Zwei wie Pech und Schwefel: "Ich kenn den Hias schon seit der A-Jugend, in der wir gemeinsam gespielt haben", berichtet Vilzings Trainer Beppo Eibl (Mitte) über seinen Co Matthias Graf (rechts).
Zwei wie Pech und Schwefel: "Ich kenn den Hias schon seit der A-Jugend, in der wir gemeinsam gespielt haben", berichtet Vilzings Trainer Beppo Eibl (Mitte) über seinen Co Matthias Graf (rechts). – Foto: Simon Tschannerl

Matthias Graf: »Ich halte nichts davon, andere Trainer zu kopieren«

Die neue FuPa-Serie über die Co-Trainer der Regionalliga Bayern +++ Teil 4: Matthias Graf, DJK Vilzing

"Ich würde ihn als fleißigen Arbeiter und absolut loyalen Mitstreiter bezeichnen", findet Vilzings Chef-Coach Josef "Beppo" Eibl anerkennende Worte über seinen Nebenmann an der Seitenline – und ergänzt: "Einer, auf den man sich jederzeit zu einhundert Prozent verlassen kann."

Gemeint ist Matthias Graf, der in der Saison 21/22 zur Oberpfälzer DJK zurückkehrte, nachdem er seine Karriere als Spieler des 1. FC Bad Kötzting (insgesamt zehn Jahre für den Verein aktiv) und der SpVgg Lam (sein Heimatverein) beendet hatte. "Er hat einen sehr guten Draht zur Mannschaft und kann sich sehr gut in die Spieler hineinversetzen. Er spricht ihre Sprache und kommt daher bestens bei ihnen an", wie der Cheftrainer weiß.

Der 35-Jährige einstige Abwehrspezialist trug zwischen 2013 und 2016 schon einmal das DJK-Leiberl und gehörte dem Team an, das im Sommer 2014 den Sprung in die Bayernliga schaffte. Mit Eibl kickte er bereits in der U19-Bayernligatruppe des TSV Waldkirchen.

Wir haben mit dem hauptberuflich als Lehrer tätigen Rechtsfuß über sein Engagement als Co-Trainer am Huthgarten gesprochen und u.a. erfahren, warum er mit seiner "Hintergrund-Rolle" als Co ganz gut zurechtkommt:

Was unterscheidet den Co-Trainer in eurem Verein vom Cheftrainer, außer dass Letztgenannter die spielerische Grundausrichtung vorgibt?

Grundsätzlich trägt der Cheftrainer die Hauptverantwortung im Trainerteam. Er setzt bestimmte Leitplanken, was den Trainingsbetrieb angeht, und gibt die Ausrichtung bei jedem Spiel vor.

Welche Aufgaben als Co-Trainer übernimmst Du innerhalb des Trainerteams konkret?

Ich bereite die Spieler im Training auf den Hauptteil vor und übernehme Teile des Athletiktrainings. An den Spieltagen leite ich das Aufwärmprogramm. Zusätzlich bin ich für die offensiven und defensiven Standardsituationen verantwortlich und bereite die Spieler daraufhin vor.

Siehst Du Deine Aufgabe als Co-Trainer nur als Zwischenstation hin zum Cheftrainer-Posten?

Ich versuche meine Aufgaben bestmöglich zu erfüllen und möglichst viele Erfahrungen in der höchsten Amateurliga zu sammeln. Als Zwischenstation sehe ich meine Tätigkeit nicht, weil ich jede Woche mit tollen Fußballern und Charakteren zusammenarbeiten kann, was richtig viel Spaß macht.

Bitte nicht falsch verstehen, aber: Bist Du Co-Trainer, weil Du es bislang nicht zum "Chef" geschafft hast – oder bist du's ganz bewusst geworden?

Ich habe mich ganz bewusst für diesen Schritt entschieden und die Angebote als Cheftrainer abgelehnt. Die Arbeit als Co-Trainer in der Regionalliga ist für mich extrem reizvoll.

Beppo Eibl: "Hias unterstützt mich als Co-Trainer tatkräftig, weil die Anforderungen und Herausforderungen eines Regionalliga-Teams natürlich enorm sind."
Beppo Eibl: "Hias unterstützt mich als Co-Trainer tatkräftig, weil die Anforderungen und Herausforderungen eines Regionalliga-Teams natürlich enorm sind." – Foto: Mike Megapix


Wie groß sind Deine Einflussmöglichkeiten während eines Spieles? Oder liegt Dein Schwerpunkt ohnehin eher auf der täglichen Arbeit zwischen den Partien?

Der Einfluss während des Spiels ist eher gering. Ich finde, dass die Kommandos von der Linie in erster Linie vom Cheftrainer kommen sollen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt im Trainingsbetrieb.

Wie empfindest Du die Wahrnehmung der Co-Trainer in der Öffentlichkeit? Als stets im Schatten des Cheftrainers? Wird die Arbeit der Co-Trainer öffentlich so honoriert, wie sie's verdient hätten?

Wer eine Stelle als Co-Trainer annimmt, dem muss klar sein, dass er im Hintergrund arbeitet und nicht in der Öffentlichkeit steht. Mit dieser Situation komme ich gut zurecht. Viel wichtiger ist eine gute Zusammenarbeit im Trainerteam.

Was würdest Du sagen: Bist Du bei Deinem aktuellen Verein aufgrund Deines Cheftrainers gelandet/ derzeit aktiv? Oder wärst du auch unabhängig von ihm dort?

Ich denke, dass die Anfrage vor zwei Jahren unabhängig von Bebbo zu sehen ist. Für mich ist es allerdings entscheidend, unter wem ich als Co-Trainer arbeite. Wenn man sich seit vielen Jahren kennt und schon gemeinsam Fußball gespielt hat, ist das für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Vorteil. Mit Bebbo – aber auch mit Tobi Dezelak – klappt es hervorragend.

Welches (Co-)Trainer-Vorbild hast Du? Warum?

Ich halte nichts davon, sich an Vorbildern zu orientieren oder andere Trainer zu kopieren. Klar verfolgt man den ein oder anderen Übungsleiter etwas genauer, aber ich versuche meinen eigenen Weg zu gehen.

Wie schaut Dein weiterer Weg aus binnen der nächsten fünf Jahre?

Der Fokus liegt aktuell ganz klar darauf, dass wir die Spieler optimal auf die restlichen Spiele vorbereiten und die Liga halten. Was in fünf Jahren ist, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.

Vielen Dank für die Antworten und weiterhin alles Gute!

Aufrufe: 024.1.2023, 06:00 Uhr
Stephan HörhammerAutor