
Es war ein Spiel der vergebenen Gelegenheiten und des späten Triumphs: In einer dramatischen Begegnung setzte sich der SVW am Ende mit 2:1 gegen den SV Absberg durch. Dass die Gäste überhaupt bis in die Nachspielzeit um den Sieg mitspielen durften, verdankten sie vor allem ihrem Torhüter Marlon Roth, der sein Team in der Anfangsphase im Alleingang vor einem frühen Debakel bewahrte.
Die Partie begann für den SVW mit einer regelrechten Belagerung. Keine 60 Sekunden waren gespielt, als Absbergs Stürmer erstmals völlig frei vor dem Gehäuse auftauchte, doch Roth parierte glänzend per Fußabwehr. Nur eine Minute später wiederholte sich das Szenario fast deckungsgleich: Wieder drang ein Angreifer nach einem Steckpass in den Strafraum ein, wieder blieb Roth im Eins-gegen-eins der Sieger.
Während die Gastgeber den Druck hochhielten und mehrfach nur knapp scheiterten, fand der SVW offensiv kaum statt. Einzig ein schöner Spielzug über links, den Flo Löw nach einer Flanke von Flo Bunz per Direktabnahme abschloss (19.), sorgte für Entlastung. Dass es mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging, konnte aus Sicht der Gäste lediglich als „sehr glücklich“ verbucht werden.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der SVW deutlich griffiger. Ein Lattenkracher durch Stoll nach einem zentralen Freistoß (50.) war das erste lautstarke Signal der Gäste. Doch mitten in diese Drangphase hinein schlug Absberg zu: Nach einer Ecke am langen Pfosten landete die Kugel per Kopfballablage bei einem einschussbereiten Akteur, der zur 1:0-Führung vollendete (61.).
Die Reaktion der Gäste ließ jedoch nicht lange auf sich warten. In der 68. Minute nutzte Julian Dürnberger ein Missverständnis in der Absberger Hintermannschaft eiskalt aus. Nach einem Solo durch die Abwehrreihen nagelte er den Ball aus halblinker Position zum 1:1-Ausgleich unter die Latte.
In der Schlussviertelstunde entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Während Marlon Roth erneut im Eins-gegen-eins rettete (76.), vergab Bene Aurnhammer auf der Gegenseite gleich zwei Großchancen zur Führung. Als sich die Zuschauer bereits auf eine Punkteteilung eingestellt hatten, schlug die Stunde der Standardexperten: In der dritten Minute der Nachspielzeit zirkelte Dürnberger eine Ecke punktgenau auf Aurnhammer, der den Ball zum 1:2-Endstand in die Maschen köpfte.
Unter dem Strich steht ein Erfolg des Willens. Zwar hätte der SVW nach zehn Minuten bereits deutlich im Hintertreffen liegen können, verdiente sich den Dreier jedoch durch eine couragierte Leistungssteigerung und die nötige Kaltschnäuzigkeit in der „Crunchtime“.