2026-05-06T12:44:31.715Z

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Meistertrainer Lösch verrät Geheimrezept: „Unser Tor ist heilig“

Forstinning-Coach im Interview

von Sarah Georgi · Heute, 17:19 Uhr · 0 Leser
Kabinenparty beim VfB: Forstinning feiert den Aufstieg in die Landesliga.
Kabinenparty beim VfB: Forstinning feiert den Aufstieg in die Landesliga. – Foto: VfB Forstinning

Der VfB Forstinning hat sich in der Bezirksliga Ost den Meistertitel gesichert. Trainer Gerhard Lösch führte die Mannschaft zurück in die Landesliga Südost.

Als Ex-Pfaffenhofen-Coach „Gery“ Lösch vor einem Jahr kam, hatte er die Bezirksliga-Meisterschaft gar nicht als Ziel im Visier. Vielmehr ging es für den VfB Forstinning darum, den Umbruch nach dem Abstieg zu vollziehen. Dass es am Ende zum direkten Wiederaufstieg und einer komplett dominierenden Saison gereicht hat, freut Lösch umso mehr, wie er im Interview mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern verrät.

Servus Gery, Glückwunsch zur Meisterschaft! Durch die Niederlage des FC Aschheim im Nachholspiel wurdet ihr quasi auf dem Sofa Meister. Wie fiel der Jubel aus?

Unser Co-Trainer Isi (Ismail Sahmurat, Anm. d. Red.) war vor Ort und hat uns einen Live-Ticker über WhatsApp gegeben. Als das 1:0 für Ebersberg gefallen ist, ist die WhatsApp-Gruppe explodiert. Da wir am nächsten Tag jedoch das Pokalfinale hatten, konnten wir nichts Großes machen. Unser „Kapo“ (Nico Weismor, Anm. d. Red.) hat zu sich nach Hause eingeladen. Nach und nach ist jeder eingetrudelt und wurde im Wohnzimmer gebührend empfangen. Wir haben angestoßen und ein bisschen gefeiert. Nach dem Pokalsieg haben wir dann in Forstinning bis spät in die Nacht Gas gegeben.

Was macht euch in dieser Saison so stark?

Wir haben eine enorme Qualität innerhalb der Mannschaft. Zudem haben die Jungs meinen Plan wirklich komplett von A bis Z durchgezogen. Klar, es gab auch immer mal Spieler, die gerne mehr gespielt hätten. Aber sie haben sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Die Jungs haben im Training immer durchgezogen und so eine eigene DNA entwickelt. Wir wollten kein Spiel verlieren und auf dem Platz unsere Marschroute durchziehen. Das hat dieses Jahr perfekt geklappt!

„Wir wollten kein Spiel verlieren und auf dem Platz unsere Marschroute durchziehen.“

Trainer „Gery“ Lösch verrät seinen Plan, der den VfB Forstinning zum Meister gemacht hat.

Ihr habt die beste Offensive und Defensive der Liga. Wie sah eure Marschroute konkret aus?

Absolut dominanten Fußball spielen. Unser Plan war, die Gegner hinten einzuschnüren. Das ist uns wirklich oft gelungen. Außerdem haben wir mit unserem Ballbesitzfußball versucht, unsere Qualität auf den Platz zu bekommen und die Jungs so einzusetzen, dass sie ihre Stärken ausnutzen können. Ich habe ab dem ersten Tag gesagt: „Unser Tor ist heilig, jeder verteidigt das Tor. Das muss die erste Prämisse sein.“ Das haben die Jungs, natürlich auch mit vielen Rüffeln von mir im Training, und die ganze Saison perfekt umgesetzt. Klarer Ballbesitz, Fußball spielen und alles dafür tun, dass wir unser Tor verteidigen – das war unsere Marschroute.

Wie wichtig war es für den VfB Forstinning, dass es nach dem Landesliga-Abstieg direkt wieder hochgeht?

Es war nicht abzusehen. Forstinning hatte einen Komplettumbruch. Da waren lediglich neun oder zehn Spieler, bei denen sicher war, dass sie hier weitermachen. Der Sportliche Leiter und ich hatten die Aufgabe, den Kader zusammenzustellen. Und das innerhalb kürzester Zeit.

„Wir wollen auch weiter ungeschlagen bleiben.“

Der VfB Forstinning will noch bis zum Ende mit Vollgas durchziehen.

Deswegen gab es vom Verein auch nie eine klare Ansage, dass wir sofort aufsteigen müssen. Dass es jetzt so geklappt hat, mit keiner einzigen Niederlage bisher, das ist natürlich Wahnsinn. Wir wollen auch weiter ungeschlagen bleiben und im Optimalfall noch zwei Siege holen.

Du bist aus Pfaffenhofen nach Forstinning gekommen und sofort Meister geworden. Was bedeutet dir die Meisterschaft persönlich?

Ich bin stolz auf die Jungs. Aufstiege feiert man gerne. Ich bin auch mit Pfaffenhofen damals aufgestiegen. Da es keine leichten Rahmenbedingungen waren, macht es mich natürlich stolz, dass die Jungs das so abgerissen haben. Eine solche Saison zu spielen, das ist nicht selbstverständlich. Ich will den Jungs, meinem Co-Trainer Isi, unserem Sportlichen Leiter Thomas Herndl, dem ganzen Staff, dem Vorstand und den Fans meinen Dank aussprechen. Die Menschen versuchen alle, das Bestmögliche für den Verein zu holen. Das ist nicht selbstverständlich.