
Mainz. Es ist ein erster Matchball für den Klassenerhalt in der Verbandsliga. Am Sonntag (15.30 Uhr) empfängt die TuS Marienborn die SG Eintracht Bad Kreuznach. Mittelfeldregisseur Antonio Serratore rechnet nach der Entlassung von SGE-Trainer Thorsten Effgen mit einem „ganz gefährlichen Ding“. Doch es lockt eine Extra-Motivation.
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„Wir wollen den Klassenerhalt so früh wie möglich in trockene Tücher bringen, damit wir samstags aufs Marktfrühstück können“, erzählt Serratore. Das ist nämlich erst dann wieder erlaubt. Acht Spiele ohne Niederlage geben Schwung und ein, gemessen an Halbserien-Rang 13, luxuriöses Tabellenbild. Zwar finden sich nur auf den Abstiegsplätzen Teams, die seltener das Tor trafen. Doch die TuS steht hinten inzwischen bombensicher.
„Der Gegner kann in den ungefährlichen Zonen gern den Ball haben“, illustriert Abwehrchef Marc Beck die Herangehensweise im eingespielten System, „irgendwann stechen wir zu. Der Gegner soll an elf Marienbornern vorbei müssen und keine Überzahlsituationen mehr bekommen.“ Eine reifere Herangehensweise, passend zum voranschreitenden Alter des Stamms. Und veredelt durch junges, stürmisches Personal wie etwa 13-Tore-Mann Luka Baljak.
Der wird bald in Hüffelsheim spielen. „Seit Jahren geht immer unser bester Torschütze weg“, blickt Beck zurück. Zuletzt zog es Edis Sinanovic und Matti Rieß nach Kreuznach, davor setzten Lirion Aliu, Patrick Huth und Jannik Kern den Trend, dass der TuS oft ihre Toptorjäger verloren gehen. Damit ging auch die „Erlebnis statt Ergebnis“-Zeit vorüber. „Das ist ja auch in einer anderen Liga entstanden, und da gab es einen Etienne Portmann noch“, sagt Serratore.
Inzwischen ist das Ergebnis das Erlebnis. „In der Defensive spielen wir seit Jahren zusammen“, sagt Beck. Auf dieser Basis wird die Verjüngung vorangetrieben, vielfach durch Spieler aus dem eigenen Unterbau. An sich, sagt Serratore, habe man vor der Erfolgsserie gar nicht viel an den Trainingsinhalten verändert: „Wir haben einfach am Spieltag die Leute beisammen und sind in einen Flow gekommen.“ Zudem ist die taktische Anpassung, weniger vorne draufzugehen und sich mehr in Geduld zu üben, aufgegangen.
Der Lauf begann mit der Ankündigung, dass Ali Cakici nach zehn Trainerjahren zum Saisonende gehen wird. „Er wird mir sehr fehlen“, sagt Serratore. Einen besonderen Schwur habe es nicht gegeben, aber natürlich will sich kein Marienborner als Absteiger aus dieser Ära verabschieden. „Im Hinterkopf holen wir auch für ihn diese Siege“, sagt Beck. Und das Team, das großteils beisammen bleibt, will auch nächste Saison unter Timm Belz weiter Verbandsliga spielen.
Eine interne Lösung passt zur TuS. „Timm ist Teil unseres Freundeskreises“, sagt Beck. Die Mannschaft sprach sich für die Beförderung des Co-Trainers aus. „Es ist ja auch nicht einfach, als Fremder nach Marienborn zu kommen und das alles zu begreifen“, grinst der Abwehrchef. Zum besonderen Zusammenhalt zählt auch die Abschlussfahrt an die Costa Brava – mit Cakici. „Die letzten Wochen werde ich in vollen Zügen genießen“, sagt Serratore, der noch einige Jahre als Spieler aktiv bleiben und dann einen Trainerschein anpeilen will.
Erst einmal gilt es aber, eine Serie zu verteidigen. „Acht Spiele ohne Niederlage muss uns erst mal jemand nachmachen“, sagt Serratore. Dem Marienborner Selbstverständnis nach ist es ganz egal, wer als Gegner kommt.