Hartes Durchgreifen: Die Münchner Bereitschaftspolizei holte ein wohl verbotenes Banner aus einem Fanblock des FC Bayern.
Hartes Durchgreifen: Die Münchner Bereitschaftspolizei holte ein wohl verbotenes Banner aus einem Fanblock des FC Bayern. – Foto: IMAGO/Mladen Lackovic

Mehrere Verletzte: Polizei begründet hartes Vorgehen gegen Bayern-Fans – „Kollegen attackiert“

Bei Derby gegen Türkgücü

Der Polizeieinsatz gegen Fans des FC Bayern München in Heimstetten schlägt weiter hohe Wellen. Mehrere Anhänger und Beamte wurden verletzt.

München/Heimstetten - Die Bilder aus Heimstetten sorgen weiter für große Diskussionen. Beim Derby zwischen Türkgücü München dem FC Bayern II kam es auf dem Sportgelände zu Tumulten zwischen der Münchner Bereitschaftspolizei und Fans des deutschen Bundesliga-Rekordmeisters. Die Polizisten setzten Pfefferspray ein, und - wie Videos bei Twitter zeigen sollen - offenbar auch den Schlagstock. Das Spiel wurde nach zwei Minuten zuerst unter- und dann schließlich abgebrochen.

Derby zwischen Türkgücü München FC Bayern II: Tumulte mit der Polizei wegen einer Fahne

Die Bilanz: Neun verletzte Fußball-Fans und, wie an diesem Sonntag bekannt wurde, zehn leicht verletzte Beamte. Ein Polizeisprecher erklärte tz.de auf Nachfrage: „Die Kollegen wurden attackiert und körperlich angegangen.“ Demnach hätten die Fans Gegenwehr gezeigt und die Beamten vereinzelt geschlagen.

Die FCB-Anhänger hatten bei Spielbeginn eine wohl verbotene Fahne gezeigt, was zu einer aufgeladenen Stimmung in dem kleinen Fußballstadion sorgte, weil sich die türkischen Fans von Türkgücü offenbar provoziert fühlten. Auf dem Banner stand: „FC Bayern Fan Club Kurdistan“.

Pfefferspray und Schlagstock: Polizei-Einsatz gegen Bayern-Fans polarisiert bei Twitter

Auf mehrmalige Aufforderung entfernten die Fans die Fahne nicht, weswegen anwesende Beamte die Bereitschaftspolizei zur Unterstützung riefen. Die Beamten gingen dann unter Einsatz des Pfeffersprays in den Fanblock des FC Bayern und stellten das Transparent sicher. Im Polizeibericht hieß es dazu: „Da eine weitere Eskalation zwischen den Fanlagern unvermeidbar gewesen wäre, wurde nun entschieden, das Banner mit einem polizeilichen Zugriff zu entfernen.“

Dabei kam es zu den tumultartigen Szenen. Wie bereits am Samstag ein Polizeisprecher tz.de erklärt hatte, mussten mehrere Fans wegen des Pfefferspray-Einsatzes medizinisch behandelt werden. Mehrere Rettungswägen wurden deshalb angefordert. Die Kollegen seien wiederum durch Schläge der Fans verletzt worden, hieß es von der Polizei am Sonntag.

Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt nun gegen Anhänger des FC Bayern wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung. Bei Twitter polarisiert indes ein Video. Dieses soll zeigen, wie ein Beamter einen am Boden liegenden Fan mehrmals mit einem Schlagstock schlägt, nachdem der Mann auf den Stufen der Tribüne nach hinten gestolpert war. In einzelnen Tweets ist von angeblicher „Polizeigewalt“ die Rede.

Tumulte bei Türkgücü München gegen den FC Bayern II: Polizei filmte den Zugriff

tz.de hakte beim Polizeisprecher wegen der Vorwürfe aus der Fanszene nach. Laut dem Sprecher seien die Fragen zu klären, wie es zu den Schlägen kam und was im Vorfeld der Szene passiert ist. Die Beamten hätten beim Zugriff Kameras getragen, Beweise würden nun sichergestellt. Würden sich Vorwürfe gegen die Beamten in der Nachbearbeitung des Einsatzes bestätigen, würde gegebenenfalls das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. Dies sei bislang aber noch nicht geschehen. (pm)

Aufrufe: 021.11.2022, 14:00 Uhr
Patrick MayerAutor