
Der SV Bruckmühl hat mit einer Überraschung beim TSV Dorfen Big Points im Rennen um den Nicht-Abstieg in der Bezirksliga eingefahren. Auch die Zwoate siegte im Abstiegskampf.
Bruckmühl – Trainer Mike Probst versprach, am Samstagnachmittag beim TSV Dorfen an der Auswärtsbilanz zu arbeiten. Dieses Vorhaben setzte seine Mannschaft einwandfrei um. Dem SV Bruckmühl gelang beim Tabellenvierten eine Überraschung und mit den zweiten drei Punkten in Serie ein großer Schritt Richtung direktem Klassenerhalt in der Bezirksliga.
„Es war ein mehr als verdienter Sieg“, freute sich Probst nach der Partie: „Ein großes Kompliment an die Jungs, die die Leistung gegen Miesbach nochmals toppen konnte und für einen Meilenstein auf dem Weg zum Klassenerhalt gesorgt hat.“
Zum Spieler des Spiels wurde wieder einmal Lukas Steidl. Der Stürmer erzielte nach 20 Minuten den goldenen Treffer. Michael Kraxenberger eroberte in der gegnerischen Hälfte den Ball und bediente Patrick Kunze. Der Kapitän lief bis zur Grundlinie durch und legte von dort ins Zentrum auf Steidl ab, der nur noch einschieben musste.
Bereits zuvor hatte der Vorbereiter die Führung bei einer echten Topmöglichkeit auf dem Fuß. Michele Cosentino spielte seinen Flügel-Kollegen nach einem Dribbling frei. Kunze schob den Ball zentral frei vor dem Tor am langen Eck vorbei.
SV Bruckmühl lässt Vorentscheidung mehrfach liegen
In der ersten Halbzeit hätte der SVB die Partie bereits entscheiden können, wenn nicht sogar müssen. In der Anfangsphase kratzte Bernhard Schöberl einen Drop-Kick von Tom Mühlhamer aus dem Eck. Nach knapp einer halben Stunde entschärfte der TSV-Keeper eine Doppelchance der Gäste.
Zuerst fischte er einen Distanzversuch von Manuel Künzler stark aus dem kurzen Eck. Dann parierte er den Nachschuss von Kunze aus spitzem Winkel. Wenige Zeigerumdrehungen später hatte dieses Mal Cosentino das 2:0 auf dem Fuß. Sein Schuss nach einer Umschaltsituation strich knapp am langen Pfosten vorbei.
„Wir hatten die besseren Tormöglichkeiten und hätten uns das Leben nach dem schön herausgespielten Führungstreffer einfacher gestalten können“, ärgerte sich Probst etwas über die unnötige Spannung.
Dorfen gelangte auf der anderen Seite im ersten Spielabschnitt nur selten vor das Bruckmühler Tor. Noch die beste Möglichkeit für das Heimteam war eine Hereingabe, die knapp am langen Eck vorbeiging. Zudem war Maximilian Gröbmeyer im Eins-zu-Eins gegen Alois Eberle zur Stelle.
Nach der Pause wendete sich das Blatt etwas. Dorfen hatte nun den Großteil der Chancen, wurde aber weiterhin nur selten wirklich gefährlich. Die aussichtsreiche Gelegenheit verhinderte Gröbmeyer, als er bei einem Abschluss von Daniel Vorderwestner, der aus rund elf Metern aber auch zu zentral gesetzt war, zur Stelle war. Der Nachschuss aus kurzer Distanz ging in den Dorfener Frühlingshimmel.
„Der Gegner hat alles versucht und selbst in Unterzahl noch an ein Unentschieden geglaubt. In der hitzigen Schlussphase hat uns Maxi Gröbmeyer die drei Punkte festgehalten, als Dorfen alles oder nichts praktizierte“, erkannte auch Probst an.
Insgesamt bestimmten viele Foulspiele das Geschehen in der zweiten Halbzeit. Elf gelbe Karten verteilte der Schiedsrichter. Die harte Gangart erreichte ihren Höhepunkt in der Schlussphase. Zunächst sah Dorfens Felix Blaha für ein Einsteigen gegen Michele Cosentino ohne jegliche Chance auf den Ball „nur“ die gelb-rote Karte. Fünf Minuten später musste Timo Lorant nach einer Tätlichkeit, erneut gegen Cosentino, mit glatt Rot vom Platz.
