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Ligabericht

Mehr als die halbe Miete

Landesliga Rhein-Neckar +++ So lief die Vorrunde für die SG Kirchardt

von red. · 21.12.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Die Kirchardter hatten in der ersten Saisonhälfte reichlich Grund zu jubeln.
Die Kirchardter hatten in der ersten Saisonhälfte reichlich Grund zu jubeln. – Foto: Berthold Gebhard

Wahrscheinlich haben nicht viele unbeteiligte Beobachter der SG Kirchardt eine derart ertragreiche erste Saisonhälfte zugetraut. Die zweite Runde nach dem Aufstieg in die Landesliga Rhein-Neckar ist vor Rundenbeginn sicher nicht einfacher gewesen als die vergangene. Nach 19 von 34 Punktspielen kann das Zwischenfazit nur positiv ausfallen. Trotz vier direkter Absteiger und einem Relegationsteilnehmer überwintert die SG auf einem sicheren Platz über dem Strich. Zur Winterpause werfen wir einen Blick auf das bisher Erreichte und wagen eine Prognose für die verbleibenden 15 Saisonspiele ab März 2025.

Großes Lob vom Trainer

"Die Jungs sind unfassbar engagiert und hauen jetzt noch zweimal alles raus, bevor es in die Pause geht", sagte Denis Schwager in seinem Fazit zur Vorrunde, die mit 20 Punkten erfreulich zu Ende ging. Für den Trainer ist das genau die halbe Miete, da er davon ausgeht, "dass man dieses Jahr 40 Punkte für den sicheren Klassenerhalt benötigen wird."

Deshalb waren die 20 Zähler das Minimalziel, das hauptsächlich dank der starken Startphase erreicht wurde. Elf Zähler gab es aus den ersten fünf Partien, von denen keine einzige verlorenging. Schon der Start mit dem 4:1-Sieg beim FC Türkspor Mannheim ließ Großes erwarten, schließlich hatten die Kirchardter in der Vorsaison vor allem auswärts große Probleme. Weitere starke Auftritte wie das 5:0 gegen Türkspor Eppingen, das 2:0 gegen den ASC Neuenheim oder das 3:2 gegen den SV 98 Schwetzingen folgt.

Zum Jahreswechsel liest sich die Auswärtsbilanz jedenfalls ganz ordentlich. Acht Punkte sind es nach neun Partien, was schon jetzt drei Zähler mehr bedeuten als in der kompletten Spielzeit 2024/25.

Hohe Niederlagen verschmerzbar

Dank der regelmäßigen dreifachen Punktgewinne konnten die teils herben Schlappen besser verarbeitet. Wenngleich sie natürlich schmerzten. 2:7 gegen den FV Brühl, 0:7 beim VfR Mannheim II und 0:8 beim ASV Eppelheim – drei Mal hat es die SG heftig erwischt.

Gelungene Transfers

Die Verstärkungen haben einen großen Teil zur starken ersten Halbserie beigetragen. Allen voran David Raitarow und Gianluca Breve, die vom FV Nußloch gekommen sind. Reitarow hat beachtliche 17 Scorerpunkte in 16 Einsätzen gesammelt. Breve kommt in der gleichen Statistik auf bemerkenswerte 14 Scorerpunkte. Daneben stechen Martin Frey und Dimitrios Babanatsas als weitere offensive Unterschiedsspieler heraus. Gerade diese Flexibilität macht viel aus.

Das Platzproblem

Jeder andere der 17 Landesligisten verfügt über einen Kunstrasen und damit über deutlich bessere Bedingungen für die Wintervorbereitung bei kalten und nassen Gegebenheiten. "Wir sind mitunter in die Halle ausgewichen, weil auf dem Rasen einfach kein Training möglich gewesen ist", hat Schwager im Herbst verraten, dass er und seine Kicker ab und an ein Alternativprogramm fahren müssen.

Die Konkurrenz

Der Kampf um den Klassenerhalt verspricht Spannung bis zum Schluss, ganz einfach der Tatsache geschuldet, dass bis zu fünf Teams den Gang in ihre jeweilige Kreisliga antreten müssen. Aus Sinsheimer Sicht muss man davon ausgehen, dass mit Türkspor Eppingen ein Absteiger bereits so gut wie feststeht. Ernsthafte Gefahr für Kirchardt sollte obendrein nicht mehr vom SV 98 Schwetzingen ausgehen. Der Traditionsverein aus der Spargelstadt steht vor einem Tiefpunkt in seiner Historie, die über Jahrzehnte hinweg gehobenen Amateurfußball bedeutete.

Außerdem sollte Kirchardt den TSV Amicitia Viernheim und den SC Rot-Weiß Rheinau auf Distanz halten. Wenn diese vier Klubs nicht außerordentlich gut abliefern, sollte zumindest die Relegation mit rund 35 Punkten sicher sein. Aber natürlich gilt es die ungewollte Saisonverlängerung mit maximal zwei weiteren Spielen unbedingt zu verhindern und dafür scheinen in der Tat die 40 Punkte nötig zu sein. Wenn nicht sogar ein bisschen mehr.