
Ein klarer Befund, ein überraschendes Ergebnis: Mit 4:0 besiegt der Tabellensechste TSV Krähenwinkel/Kaltenweide IIden Spitzenreiter SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II – und verschiebt damit zumindest für einen Nachmittag die Gewissheiten dieser Liga.
„4:0, klares Ergebnis. Matchplan gut aufgegangen“, sagt Marcel Pawlow nach Abpfiff – und fasst damit zusammen, was sich früh angedeutet hatte. Schon in der Anfangsphase zeigte sich allerdings, dass die Rollenverteilung auf dem Papier nicht sofort außer Kraft gesetzt war. „In der ersten Halbzeit, so in den ersten Minuten, sind die 50:50-Zweikämpfe noch eher Richtung Ramlingen gegangen“, erklärt der Trainer. „Das habe ich dann immer wieder angesprochen, dass auch diese Momente entscheidend sind und wir diese Duelle auf unsere Seite ziehen müssen.“
Es wurde besser – und vor allem effizienter. Jonas Thimm traf früh (4.), Louis Chinonso Jiwuaka legte nach (17.) und noch vor der Pause erhöhte Timon Kian Assassi auf 3:0 (43.). „Im Gegensatz zum Spiel gegen Döhren vor zwei Wochen war es diesmal so, dass wir unsere erste Torchance genutzt haben, die zweite und auch die dritte. So gehst du mit 3:0 in die Halbzeit.“
Der Tabellenführer hatte zwar „wesentlich mehr Ballbesitz und hat versucht, Fußball zu spielen“, doch Krähenwinkel setzte die entscheidenden Nadelstiche. „Wir haben immer wieder Nadelstiche gesetzt und es gut geschafft, das Spiel zu unterbinden.“
In der Pause folgte die klare Ansage: „Ich habe den Jungs gesagt, dass ich erwarte, dass wir diese Leidenschaft gegen den Ball beibehalten. Es darf nicht das 1:3 fallen, damit sie nochmal Luft kriegen.“ Die Umsetzung gelang – auch weil die Defensive stabil blieb. „Das haben wir insgesamt gut wegverteidigt.“
Mit dem 4:0 durch Jiwuaka (56.) war die Partie entschieden, auch wenn weitere Möglichkeiten ungenutzt blieben. „Wir machen dann noch das 4:0 und hatten weitere Halbchancen, die wir nicht sauber ausspielen. Da hätte es vielleicht noch deutlicher werden können, aber das wäre dann auch zu viel gewesen.“
Ganz ohne kritische Einordnung wollte Pawlow den Sieg dennoch nicht stehen lassen. „Man muss aber auch ehrlich sein: Beim Stand von 0:0 steht Ramlingen ein klarer Elfmeter zu, den der Schiedsrichter nicht pfeift. Da hatten wir das Glück auf unserer Seite.“
Am Ende bleibt dennoch ein Resultat, das Wirkung zeigt – auch in der Tabelle. Krähenwinkel rückt mit nun 42 Punkten auf Rang fünf vor, während Ramlingen trotz der Niederlage an der Spitze bleibt, nun aber unter wachsendem Druck der Verfolger.
Oder, wie Pawlow es nüchtern formuliert: „Am Ende sind wir glücklich und freuen uns, dass wir die drei Punkte gegen den Tabellenführer geholt haben.“
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide II – SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II 4:0
TSV Krähenwinkel/Kaltenweide II: Jannes Meyer, Kai Henneke, Pedram Mirsanei (78. Helge Heider), Fynn Bartholomäus, Carl Clemens Küster, Erik Anders (61. Ricardo Dombrowsky), Luca Sander, Louis Chinonso Jiwuaka (75. Felix Groth), Julian Bödeker, Jonas Thimm, Finn Seyer (61. Philipp Finkendey) - Trainer: Marcel Pawlow
SV Ramlingen/Ehlershausen U23 II: Johann Ridtschenko, Maximilian Runge (45. Nico Schleif), Finn Beeneken (60. Jeremy Lee Finsel), Maher Haqi Ismail (34. Hakim Ahmed Hikmat), Sebastian Daecke, Pablo Saavedra-Gerke, Fawaz Fakhri Khiro, Ahmed Khaldi, Chris Treppschuh, Patrick Neuhaus, Benedict Rahaus (45. Torben Tepper) - Trainer: Darijan Vlaski
Schiedsrichter: Lutz Giesecke
Tore: 1:0 Jonas Thimm (4.), 2:0 Louis Chinonso Jiwuaka (17.), 3:0 Timon Kian Assassi (43.), 4:0 Louis Chinonso Jiwuaka (56.)