2026-05-29T11:52:36.002Z

Allgemeines

Meisterstück: SV Schönenbach stürmt in die Landesliga!

Südwest-Träume erleiden herben Dämpfer

von Andreas Santner · Heute, 08:51 Uhr · 0 Leser
– Foto: Verein

Was für ein historischer Tag auf der Sportanlage in Schönenbach! Im ultimativen Gipfeltreffen der Bezirksliga Staffel 1 besiegte der Spitzenreiter SV Schönenbach den direkten Verfolger DJK Südwest Köln mit 4:1 (3:1). Mit diesem lautstark umjubelten Heimerfolg machten die Oberbergischen am vorletzten Spieltag die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga vorzeitig perfekt. Während in Schönenbach alle Dämme brachen, herrschte auf Kölner Seite Tristesse: Die DJK Südwest rutschte durch die Pleite auf den undankbaren dritten Rang ab und müssen am finalen Spieltag auf Schützenhilfe hoffen, um sich doch noch über Platz zwei zu retten.

Die Geschichte dieses Titels ist auch die Geschichte eines perfekten Blitz-Coups: Trainer Wolfgang Müller wurde erst vier Spieltage vor dem Saisonende verpflichtet, holte vier Siege aus vier Spielen und verabschiedet sich nun mit der Meisterkrone im Gepäck zu den Sportfreunden Troisdorf.

Matchplan des Meisters greift

Schönenbachs Coach Wolfgang Müller zeigte sich nach dem Schlusspfiff sichtlich stolz auf den punktgenauen Auftritt seiner Mannschaft. Der Schlüssel zum Erfolg lag für ihn in einer akribischen Vorbereitung, die den Grundstein für die furiose Anfangsphase legte, in der Davin Dresbach (3.) und Umut Kizilyar (9.) die Weichen blitzschnell auf Sieg stellten.

„Basierend auf den präzisen Berichten unseres Scouts, der den Gegner in den vergangenen drei Partien intensiv unter die Lupe genommen hat, konnten wir einen Matchplan entwickeln, der erneut vollends gegriffen hat. Dadurch waren wir in der Lage, Südwest von der ersten Minute an perfekt zu lesen und unser eigenes Spiel konsequent durchzuziehen. Das ist den Jungs überragend gelungen: Wir hatten nahezu jeden Angriff des Gegners unter Kontrolle und konnten gleichzeitig im Vorwärtsgang immer wieder gefährliche Akzente setzen.“

Auch von dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Kölner ließ sich der neue Meister nicht aus dem Konzept bringen. Die prompte Antwort durch Berkan Durdu kurz vor dem Pausentee (43.) zum 3:1 brach den Gästen psychologisch das Genick. Im zweiten Durchgang ließen die Hausherren dann nichts mehr anbrennen und machten durch den eingewechselten Gabriel Pavic (72.) den Sack endgültig zu.

„Im zweiten Durchgang haben wir das Geschehen dann clever kontrolliert und den Vorsprung im weiteren Verlauf sogar noch weiter ausbauen können. Der Gegner hat sich zwar zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und ist weiterhin angelaufen, kam gegen unsere kompakt stehende Defensive aber zu keinen nennenswerten Torchancen mehr.“

Errens: Großer Kampf gegen ein eiskaltes Schönenbach

Südwest-Trainer Daniel Errens erwies sich trotz der tiefen Enttäuschung unmittelbar nach dem Abpfiff als extrem fairer Verlierer. „Vorweg aber erst mal ein ganz herzlicher Glückwunsch an Schönenbach zum Aufstieg in die Landesliga!“, sandte Errens die ersten Worte in Richtung des frischgebackenen Meisters. Dennoch haderte er mit den ersten Minuten, in denen seine Mannschaft eiskalt erwischt wurde: „Schönenbach ist uns mit einer enormen Wucht begegnet. Die ersten zehn Minuten gingen ganz klar an die Hausherren, die sofort eine extreme Drangphase gestartet und sich früh eine scharf getretene Ecke erspielt haben, die per Kopf aus kurzer Distanz zum 0:1 in der langen Ecke einschlug. Das war natürlich ein Start, den wir uns so absolut nicht gewünscht hatten. Schönenbach blieb giftig und nutzte auch seine zweite Torchance eiskalt aus, sodass wir uns nach gerade einmal zehn Minuten und einem 0:2-Rückstand erst mal kräftig schütteln mussten.“

Trotz des frühen Schocks bewiesen die Kölner Moral und erspielten sich durch Kaan Kenarci und Hendrik Graf gute Chancen, die jedoch knapp ihr Ziel verfehlten. Nach dem inzwischen verdienten 1:2-Anschlusstreffer durch Hendrik Graf (34.) kehrte der Glaube zurück – bis Schönenbach kurz vor der Halbzeit ein echtes Traumtor aus dem Hut zauberte.

Per Drop-Kick ins Glück

„Passend zur eiskalten Effizienz von Schönenbach mussten wir dann leider ein extrem bitteres 3:1 schlucken. Nach einem Einwurf landete ein geklärter Ball halbhoch am Sechzehnereck, ein Schönenbacher nahm sich ein Herz und hämmerte das Teil per Dropkick als absoluten Strahl genau in den Winkel. Da konnten wir alle nur ungläubig hinterhersehen. Das war so kurz vor der Pause natürlich extrem schmerzhaft, gerade weil wir uns zuvor so gut zurückgekämpft hatten. So ging es dann mit zweieinhalb Torchancen für Schönenbach und drei Großchancen für uns, aber mit einem ernüchternden 3:1-Zwischenstand in die Kabine.“

Im zweiten Spielabschnitt fand die DJK dann kein spielerisches Mittel mehr gegen das oberbergische Abwehrbollwerk. Errens bilanzierte nüchtern: „Man muss einfach anerkennen: Schönenbach hat heute einen absoluten Sahnetag erwischt. Sie haben hinten extrem wenig zugelassen und unsere unzähligen Angriffsversuche meist schon im Keim erstickt, sodass wir uns in der zweiten Halbzeit keine echten Großchancen mehr erarbeiten konnten.“

Trotz des tief sitzenden Schmerzes richtete der Kölner Coach den Blick sofort wieder nach vorne, denn die theoretische Chance auf den "Vize-Aufstieg" lebt am letzten Spieltag weiter: „Es nützt nichts, es muss weitergehen. Wir werden einmal drüber schlafen. Es besteht weiterhin unsere große Chance, weshalb wir uns schnellstmöglich wieder aufrichten, nach vorne blicken und optimistisch in die Trainingswoche gehen werden.“