
Der 36-Jährige hat seine aktive Laufbahn nach 18 Jahren im Herrenbereich beendet. Hartnäckige Knieprobleme zwangen ihn zum Abschied.
Schöner hätte sich Martin Bauer sein Karriereende wohl kaum ausmalen können: Als letzte Amtshandlung im Trikot des SV Planegg-Krailling feierte der spielende Co-Trainer heuer mit seinem Jugendklub den Aufstieg in die Landesliga. „Es war das perfekte Ende. Besser geht es nicht“, sagt der 36-Jährige mit einigen Wochen Abstand im Gespräch mit dem Münchner Merkur.
Hätten sich die Schwarz-Blauen im letzten Akt der vierteiligen Aufstiegsrelegation nicht unter großem Kampf mit 2:1 in der Verlängerung gegen den FC Aschheim durchgesetzt, wäre die fast schon märchenhafte Geschichte unter Umständen anders geendet. In den finalen Zügen seiner Karriere hatte Bauer nämlich zunehmend mit hartnäckigen Knieproblemen zu kämpfen. „Was den Zustand meines Knies angeht, war klar, dass es in absehbarer Zeit passieren muss, um mich nicht weiter selbst zu gefährden“, sagt das SVP-Urgestein über seinen Abschied aus dem aktiven Fußball. Letztlich wurden alle Bemühungen belohnt, und Bauer durfte seinen insgesamt vierten Aufstieg mit dem SV Planegg-Krailling im Herrenbereich bejubeln.
Schon in der C-Jugend war Bauer aus Gilching an die Würm gewechselt und hielt dem Verein anschließend lange die Treue. An der Hofmarkstraße sammelte er einst auch seine ersten Erfahrungen im Herrenbereich. Das erste große Erfolgserlebnis ließ damals nicht lange auf sich warten: Noch als nomineller A-Jugendspieler stieg Bauer im Jahr 2008 mit den Würmtalern in die Bezirksliga auf. „Ich habe damals im halben Jahr nach der Winterpause schon mitgewirkt“, erzählt er. Inzwischen als absoluter Leistungsträger etabliert, folgte 2014 der erste Landesliga-Aufstieg für den schnellen Flügelspieler, der auch Tore schießen konnte.
Zwei Treffer von Bauer bescherten dem SVP seinen ersten Landesliga-Sieg, ein 2:0 gegen den SV Mering am dritten Spieltag. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte sein späterer Verein SV Pullach wegen Bauers Diensten angeklopft, berichtet er: „Ich habe damals aber noch keinen Grund gesehen zu wechseln.“ Erst mit 26 Jahren wagte er zur Saison 2016/17 dann aber doch den Schritt zum ambitionierten Bayernligisten.
Dort traf er unter anderem auf den ehemaligen Bundesliga-Torwart des TSV 1860 München, Michael Hofmann. An das Niveau, sagt Bauer, habe er sich erst anpassen müssen – was jedoch erstaunlich schnell gelang. Mit zehn Toren in 31 Einsätzen steuerte Bauer direkt im ersten Jahr einen erheblichen Anteil zur Bayernliga-Meisterschaft des Klubs bei. Auf den Aufstieg in die Regionalliga Bayern musste der SV Pullach aufgrund infrastruktureller Themen allerdings verzichten.
Nach sechs intensiven Bayernliga-Jahren kehrte Bauer 2022 schließlich als spielender Co-Trainer nach Planegg zurück, zunächst in die Kreisliga. Sein zweites Engagement beim SVP krönte er mit zwei Aufstiegen. Der jüngste in die Landesliga sei aber vor allem aufgrund der Umstände „der emotionalste aller Aufstiege“ für ihn persönlich gewesen, sagt Bauer: „Erst habe ich den Bayerischen Fußballverband noch für diesen Relegationsmodus verflucht. Wie wir in diesen extrem intensiven zwei Wochen als Mannschaft zusammengerückt sind, war aber besonders. Dieser Aufstieg war einzigartig.“
Wie es für Bauer nach dem Karriereende im Fußballkosmos weitergeht, ist aktuell noch offen. Mehr als zwei Jahrzehnte hat er alles für den Sport gegeben. „Ich habe zwei kleine Kinder zu Hause. Ich möchte auch mehr Zeit mit meiner Familie verbringen“, erklärt er. Ein weiteres Engagement in anderer Funktion beim SV Planegg-Krailling schließt die Vereinslegende dennoch nicht aus – auch wenn es sicher nicht die klassische Co-Trainer-Rolle an der Seite von Chefcoach Pero Vidak wird.
Zur Saison 2026/27 fungiert der 32-jährige Innenverteidiger Mirza Zahirovic als spielender Co-Trainer in der Landesliga. Bauer: „Im Moment bin ich noch nicht leidenschaftlich genug Trainer, um diese Position einzunehmen. Trotzdem befinde ich mich mit dem Verein im Austausch, wie ich weiter unterstützen kann. In welcher Form wird sich zeigen.“