2026-05-06T12:44:31.715Z

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Meister nach 43 Jahren: "Es wurde bis in die Morgenstunden gefeiert"

FuPa stellt Meister vor: Nach einem holprigen Saisonstart sichert sich der VfB Neuffen um Spielertrainer Felix Hummel vorzeitig den Titel in der Kreisliga A2.

von red · Heute, 15:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: VfB Neuffen

In der Fußball-Kreisliga A2 Neckar/Fils herrscht Ausnahmezustand. Der VfB Neuffen hat sich nach über vier Jahrzehnten vorzeitig die Meisterschaft gesichert. Mit einer derzeitigen Bilanz von 62 Punkten aus 25 Spielen ließ die Mannschaft die Konkurrenz weit hinter sich und blickt nun voller Vorfreude auf die Herausforderung in der Bezirksliga. Die Rückkehr auf den Thron ist das Ergebnis einer bemerkenswerten Entwicklung und eines ungebrochenen Teamgeists.

Das Ende einer langen Durststrecke

Es war eine Nacht, die in Neuffen so schnell niemand vergessen wird. Über vier Jahrzehnte mussten die Anhänger warten, bis ihr Verein wieder ganz oben steht. „Die Freude, nach über 43 Jahren wieder einen Meister in der Kreisliga A zu stellen, war riesengroß, und es wurde bis in die frühen Morgenstunden gefeiert“, berichtet Spielertrainer Felix Hummel gegenüber FuPa. Die Emotionen brachen sich Bahn, als die Gewissheit einkehrte, dass der Vorsprung auf den Zweitplatzierten TSV Harthausen uneinholbar geworden war. Es ist ein historischer Moment für den Verein, der die jahrelange Arbeit auf und neben dem Platz krönt.

Hürdenlauf zum Saisonerfolg

Dabei sah es zu Beginn der Spielzeit keineswegs nach den Titelgewinn aus. Der Weg zum Titel war von personellen Rückschlägen geprägt. „Nach dem eher schwachen Saisonstart eher nicht“, antwortet Felix Hummel auf die Frage, ob er mit dem Titel gerechnet habe. Das Team musste den kurzfristigen Abgang des Toptorjägers und ehemaligen spielenden Co-Trainers Max Pradler verkraften und kämpfte zudem mit mehreren Verletzungen. Das ursprüngliche Saisonziel war daher bescheiden: „Das Saisonziel war: besser als letztes Jahr.“ Doch die Mannschaft bewies Resilienz. „Das hat einige Wochen gedauert, aber dann haben wir unser System wieder gefunden und fortan konstant auch dreifach gepunktet“, so der Coach.

Die Tugenden des Champions

Was den VfB Neuffen letztlich von der Konkurrenz wie dem AC Catania Kirchheim oder dem FC Kirchheim/Teck abhebt, ist die innere Geschlossenheit. Laut Felix Hummel gab den Ausschlag „eine Mischung aus überragendem Teamgeist und Kameradschaft sowie eine Menge Leidenschaft und die stetige Weiterentwicklung der einzelnen Spieler“. Die Qualität im Kader ist dabei kein Zufallsprodukt, sondern das Resultat jahrelanger Beständigkeit: „Teamgeist, Kameradschaft und natürlich auch Qualität im gesamten Kader. Die Mannschaft spielt mit wenigen Ausnahmen schon seit einigen Jahren so zusammen.“ Diese Homogenität zahlte sich aus, als es in der heißen Phase der Saison darauf ankam.

Dominanz in Zahlen und Punkten

Ein Blick auf die Tabelle verdeutlicht die Vormachtstellung des bereits feststehenden Meisters. Mit 20 Siegen, zwei Unentschieden und nur drei Niederlagen bei einem Torverhältnis von 88:36 thront Neuffen an der Spitze. Während Teams wie der TV Bempflingen, die SG Erkenbrechtsweiler-Hochwang oder der TSV Grafenberg um den Anschluss kämpften, punktete der VfB beständig. Auch der TSV Neckartailfingen, der TSV Oberensingen II sowie der FV 09 Nürtingen konnten das Tempo des Spitzenreiters nicht mitgehen.

Traditionelle Belohnung und personelle Weichenstellungen

Nach der Pflicht folgt auch noch die Kür, die das Team wie gewohnt gemeinsam verbringen wird. „Natürlich, wie auch schon die letzten Jahre, ist noch eine dreitägige Ausfahrt an den Ballermann geplant“, so Felix Hummel. Doch auch die sportliche Zukunft ist bereits im Blick. Das Aufstiegsrecht wird „selbstverständlich“ wahrgenommen. Besonders erfreulich für den Verein: „Abgänge haben wir keine, an wenigen gezielten Verstärkungen arbeiten wir noch.“ Mit Julian Hoyler vom TSV Weilheim steht bereits ein wichtiger Neuzugang fest. Der Neuffener war in der Jugend bereits im Verein und sammelte zwischenzeitlich Erfahrung im NLZ bei Greuther Fürth.

Mit jugendlichem Hunger in die Bezirksliga

Die Herausforderungen in der kommenden Spielzeit 2026/2027 werden ungleich größer sein. Der Trainer blickt realistisch, aber optimistisch schon jetzt auf das neue Kapitel. „Das ist noch schwer zu sagen. Die Bezirksliga ist noch mal schneller und körperlicher als die Kreisliga A und natürlich auch qualitativ noch mal anspruchsvoller“, analysiert Felix Hummel. Dennoch ist das Ziel klar definiert: Der Klassenerhalt soll durch die bewährten Tugenden gesichert werden. „Wir haben aber eine junge, hungrige Truppe und wollen uns auf jeden Fall auch in der Liga halten.“ Der VfB Neuffen scheint bereit, sein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte mit derselben Leidenschaft zu schreiben, die ihn in dieser Saison zur Meisterschaft geführt hat.