
Die Fußballerinnen des SV Amtzell haben eine erfolgreiche Saison in der Frauen-Kreisliga A Bodensee mit dem Meistertitel gekrönt. Trotz der sportlichen Qualifikation für die Frauen-Bezirksliga hat sich die Mannschaft entschieden, das Aufstiegsrecht nicht wahrzunehmen und stattdessen in der Kreisliga A zu verbleiben. Das Trainergespann um Lars Heller, Nico Jocham, Michel Fiorentino und Alexander Ernst blickt auf eine geschichtsträchtige Entwicklung des Teams, emotionale Feierlichkeiten und eine klare Philosophie für die anstehende Spielzeit zurück.
Intensive Feierlichkeiten mit Rauchbomben und Meisterschale
Der Gewinn der Meisterschaft löste große Emotionen aus. Die Mannschaft feierte den Titel gebührend und scheute keinen Aufwand, um den historischen Moment festzuhalten, indem sie den Erfolg im großen Stil mit der Herrenmannschaft feierte. „Natürlich wurde zurecht mindestens genauso intensiv gefeiert, wie die Saison vorher war. Neben dem obligatorischen Wimpel zum letzten Spiel haben die Mädels sich eine Meisterschale, T-Shirts, schwarz-weiße Rauchbomben und ein Banner organisiert. Zusammen mit unseren Herren haben wir es dann krachen lassen“, schildert Trainer Lars Heller gegenüber FuPa die feierliche Atmosphäre.
Die beeindruckenden Zahlen im finalen Klassement
Ein Blick auf die Abschlusstabelle verdeutlicht die Vormachtstellung des Meisters, da die Saison beendet ist. Der SV Amtzell schließt die Spielzeit auf dem ersten Platz mit 42 Punkten ab. Aus den insgesamt 16 absolvierten Partien holte das Team 14 Siege, kein Unentschieden und musste lediglich zwei Niederlagen hinnehmen. Das Torverhältnis von 54:11 beweist die Dominanz des Erstplatzierten.
Der direkte Konkurrent, der TSV Neukirch, belegt mit 36 Punkten den zweiten Tabellenplatz. Die Bilanz des Verfolgers weist elf Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 40:13 auf, womit der Rückstand auf den Meister im Endeffekt sechs Zähler beträgt.
Eine geschichtsträchtige Entwicklung vom reinen Training zum Titel
Der Ursprung des aktuellen Triumphs liegt in einer tiefen Verbundenheit und einem jahrelangen, kontinuierlichen Aufbauprozess. „Der Spirit der Mannschaft, die Geschichte dahinter ist das Meisterliche. Da haben sich ein paar Mädels vor fünf Jahren zusammengerauft und gesagt: ‚Lass uns zusammen kicken‘ und dann unseren Vorgänger Uli Wanner zum Traineramt überredet. Der hat dann vier Jahre lang super Aufbauarbeit geleistet. Die ersten zwei Jahre wurde ‚nur‘ trainiert. Diesen Spirit spürt man in jedem Training und in den Spielen“, blickt Lars Heller auf die Anfänge des Projekts zurück.

Vom lockeren Spaß zum ernsthaften Titelhunger
Dass die Spielzeit letztlich mit der Meisterschaft enden würde, war im Vorfeld keineswegs als Ziel definiert worden. Das Trainerteam ging ohne großen Erfolgsdruck in die Pflichtspiele, entwickelte jedoch im Laufe der Monate einen unbändigen Appetit auf den ganz großen Wurf. „Wir sind ja ein Vierer-Trainerteam und haben uns nach den ersten Siegen schon öfter etwas ungläubig angeschaut und eher im Spaß gesagt, dass wir das jetzt durchziehen. Irgendwann ist die Meisterschaft dann schon zum Ziel geworden. Das Ziel vor der Saison war ‚Spaß haben‘ – auch das haben wir erreicht“, erklärt Lars Heller die Entwicklung.
Torjägerqualitäten und eine stabile Defensivleistung
Auf dem Rasen überzeugte das Team durch eine bemerkenswerte Balance in allen Mannschaftsteilen sowie durch die rasante individuelle Weiterentwicklung einzelner Akteurinnen. „Es gibt einen tollen Zusammenhalt, und jede Einzelne hat sich im letzten Jahr super entwickelt. Einige haben ja erst vor ein paar Jahren mit dem Fußball angefangen, aber die Entwicklung ist wirklich bemerkenswert. Außerdem hilft es auch ein ‚wenig‘, wenn man eine Torjägerin mit über 30 Toren in seinen Reihen hat. Aber auch defensiv standen wir richtig stabil und haben nur elf Gegentore zugelassen“, analysiert Lars Heller.
Verzicht auf eine organisierte Abschlussfahrt
Trotz des erreichten Meilensteins und der großen Aufstiegseuphorie wird es für die Mannschaft in diesem Sommer keine gemeinsame Urlaubsreise geben. „Es gab schon Überlegungen, aber die haben wir nicht umgesetzt. Vielleicht gibt es dazu mal wieder eine Gelegenheit“, stellt der Coach fest.
Der bewusste Verzicht auf das Aufstiegsrecht
Eine überraschende Wendung bringt die Entscheidung bezüglich der sportlichen Zukunft des Vereins mit sich. Obwohl sich die Fußballerinnen den sportlichen Sprung in die Bezirksliga redlich verdient haben, entscheidet sich die Mannschaft bewusst gegen den Gang in die höhere Liga. Auf die Frage, ob der Verein das Aufstiegsrecht wahrnehmen wird, antwortet Lars Heller kurz, direkt und unmissverständlich: „Nein, wir werden in der Liga bleiben.“

Nachwuchsförderung und Eigenregie statt externer Transfers
Für die neue Saison setzen die Verantwortlichen auf Kontinuität. Stattdessen vertraut der Verein auf die eigene Jugend und das Engagement der Spielerinnen selbst. „Da gibt es jetzt mal keinen Sportdirektor, der hier neue Spielerinnen ranholt. Nach der letzten Saison hat sich auch eine Jugendtrainingsgruppe gebildet, und da wird die eine oder andere zu uns stoßen. Vielleicht lockt unser Erfolg ja auch neue Spielerinnen an. Für eine gute mediale Präsenz sorgen die Mädels auf jeden Fall auch selbst“, gewährt der Trainer einen Einblick in die anstehende Kaderstruktur.
Demut und die Integration junger Spielerinnen
Für die neue Saison 2026/2027 hat das Trainerteam bereits eine klare Marschroute definiert. „Wir bleiben demütig, aber natürlich haben die Mädels und wir Trainer den Geschmack des Sieges dieses Jahr öfter genossen und wollen versuchen, möglichst wieder viele Spiele zu gewinnen. Außerdem wollen wir uns alle wieder weiterentwickeln und insbesondere die jungen Spielerinnen integrieren und weiter ranführen“, gibt Lars Heller abschließend die Richtung vor.