
Freizeit- und Breitensport ist im Bezirk Nordschwarzwald längst mehr als ein Randthema. Mit neuen Formaten, wachsendem Zuspruch im Ü-Fußball und dem zunehmenden Interesse am Walking Football gewinnt der Bereich spürbar an Bedeutung. FuB-Referent Matthias Pakai spricht über Entwicklungen, Herausforderungen und Termine – und darüber, warum der Fußball auch jenseits des klassischen Spielbetriebs immer mehr Menschen erreicht.
Was macht Ihnen an Ihrer Aufgabe als Referent für Freizeit- und Breitenfußball im Bezirk Nordschwarzwald am meisten Spaß?
Ganz klar im Fokus steht die Zusammenarbeit mit den Vereinsvertretern sowie mit dem wfv-Vorstand des Freizeit- und Breitenfußballs. Was im Ü-Fußball im vertrauensvollen Miteinander zwischen den Vereinsvertretern und mir bereits sehr gut funktioniert, setzt sich nun konsequent in der Zusammenarbeit mit den jeweiligen Walking-Football-Vereinsvertretern fort.
Wie läuft es aktuell im Freizeit- und Breitenfußball – eher Aufbruchsstimmung oder noch Luft nach oben?
Ich würde es als Aufbruchsstimmung bezeichnen. Der Vorstand des Freizeit- und Breitenfußballs ist seit dem letzten Verbandstag größtenteils neu aufgestellt, und es wird konstruktiv sowie mit viel Engagement gearbeitet. Es werden neue/alte Formate von Freizeitfußball angestoßen also nicht nur Walking-Football.
Walking Football wird immer beliebter: Wie ist die Resonanz im Bezirk Nordschwarzwald bisher?
Wir haben im Bezirk derzeit vier Vereine, bei denen mir bekannt ist, dass Walking Football angeboten und gespielt wird. In meiner Aufgabe liegt es nun, diese Zahl zu erhöhen, damit wir im Bezirk weitere Vereine gewinnen, die Walking Football anbieten bzw. aktiv spielen.
Warum ist Walking Football aus Ihrer Sicht ein so attraktives Angebot – gerade für ältere Fußballerinnen und Fußballer?
Das liegt auf der Hand, und die Bezeichnung „Walking“ ist selbsterklärend. Walking Football soll dabei nicht nur ältere Menschen ansprechen, sondern auch diejenigen, die nach schweren Verletzungen nicht mehr aktiv Fußball spielen können. Darüber hinaus können auch Mitspielerinnen und Mitspieler gewonnen werden, die bisher noch nie Fußball gespielt haben. Die Regeln des WFV sind zudem sehr einfach gehalten und gut umsetzbar für alle Menschen mit Handicap, sodass sie den Spaß am Fußballspielen nicht aufgeben müssen. Walking Football ist zudem eine vom DOSB anerkannte Reha-Sport-Maßnahme.
Wie steht es aktuell um den Ü-Fußball im Bezirk: stabil, wachsend oder im Umbruch?
Wachsend sind die Teilnehmerzahlen bei den Bezirksmeisterschaften. Der Ü-Fußball lebt im Bezirk, auch wenn viele Vereine das Angebot zur Teilnahme an Bezirksmeisterschaften bislang noch nicht wahrnehmen. Im Bereich Ü32 verzeichnen wir im Bezirk ein Wachstum von 100 Prozent. In diesem Jahr gehen wir mit zehn Mannschaften in die anstehende Bezirksmeisterschaft. Ebenfalls ansteigend ist die Zahl der Ü40-Mannschaften, die auf Bezirksebene spielen möchten. Ein noch junger Wettbewerb auf Bezirksebene sind die Ü50-Bezirksmeisterschaften. Bei der Einführung im vergangenen Jahr starteten wir mit zwei Mannschaften. Dieses Angebot gilt es in den kommenden Jahren weiter auszubauen.
Was sind die größten Herausforderungen im Senioren- bzw. Ü-Fußball im Moment?
