
Am 16. Spieltag der Frauen-Bezirksliga Lüneburg West trennten sich der TSV Brunsbrock und die SG Anderlingen/Byhusen 2:2. Der Tabellenzweite war beim Tabellenvierten zu Gast. Das Hinspiel hatte Anderlingen deutlich mit 5:2 gewonnen.
Brunsbrock setzte erneut auf ein 5-4-1 und legte den Fokus darauf, gegen den Ball kompakt zu arbeiten und über Konter gefährlich zu werden. Schlüsselspielerin Xenia Block wurde rechtzeitig fit, obwohl sie die gesamte Woche nicht trainiert hatte, und konnte über die vollen 90 Minuten spielen.
Die erste Halbzeit endete torlos. Auf beiden Seiten gab es Halbchancen, etwas mehr davon jedoch für die Gäste. Vor allem über die schnellen Außenspielerinnen, insbesondere über Jonna Marie Parey, wurde Anderlingen immer wieder gefährlich. „Da hatten wir in der einen oder anderen Szene auch etwas Glück, dass wir mit dem 0:0 in die Pause gegangen sind. Wir selbst hatten ebenfalls ein paar Halbchancen, aber nichts wirklich Zwingendes“, erklärte Brunsbrocks Trainer Lennart Gerken.
Auch Chiara Hess sah einen schwierigen ersten Durchgang für ihre Mannschaft. „Brunsbrock hat die Räume gut geschlossen und uns das Spiel sehr schwer gemacht“, meinte die Trainerin der Gäste.
„Zur Pause mussten wir in der Fünferkette umstellen und eine Spielerin in die Abwehr stellen, die diese Position eigentlich nicht gewohnt ist. Dadurch hat die Abstimmung phasenweise nicht mehr so gut funktioniert“, berichtete Gerken. Kurz nach dem Seitenwechsel nutzte Anderlingen genau diese Phase. Jonna Marie Parey lief in der 54. Minute allein auf die Torhüterin zu und traf zum 1:0.
Mit Ball fand Brunsbrock über weite Strecken nicht ins Spiel. Nach Ballgewinnen fehlte häufig die Präzision im Umschalten. „Wir haben offensiv und generell mit Ball überhaupt nicht in unser Spiel gefunden. Nach guten Ballgewinnen waren die Bälle oft viel zu schnell wieder weg“, ordnete Gerken ein.
Dennoch kamen die Gastgeberinnen in der Schlussphase zurück. Nach einem sauber ausgespielten Konter erzielte Xenia Block in der 73. Minute den Ausgleich zum 1:1. Bereits zuvor hatte Brunsbrock einige gute Umschaltsituationen, spielte diese jedoch nicht konsequent genug aus.
Anderlingen legte dennoch noch einmal vor. In der 87. Minute fiel das 2:1 aus Sicht der Gäste äußerst unglücklich für Brunsbrock. Ein Schuss aus 20 bis 25 Metern rollte vergleichsweise einfach ins Tor, als Eigentor wurde die Szene Beeke Meyer zugeschrieben.
Brunsbrock ging in den Schlussminuten volles Risiko. „Wir hatten in den letzten Minuten umgestellt, um noch einmal alles auf den Ausgleich zu setzen, und das hat sich ausgezahlt“, sagte Gerken. In der ersten Minute der Nachspielzeit verwandelte Nina Martens einen Freistoß direkt. Der Ball wurde noch leicht von der Mauer abgefälscht und segelte zum 2:2 ins rechte Eck.
Auch aus Sicht der SG Anderlingen/Byhusen blieb an diesem Nachmittag mehr liegen. Vor allem in der ersten Halbzeit vergaben die Gäste mehrere gute Möglichkeiten. „Hätten wir früher unsere Tore gemacht, wäre vielleicht mehr drin gewesen. So müssen wir jetzt mit dem Unentschieden zufrieden sein. Brunsbrock hat es gut verteidigt“, erklärte Hess.