnerung behalte.

Viel Zeit bleibt Netten nicht, um Einfluss zu nehmen. Bereits am Donnerstag leitete er seine erste Einheit, ehe am Freitagabend direkt ein Härtetest ansteht: Tabellenführer 1. Spvg. Solingen-Wald gastiert in Mennrath. „Das ist ein Bonusspiel, wir haben nichts zu verlieren, aber wir wissen, wie wir solche Spiele annehmen müssen“, sagt Netten.