
Der SV Wendessen führt beim VfL Salder, hat mehrfach die Chance zur Entscheidung und steht am Ende doch mit leeren Händen da. In einem torreichen und emotionalen Spiel der Bezirksliga Braunschweig 3 drehten die Gastgeber am 20. Spieltag ein wildes Duell zum 4:3 (0:1). Wendessens Trainer Pascal Gos sprach anschließend von einem „maximal ärgerlichen“ Spielverlauf.
Dabei hatte die Partie aus Sicht der Gäste vielversprechend begonnen. Waldemar Winter brachte Wendessen in der 10. Minute in Führung. Mit dem 1:0 ging es auch in die Pause, aus Sicht von Pascal Gos sogar schmeichelhaft für die Gastgeber. „Wir gehen mit einer 1:0 Führung in die Halbzeit, hätte zur Halbzeit auch 2:0 oder 3:0 stehen können für uns. Ja, aber 1:0 ist völlig in Ordnung, völlig verdient gewesen.“
Doch direkt nach Wiederbeginn kippte die Dynamik. Joshua-Tjorven Roth traf in der 46. Minute zum Ausgleich und brachte den VfL Salder zurück ins Spiel. Pascal Gos ärgerte besonders der Zeitpunkt: „Kommen dann aus der Halbzeit raus, haben praktisch mit Wiederanpfiff das 1:1 kassiert. Total ärgerlich.“
Als Joshua-Tjorven Roth in der 58. Minute sogar zum 2:1 traf, drohte die Partie endgültig zu kippen, doch nur Sekunden später antwortete Jamil Zoura mit dem 2:2 (59.). In der 68. Minute brachte Leon Grabowski Wendessen erneut in Führung.
Doch auch diese hielt nicht lange. Joshua-Tjorven Roth stellte mit seinem dritten Treffer auf 3:3 (74.), ehe Anzelu-Michel Pokos in der 78. Minute den Siegtreffer für Salder erzielte.
Dass es überhaupt so weit kam, lag aus Sicht der Gäste auch an den vergebenen Möglichkeiten. Pascal Gos schilderte die entscheidenden Szenen deutlich: „Wir haben dann mehrfach die Chance, den Vorsprung auszubauen. Also mit mehrfach meine ich wirklich mehrere Situationen alleine vorm Tor, wo wir dann den Torwart anschießen und die Murmel nicht über die Linie gedrückt bekommen.“
Die Konsequenz folgte prompt: „Ja, und so wie das halt ist, dann fängst du hier das 3:3, dann das 4:3.“
Auch bei den Gegentoren sah der Trainer Verbesserungsbedarf: „Stellen uns da auch nicht unbedingt schlau an bei den Gegentoren.“ Dennoch zeigte sich trotz der Niederlage auch ein gewisser Stolz auf die Leistung seiner Mannschaft. „Wir haben Chancen, wir haben wirklich gut gespielt.“
Das Spiel selbst bot den Zuschauern reichlich Unterhaltung. „Es war mit Sicherheit auch für die Zuschauer ein maximal attraktives Spiel. Es ging hin und her, auch mit Toren auf beiden Seiten. Aber für uns natürlich unterm Strich sehr ärgerlich.“
Dabei sieht Pascal Gos durchaus Fortschritte. „Wir haben uns, denke ich, sehr gut verkauft. Auch vor dem Hintergrund, dass die Vorbereitung nicht optimal lief.“ In der Schlussphase habe sich allerdings bemerkbar gemacht, dass die Kräfte schwanden: „Man merkt natürlich schon, dass hinten raus ein bisschen die Körner fehlen.“
Insgesamt bewertet er die Leistung dennoch positiv: „In Summe war das echt ein solides Spiel von uns.“ Gerade deshalb schmerzt das Ergebnis besonders. „Dass wir dann auswärts bei Salder drei Tore schießen und wirklich nichts Zählbares mitnehmen, ist echt ärgerlich.“
Vor allem die Chancenverwertung bleibt ein Thema. „Wir hatten mit Union zusammen und Salder, glaube ich, mittlerweile zehn Hundertprozentige. Machen aus zehn Hundertprozentigen drei Tore, das ist dann halt auch einfach zu wenig. Das muss man ganz ehrlich so sagen.“
Der Blick geht dennoch nach vorne. „Die Entwicklung geht spielerisch in die richtige Richtung. Wenn wir vorne die Hütte treffen und hinten uns ein bisschen schlauer anstellen würden in manchen Szenen, dann würden viele Spiele ganz anders verlaufen.“
In der Tabelle der Bezirksliga Braunschweig 3 steht der SV Wendessen nach dem 20. Spieltag mit 23 Punkten auf Rang zwölf, während der VfL Salder mit nun 29 Punkten Sechster ist.
Der Druck im Tabellenkeller wächst dennoch. „Die Luft wird hinten raus dünner“, sagt Pascal Gos und verweist auf die Konkurrenz: „Vor der Rückrunde hatten wir sechs Punkte auf beide Mannschaften. Jetzt sind es noch drei und fünf.“
Trotzdem bleibt er überzeugt vom Potenzial seines Teams: „Wir sind trotzdem zuversichtlich, weil so wie wir uns präsentieren, präsentieren wir uns mit Sicherheit nicht wie eine Mannschaft, die irgendwas mit dem Abstieg zu tun hat. Nur die Ergebnisse lassen zu wünschen übrig. Das ist einfach so.“
Am kommenden Spieltag tritt der VfL Salder beim SV Union Salzgitter an, während der SV Wendessen die TSG Bad Harzburg empfängt.