Eine große Herausforderung besteht darin, die im Zuge der Verbandsreform neu hinzugekommenen Vereine aus dem Calwer Bereich an die Ü-Bezirksmeisterschaften heranzuführen, da sie diesen sportlichen Vergleich auf Bezirksebene aus der Vergangenheit nicht kennen. In den Köpfen vieler ehemaliger Spieler im Bezirk ist weiterhin die mögliche Verpflichtung präsent, regelmäßig spielen zu müssen. Diese Verpflichtung möchten sie jedoch nicht eingehen. Vielmehr wollen sie selbst bestimmen, ob, wann und wie oft sie spielen möchten.
Auf welche Termine, Turniere oder Projekte dürfen sich Walking-Football- und Ü-Fußball-Teams demnächst freuen?
Rund um das Thema Walking Football sind mehrere Termine geplant. Am 28.02.2026 findet von 10:00 bis 12:00 Uhr eine Impulsveranstaltung in der Daxburghalle in Hochdorf statt. An diesem Samstag veranstalten wir gemeinsam mit dem VfL Hochdorf eine Kennenlernveranstaltung, zu der die Vereine angeschrieben wurden, um sich aktiv mit dem Thema Walking Football auseinanderzusetzen. Ein besonderes Highlight folgt am 18.04.2026 auf dem Sportgelände in Berneck. Dort findet ein Freundschaftsturnier mit zwölf Mannschaften statt. Die gemeldeten Vereine kommen aus sieben Bezirken des Verbandsgebiets sowie mit einem Team aus dem südbadischen Raum. Im Ü-Bereich sind die Ü40-Bezirksmeisterschaften im Kleinfeld gemeinsam mit dem SV Dießen für den 11.07.2026 angesetzt. Der Ü32-Finaltag ist auf den 24.07.2026 terminiert, ein Gastgeber wird aktuell noch gesucht. Die Vorrundengruppen legen ihren jeweiligen Spieltag selbst fest, daher gibt es hierfür keine feste Terminierung. Für die Ü50-Bezirksmeisterschaften wird derzeit ein Termin für die Zeit nach den Sommerferien gesucht. Den Abschluss im Jahr 2026 bilden die Ü40-Hallenbezirksmeisterschaften. Diese sollen - vorbehaltlich eines ausrichtenden Vereins – am 30.12.2026 stattfinden, die Organisation befindet sich aktuell in Abstimmung.
Was würden Sie Vereinen raten, die neu mit Walking Football oder Ü-Fußball starten wollen?
In beiden Fällen bitte direkt Kontakt mit mir aufnehmen. Auch bei Fragen zur WFV-Freizeitliga stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung. In der Freizeitliga sind wir mittlerweile ebenfalls vertreten – mit dem Club Portuguese Ebhausen – und bedienen damit ein weiteres wichtiges Feld im Freizeit- und Breitenfußball.
Eine Letzte Frage! Welche neuen oder wiederbelebten Formate des Freizeitfußballs werden neben Walking Football derzeit angestoßen?
Im Rahmen der Umsetzung der DFB-Vorgaben stoßen wir neben Walking Football mit dem wfv-Bolzplatz-Cup ein neues Turnierformat auf Verbandsebene an. Dabei steht der Spaß am Spiel klar im Vordergrund – unabhängig davon, ob die Teilnehmenden Fußballerfahrung mitbringen oder nicht. Angesprochen werden Hobbymannschaften, Betriebsteams und Freizeitgruppen, bei denen Gemeinschaft, Teamgeist und echtes Bolzplatz-Feeling zählen, nicht Taktik oder Leistungsdruck. Gespielt wird auf dem Kleinfeld im Modus 4+1 mit kurzen Spielzeiten, ergänzt durch ein Fairness-Punktesystem, das faires Verhalten genauso belohnt wie sportlichen Erfolg. Ein besonderes Highlight ist, dass unter allen teilnehmenden Teams ausgelost wird, wer am Endturnier am DFB-Campus in Frankfurt teilnehmen darf. Perspektivisch ist angedacht, dieses Format auch in die Bezirke zu bringen und dort nachhaltig zu etablieren.