
Der letzte Spieltag der Bezirksliga Weser-Ems Staffel 3 hält noch einmal ein echtes Topspiel bereit. Wenn der VfL Weiße Elf Nordhorn am Freitagabend die SG Freren empfängt, geht es nicht nur um den dritten Tabellenplatz – es ist zugleich ein Spiel voller Abschiede.
Beide Mannschaften gehen punktgleich in den Saisonabschluss. Sowohl der VfL Weiße Elf als auch die SG Freren haben vor dem letzten Spieltag 50 Punkte auf dem Konto. Aufgrund des besseren Torverhältnisses belegen die Nordhorner aktuell Rang drei, Freren folgt unmittelbar dahinter auf Platz vier. Der Sieger würde die Saison definitiv vor dem direkten Konkurrenten beenden, während bei einem Remis auch die zweite Mannschaft des SC Spelle-Venhaus noch auf Rang drei springen könnte, sofern sie zeitgleich in Veldhausen gewinnt.
Für den VfL Weiße Elf steht dabei nicht nur die sportliche Platzierung im Fokus. Es wird zugleich das letzte Spiel von Trainer Frank Westerink am Ootmarsumer Weg sein. Nach drei Jahren und mehr als 100 Ligaspielen endet seine Zeit an der Seitenlinie der Nordhorner.
„Es reicht jetzt auch, es war immer ein erheblicher Zeitaufwand“, sagt Westerink mit Blick auf seinen Abschied. Als Selbstständiger sei die Doppelbelastung aus Beruf und Traineramt zuletzt immer größer geworden.
Dabei blickt der Coach auf eine erfolgreiche Zeit zurück. Seit seiner Übernahme entwickelte sich die Weiße Elf wieder zu einer festen Größe in der Bezirksliga. Trotz personeller Veränderungen hielt sich die Mannschaft konstant im oberen Tabellendrittel und kann nach zwei fünften Plätzen nun sogar mit Rang drei abschließen.
„Wir haben es mit allen, die mitgewirkt haben, geschafft, den VfL Weiße Elf wieder zu einer guten Adresse zu machen“, erklärt Westerink. „Wir haben hochkarätige personelle Abgänge kompensiert und einen tollen Job gemacht. Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt aufzuhören.“
Seinen Abschied bewertet der Trainer dabei ohne Wehmut, sondern mit großer Zufriedenheit über das Erreichte. „Es hat mir immer viel Spaß gemacht, aber der Trainerjob war neben dem Beruf eine große Belastung. Ich möchte nicht irgendwann an der Seitenlinie liegen.“
Trotz aller Emotionen soll der sportliche Ehrgeiz nicht zu kurz kommen. Die Nordhorner möchten den dritten Tabellenplatz verteidigen und sich mit einem Erfolgserlebnis in die Sommerpause verabschieden.
„Sollte es nicht klappen, dass wir Dritter werden, geht die Welt auch nicht unter. Wir haben eine gute Saison gespielt“, betont Westerink vor seinem letzten Auftritt.
Doch auch auf der Gegenseite steht ein Abschied im Mittelpunkt. Für Spielertrainer Florian Hoff wird es ebenfalls das letzte Spiel an der Seitenlinie der SG Freren sein. Bereits im Vorfeld seines angekündigten Abschieds hatte der Verein die Bedeutung des langjährigen Trainers hervorgehoben. In den vergangenen fünf Jahren war Hoff als Spielertrainer eine prägende Figur bei der SG Freren. Als gebürtiger Frerener galt er nicht nur sportlich, sondern auch menschlich als wichtige Persönlichkeit innerhalb der Mannschaft und des gesamten Vereins.
Die Gäste reisen zudem mit Rückenwind nach Nordhorn. Am vergangenen Wochenende gewann die SG Freren ihr letztes Heimspiel der Saison mit 3:1 gegen Concordia Emsbüren. Nun folgt das letzte Saisonspiel und zugleich das letzte Auswärtsspiel von Florian Hoff als Verantwortlicher der Frerener.
Sportlich verspricht die Begegnung ebenfalls einiges. Beide Mannschaften zählen zu den stärksten Teams der Liga hinter Meister Union Lohne und Vizemeister ASV Altenlingen. Die Weiße Elf stellt mit 69 Treffern eine der besten Offensiven der Liga, während Freren mit lediglich 43 Gegentoren die stabilere Defensive aufweist.
So bekommt der letzte Spieltag noch einmal eine besondere Bühne. Zwei punktgleiche Spitzenteams kämpfen um Rang drei – und gleichzeitig verabschieden sich auf beiden Seiten Trainer, die ihre Vereine über Jahre hinweg geprägt haben. Es ist ein Saisonfinale, das sportliche Brisanz und emotionale Momente gleichermaßen verspricht.