
Meist werden Trainer-Trennungen oder Abschiede mit irgendwelchen Standardfloskeln begründet. Robert Madl, (Noch-)Chefanweiser des TSV Mauth, ist diesbezüglich eine Ausnahme. In einer außergewöhnlichen Offenheit gibt der frühere Klassetormann, der seit einem Jahr auf der Kommandobrücke des Bezirksligisten steht, einen Einblick in seine Gedankengänge. Der 42-Jährige wird nämlich mit Ablauf der Spielzeit 2025/2026 seinen Posten zur Verfügung stellen. Neben dem Chefanweiser wird sich auch Co-Trainer Klaus Gibis verabschieden, der ebenfalls ein TSV-Urgestein ist. Als Nachfolger kann der Klub mit Christian Pauli einen alten Bekannten präsentieren, der früher als Spieler über zwei Jahrzehnte eine Stütze beim Bayerwald-Traditionsverein war und bis zum Herbst knapp dreieinhalb Jahre als Chefanweiser in Diensten des Kreisligisten SV Hohenau stand.
"Ich liebe den Fußball. Deshalb habe ich an mich selber hohe Ansprüche, denen ich aus meiner Sicht nicht gerecht werden kann. Ich hinterfrage mich permanent und bin zu dem Schluss gekommen, dass ein anderer Coach vielleicht mehr herausholen kann. Zudem habe ich festgestellt, dass ich kein Mannschaftstrainer bin und vielmehr in meiner Aufgabe als Tormanntrainer aufgehe. Darauf möchte ich nach dieser Saison wieder meinen vollen Fokus richten", sagt Madl, der mit seinen Schützlingen derzeit in der Ost-Staffel den zehnten Rang belegt. Drei der fünf letzten Partien vor der Winterpause konnten Fuchs, Hilz & Co. siegreich gestalten und damit konnten sich die Waidler ein Polster von fünf Punkten zur gefährdeten Zone verschaffen."Wir wollen unbedingt vorzeitig den Klassenerhalt in trockene Tücher bringen. Dafür werden wir in den kommenden Wochen und Monaten Vollgas geben", verspricht Madl, der bereits seit zweieinhalb Jahren Tormanntrainer des 1. FC Passau ist und diese Funktion parallel zu seinem Mauth-Engagement ausübt.
"Robert Madl und Klaus Gibis hatten die Mannschaft zur Winterpause der Saison 2024/25 übernommen. Die seitdem gezeigten Leistungen der Mannschaft – sowohl in der Freiluft-, als auch in der Hallensaison – sind Beleg für die hervorragende Arbeit, die beide in dieser Zeit geleistet haben. Auf eine große Danksagung wollen wir an dieser Stelle verzichten. Beide Trainer werden zu gegebenem Anlass gebührend verabschiedet. In der restlichen Saison stehen noch wichtige Spiele an, mit dem Ziel, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu erreichen", gibt Mauths Abteilungsleiter Uli Köberl zu Protokoll.
Mit der Installierung von Christian Pauli bleibt der Verein seinem Muster treu, auf Trainer mit Stallgeruch zu setzen. Der 46-Jährige ist eine Ikone des TSV Mauth, trug als Aktiver unter anderem die Kapitänsbinde. "Mit Christian Pauli übernimmt zur Saison 2026/2027 ein Trainer, der den TSV Mauth bestens kennt. Er war über viele Jahre hinweg als Spieler eine feste Größe in der Mannschaft, ist mit Verein und Umfeld bestens vertraut", lässt Köberl verlauten.