2026-05-06T12:44:31.715Z

Spielbericht

„Mannschaft der Stunde“ oder doch Absteiger?

In einem richtungsweisenden Duell empfängt der SV Blau-Weiß Büßleben am Sonntagmittag den FSV 1996 Preußen Bad Langensalza.

von André Hofmann · Gestern, 07:30 Uhr · 0 Leser
– Foto: Björn Roddeck, Thomas Gor

Während die Gastgeber weiter um den Klassenerhalt kämpfen, können die Gäste aus der Kurstadt mit deutlich mehr Ruhe in die Schlussphase der Saison gehen. Dennoch ist die Ausgangslage auf beiden Seiten von klaren Zielen geprägt.

Büßleben glaubt weiter an den Klassenerhalt

Vor allem in Büßleben ist der Glaube an den Ligaverbleib in den vergangenen Wochen spürbar gewachsen. Unter Trainer Ronny Löwentraut hat sich die Mannschaft nach einem starken April vom Tabellenende bis auf Rang 14 vorgearbeitet. Ein Platz, der möglicherweise zum Klassenverbleib reichen könnte – auch wenn die Konstellation durch mögliche Aufstiegsverzichte und die unübersichtliche Abstiegsregelung weiterhin schwer einzuschätzen ist.

Löwentraut will sich davon allerdings nicht beeinflussen lassen. „Unabhängig von dem ganzen Durcheinander ist für uns weiterhin maßgeblich, dass wir zum rettenden Ufer fünf Punkte Rückstand haben. Wir verlassen uns auf keinen Fall auf andere Teams, sondern schauen auf uns und was wir selber beeinflussen können“, sagt der Coach. „Wir gucken weiterhin von Spiel zu Spiel und wollen es sportlich schaffen, in der höchsten Liga Thüringens zu bleiben.“ Tatsächlich sprechen die Zahlen seit der Winterpause für die Gastgeber. 14 Punkte holte Büßleben im Kalenderjahr 2026 bereits und rangiert damit in der Rückrundentabelle im gesicherten Mittelfeld – noch vor den Preußen. Entsprechend groß ist das Selbstvertrauen vor dem Heimspiel.

In dieser Woche setzte der Verein zudem ein wichtiges Zeichen für die Zukunft und verlängerte ligaunabhängig mit Löwentraut. Für den Trainer eine Entscheidung ohne Zögern: „Nach meiner dreijährigen Pause habe ich es von der ersten Trainingseinheit nicht bereut, in Büßleben zugesagt zu haben. Die komplette Mannschaft macht Spaß, der Zusammenhalt ist extrem gut und jeder Spieler zieht in den intensiven Trainingseinheiten super mit.“ Auch das Umfeld lobt der Coach ausdrücklich: „Im gesamten Verein herrscht eine Aufbruchstimmung und eine gewisse Euphorie.“ Besonders wichtig sei dabei, dass der Kader unabhängig von der Liga zusammenbleibt. „Das sagt sehr viel aus“, betont Löwentraut, der den eingeschlagenen Weg in Büßleben weiter begleiten möchte.

Preußen will Entwicklung bestätigen

Auch aus Bad Langensalza wird die Situation klar bewertet. Preußen-Trainer Thomas Wirth rechnet weiterhin mit vier Absteigern aus der Thüringenliga. „Heiligenstadt wird absteigen, SCHOTT geht nicht hoch – das ist bestätigt und klar. Dazu müssen aus den drei Landesklasse-Staffeln Mannschaften aufsteigen“, erklärt Wirth. Nach seiner Rechnung würde Büßleben aktuell weiterhin zu den Abstiegsplätzen gehören. Gleichzeitig warnt er eindringlich vor dem kommenden Gegner: „Wir haben neun Punkte Vorsprung und sie sind trotzdem nach dem Trainerwechsel die Mannschaft der Stunde.“

Dass die Aufgabe in Büßleben alles andere als einfach wird, weiß der Preußen-Coach genau. „Büßleben ist unheimlich heimstark. Ich war beim Spiel gegen Neustadt/Orla, das sie auch gewonnen haben. Auf ihrem Platz und bei ihren Bedingungen leben sie von ihrer Heimstärke. Das wird unheimlich schwer werden dort zu bestehen.“

Trotz der vergleichsweise komfortablen Ausgangslage wollen die Kurstädter die Saison keineswegs austrudeln lassen. Mit aktuell 31 Punkten hat Bad Langensalza bereits die Ausbeute der Vorsaison erreicht. Nun soll die Entwicklung der Mannschaft weiter sichtbar werden. „Es sind noch fünf Spiele und damit 15 Punkte zu vergeben“, sagt Wirth. „Wenn wir realistisch sind, würde ich mich freuen, wenn wir am Ende 38, 39 oder 40 Punkte haben. Dann hätten wir die Saison mit einer Weiterentwicklung im Vergleich zur letzten Saison abgeschlossen.“

Auch Löwentraut erwartet ein intensives Duell und zollt den Gästen großen Respekt. „Ich pflege selber einen guten Austausch mit Preußens Chef Benno Harbauer und finde, dass sie zurecht seit Jahren im Unstrut-Hainich-Kreis die Nummer eins sind.“ Gleichzeitig hofft Büßleben auf Revanche für die knappe 1:2-Niederlage im Hinspiel. „Wir kennen die Stärken, aber auch die Schwächen der Kurstädter und versuchen am Sonntag das Maximum zu erreichen.“

Wenn am Sonntag um 13 Uhr angepfiffen wird, treffen damit zwei Mannschaften aufeinander, die trotz unterschiedlicher Tabellenlagen mit klarer Motivation in die Partie gehen: Büßleben kämpft um wichtige Punkte im Abstiegskampf, Bad Langensalza um einen starken Saisonabschluss – beste Voraussetzungen also für ein spannendes Thüringenliga-Duell.