
Es ist das Derby der Landesliga. Am Freitag (20 Uhr) empfängt A/O den Rivalen aus Harsefeld. Ahlerstedts Taktgeber ist heiß - und hat das schmerzhafte Hinspiel nicht vergessen.
Mit 0:1 hat die SV Ahlerstedt/Ottendorf das Hinspiel gegen den Nachbarn TuS Harsefeld verloren. Zumindest ein Unentschieden wäre aus A/O-Sicht mindestens verdient gewesen. Denn diese eine Szene ist noch präsent.

Die Spieler beider Mannschaften kennen sich gut, sind teils befreundet. „Man gibt sich vor dem Spiel die Hand und in den 90 Minuten knallt es dann auch mal“, beschreibt Brunsch den Derbycharakter. Er, der 29-jährige Routinier, und die anderen Erfahrenen müssen die nötige Härte in der jungen A/O-Mannschaft vorleben. Die Harsefelder bringen die nötige Galligkeit in dem Derby von jeher auf den Platz.
Er bringt Regionalliga-Erfahrung und bleibt Konstante
2015 war Marcel Brunsch aus der Talentschmiede des JFV A/O/H (heute A/O/B/H/H) zur SV Drochtersen/Assel gewechselt. In drei Saisons kam er auf 27 Einsätze in der Regionalliga, spielte 42 Mal für die zweite Mannschaft in der Landesliga.
2018 wechselte Brunsch zusammen mit Stürmer Süleyman Yaman (jetzt Bützfleth) und Torhüter Jannis Trapp (zuletzt Rotenburg) von D/A zu A/O. Die Ahlerstedter hatten nach dem Wiederaufstieg in die Landesliga eine schwierige Saison (Platz 9) hinter sich. Seitdem Brunsch da ist, war Platz 4 in der Saison 2023/24 die schlechteste Platzierung.
Der Oberliga-Aufstieg 2022 war die Erfüllung. In der Oberliga mussten seinerzeit aber ganze sieben Mannschaften absteigen, so auch A/O mit eigentlich ordentlichen 35 Punkten.
Als ewige Talentschmiede fehlt oft der letzte Tick
A/O ist derzeit Tabellenzweiter. D/A II hat aber 14 Punkte Vorsprung und scheint als Meister festzustehen, selbst wenn A/O mit zwei Nachholspielen Boden gut machen könnte. „Das wurmt schon“, sagt Brunsch bezüglich der Tabelle. A/O spielt einmal mehr nur um die Vizemeisterschaft. „D/A macht das aber auch gut, und sie haben natürlich ganz andere Möglichkeiten“, so Brunsch über den Konkurrenzkampf.
Mit den Badur-Brüdern Eren und Enes verliert A/O einmal mehr zwei Topspieler, die zur kommenden Saison zu D/A wechseln. „Das sind gute Jungs, die noch mehr erreichen wollen“, sagt Brunsch. A/O ist Talentschmiede, spielt immer oben mit, für die Meisterschaft fehlt immer die Konstanz. „Wir haben eine brutal junge Mannschaft“, sagt Brunsch. Zur kommenden Saison baut A/O einmal mehr verstärkt auf JFV-Talente.
„Wir müssen auf die Jugend setzen“, so Brunsch über die A/O-Bedingungen, „das macht aber auch Laune, weil alle Bock auf Fußball haben.“ Während einer langen Saison mache so eine junge Mannschaft aber „den einen oder anderen Fehler zu viel“.
Selbst auch als Jugendtrainer aktiv
Seit dieser Saison ist Marcel Brunsch auch Co-Trainer bei der U17 des JFV. In der kommenden Saison übernehmen er und U17-Trainer Alexander Weser - zusammen mit dem jetzigen U19-Trainer Matthias Stemmann - die U19-Regionalligamannschaft. „Ich wurde gefragt, ob ich mir das vorstellen kann“, erzählt Brunsch.
Er kannte das Training von Alexander Weser und mag, dass dieser viel Wert auf Disziplin legt. Also sagte Brunsch zu. Nach seiner eigenen Spielerlaufbahn könne er sich durchaus vorstellen, als Trainer zu arbeiten, so Brunsch. Zukunftsmusik.
Jetzt steht erst mal das Derby an. „Das sind Spiele, weshalb man Fußball spielt“, sagt Brunsch. Er will natürlich die Revanche. Er tippt auf einen 2:1-Sieg. In den beiden vergangenen Saisons ist es immer so gelaufen: Harsefeld gewann das Hinspiel (3:2 und 5:0) und A/O revanchierte sich im Rückspiel (3:2 und 5:2).