
Sektduschen, blau-weiße Pyros, Meistershirts und allerlei Jubelgesänge – frustriert auf dem Boden sitzend schauten die Verbandsliga-Fußballer der TuS Marienborn der Aufstiegsfeier der TuS Mechtersheim zu. Der 2:0 (0:0)-Sieg der Vorderpfälzer bringt die Entscheidung im Titelrennen.
79 Minuten hielt das Bollwerk, schien der Matchplan aufzugehen. Es galt, das Spiel offen zu halten, bis der Titelfavorit mit aller Macht auf den Dreier drängt und sich Konterchancen ergeben. Doch dann traf Andrew Wooten aus dem Rückraum mit dem ersten Kontakt flach ins kurze Eck. Sehr zur Freude des Ludwigshafener Rappers Apache 207, der, wie viele Selfies beweisen werden, an der Bande der Truppe seines Kumpels Nauwid Amiri zuschaute.
In dem 0:1 ähnlichen Sequenzen auf der Gegenseite brachte Luka Baljak weit weniger Gefahr zustande (28., 57.). „Fallen lassen“, ertönte es sogleich wieder, und als der Sportliche Leiter nach 32 Minuten einen Ball schnell ins Spiel zurück kickte, gab es Beschwerden seitens seiner Spieler. Langsam machen, die Gäste entnerven – so sollte es laufen. Doch die Zweikampfquote nach vorn war über 90 Minuten einfach zu niedrig.
"Sie waren den Ticken cleverer"
Bis auf Wootens Latte-Pfosten-Treffer nach einer Ecke (14.) gelang dem dominanten Favoriten zunächst wenig Zwingendes. Can Güney (48., 55.) scheiterte im Eins-gegen-Eins an Faik Baka, Wooten köpfte aus fünf Metern frei drüber (63.). Die Einschläge kamen näher, die Gäste-Führung war allem Marienborner Einsatz zum Trotz hoch verdient. Endurance Edosomwan legte im Konter mit dem Schlusspfiff (90.+4) für die zweifelsfrei beste Mannschaft dieser Saison nach.
„Sie hatten die drei, vier guten Chancen, die wir nicht hatten“, sagt TuS-Trainer Ali Cakici, „aber wir waren immer im Spiel und haben trotzdem eine gute Leistung geboten. Sie waren den Ticken cleverer in den entscheidenden Situationen.“ Die TuS muss damit weiter um dem Klassenerhalt bangen. Es folgen die auch für die Gegner hochgradig wichtigen Derbys bei Basara und gegen Bretzenheim.
TuS Marienborn: Baka – Hornetz (69. Kohns), Hofmann, Beck, Schwiderski (87. Markiefka) – Trapp, Serratore (62. Kersthold) – Paulus (79. Ritz), Schwab, I. Fakovic (62. Huth) – Baljak.