
Der SV Wettelsheim bleibt in der Erfolgsspur, musste beim 2:0-Auswärtssieg gegen den SC Polsingen jedoch phasenweise Schwerstarbeit verrichten. Vor rund 120 Zuschauern entwickelte sich eine Partie, die nach einer souveränen Anfangsphase der Gäste in einen hochemotionalen Schlagabtausch mündete, bei dem vor allem ein Mann im Mittelpunkt stand: Wettelsheims Schlussmann Marlon Roth.
Die Mannschaft von Trainer Günther Roth übernahm von Beginn an das Kommando. In der ersten halben Stunde ließ der SVW Ball und Gegner laufen, während Polsingen kaum Zugriff auf die Partie fand. Die logische Konsequenz war die Führung in der 37. Spielminute: Nach einer präzise getretenen Ecke stieg Matthias Lehmeyer am höchsten und wuchtete das Leder per Kopf zum 0:1 in die Maschen. Dass die Führung zur Pause Bestand hatte, war bereits zu diesem Zeitpunkt Marlon Roth zu verdanken, der einen gefährlichen Freistoß der Hausherren mit einer Glanzparade entschärfte.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Polsingen agierte nun mutiger und drängte auf den Ausgleich. In der 56. Minute stockte dem mitgereisten Anhang der Atem, als der Polsinger Kapitän allein auf das Tor zustürmte. Marlon Roth verließ seine Linie und stoppte den Angreifer im Strafraum mit einem höchst riskanten Einsatz. Schiedsrichter Dominik Mayr entschied sofort auf Strafstoß, beließ es jedoch zur Überraschung vieler bei der Gelben Karte für den Keeper. Hintergrund ist die Auslegung der sogenannten „Doppelbestrafung“: Da Roth bei seinem Rettungsversuch dem Ball galt, blieb ihm der Platzverweis erspart.
Doch damit nicht genug des Dramas: Roth krönte seine Leistung, indem er den fälligen Elfmeter parierte und sein Team somit im Spiel hielt. In der Folgezeit entwickelte sich eine regelrechte Sturm- und Drangphase der Heimelf, doch der SVW-Schlussmann schien an diesem Tag unüberwindbar und parierte drei weitere Großchancen der Polsinger bravourös.
Auch auf der Gegenseite gab es Diskussionsbedarf. Spielertrainer Julian Dürnberger leistete sich in der Schlussphase ein taktisches Foul an der Mittellinie, das nach Ansicht vieler Beobachter zwingend mit der Ampelkarte hätte geahndet werden müssen. Dürnberger durfte jedoch weiterspielen und bedankte sich auf seine Weise: In der 84. Minute schloss er eine sehenswerte Kombination eiskalt zum 0:2-Endstand ab.
Am Ende verbucht der SV Wettelsheim drei wichtige Punkte, die aufgrund der spielerischen Überlegenheit zu Beginn verdient sind, jedoch durch den aufopferungsvollen Kampf der Polsinger und die Glanztaten von Marlon Roth bis zum Schluss am seidenen Faden hingen.