Das Spiel endete schlussendlich mit neun gegen zehn, weil sich der Bruckmühler tief in der Nachspielzeit für einen Bodycheck ebenfalls noch seine zweite gelbe Karte abholte. In Überzahl geriet der Bruckmühler Auswärtserfolg nicht mehr ernsthaft in Gefahr.
An den letzten drei Spieltagen hat der SVB nun somit drei Endspiele gegen drei Mitkonkurrenten um den direkten Klassenerhalt, und dabei den Vorteil klar bei sich. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf die Relegationsplätze nach dem 27. Spieltag – und das wird auch nach den ersten Nachholspielen unter der Woche so bleiben.
Bevor der Bezirksliga-Alltag für Bruckmühl jedoch weitergeht, geht es für das Team um Kapitän Patrick Kunze um einen Titel. Am kommenden Freitag steht in Prutting das Kreispokal-Finale an. Der Sieger tritt in der nächsten Saison in der Hauptrunde des Totopokals an. Dort warten namhafte Gegner, darunter allen voran der TSV 1860 München und die SpVgg Unterhaching.
Am 01. Mai wartet im Endspiel der TuS Traunreut. Das Team aus dem Traunsteiner Landkreis steht zwar in der Kreisklasse nur im Mittelfeld der Tabelle, darf aus SVB-Sicht jedoch auf gar keinen Fall unterschätzt werden. Der Kreisklassist schaltete auf dem Weg ins Finale die beiden Bezirksligisten SV Aschau am Inn und TSV Ampfing aus. Bruckmühl schaffte über den SB DJK Rosenheim, den SV Ostermünchen und den SV DJK Heufeld den Sprung nach Prutting.
Von Bruckmühl aus gibt es unter dem Motto „Alle in Rot“ einen Fanbus zum Finalort. Abfahrt ist gemeinsam mit der Mannschaft um 15:15 Uhr am Sportheim. Anmeldungen werden bei Tobias Rinke unter +49 1511 2369606 angenommen. Der Unkostenbeitrag für Erwachsene liegt bei 13 €, für Kinder und Jugendliche bei 7 €. Es ist wie gewohnt jeweils ein Freigetränk inkludiert. „Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung“, freut sich Probst auf das Highlight-Spiel.
In der Folge des Pokal-Spiels wurde die nächste Bezirksliga-Partie des SVB beim SV Waldperlach von Sonntag auf Dienstag, den 05. Mai, verlegt. Anpfiff ist um 19:30 Uhr.
Die Vorlage der Ersten nutze am Sonntagnachmittag die Zwoate zu einem Sechs-Punkte-Wochenende. Das Team von Trainerduo Erich Dreher und Charly Kunze besiegte den TSV Aßling im Kreisklassen-Kellerduell.
Dabei legte der SVB II einen wahren Traumstart hin. Johannes Brendle traf nach nicht einmal einer Minute zur Führung. Die Hausherren konnten einen langen Ball nicht klären. Der Stürmer bedankte sich und netzte aus halblinker Position ein.
Die Gäste blieben weiter am Drücker und konnten sich in der Folge weitere aussichtsreiche Chancen erspielen. Eine davon nutzte Patrick Gigla 20 Minuten später zum 2:0. Brendle bediente seinen Sturmpartner nach einem Konter. Der beste Torschütze des SVB war frei durch und verwandelte ins lange Eck. Kurz zuvor hatte Niklas Macek den Ball nach einer Ecke knapp am Pfosten vorbeigeköpft.
Aßling verkürzte im ersten Durchgang mit seiner einzigen Torchance. Gabriel Fliegerbauer konnte einen Schuss nach einem Eckball nicht festhalten. Jonas Mitterhuber drückte den Abpraller über die Linie.
Nach der Pause war der TSV feldüberlegen, wurde aber nur selten zwingend. Fliegerbauer verhinderte mehrmals den Ausgleich. Auf der Gegenseite hatte zuvor Gigla nach 75 Minuten die Entscheidung vergeben. Thomas Huber war beim Lupfer des Stürmers zur Stelle. Mit dem hart umkämpften Dreier verlässt die Zwoate erstmals die Abstiegs- und Relegationsränge und hat fünf Spiele vor Schluss den Klassenerhalt vorerst in der eigenen Hand. Das Spiel der Dritten zuvor gegen Aßling II war abgesagt worden. (Alexander Nikel)