2026-02-06T13:16:52.650Z

Allgemeines

„Man muss versuchen, den Strohhalm zu packen“: ASV Habach hofft auf erneutes Wunder

Habach tief im Abstiegskampf

von Andreas Mayr · 23.12.2024, 08:53 Uhr · 0 Leser
Markus Vogt, Trainer des Fußball-Bezirksligisten ASV Habach, in der Saison 2023/24.
Markus Vogt, Trainer des Fußball-Bezirksligisten ASV Habach, in der Saison 2023/24. – Foto: ANDREAS MAYR

Der ASV Habach kämpft mit Teamgeist und Hoffnung um den Klassenerhalt in der Bezirksliga. Trotz Rückschlägen bleibt der Glaube stark.

Auf dem Wunschzettel des ASV Habach für Heiligabend steht nur ein Wort: Klassenerhalt. „Wenn’s funktioniert, wäre es super. Wenn nicht, geht die Welt auch nicht unter“, sagt Markus Vogt, seit vier Wochen nun auch offiziell Abteilungsleiter der Bezirksliga-Fußballer. Sie werden das Feld so oder so als Vereinslegenden verlassen. Lange als die Unaufsteigbaren verschrien, feierten sie innerhalb eines Jahres Aufstieg und Klassenerhalt in der dramatischsten aller Formen. „Das war das große Ziel“, sagt Markus Vogt. Genau deshalb bricht in Habach nie die große Panik aus. Klar würden sie gern bleiben. Aber sie wissen schon, wo sie herkommen.

Mehr als an anderen Standorten hängen die Erfolge an den Füßen Weniger. „Wir haben nicht so einen breiten Kader“, sagt Markus Vogt. Ausfälle von Spielern wie den drei Maximilians Panholzer, Feigl und Kalus, Florian Kögl, Philipp Puchner sowie Abgänge von Torjäger Maximilian Nebl und Torwart Tobias Fröhlich lassen sich zwar in einem Spiel mal mit Kampfgeist kaschieren, nicht aber über eine gesamte Runde hinweg parieren. Zu was ein komplettes Team im Stande ist, sah jeder in der legendären Relegation gegen Sulzemoos. Aller Voraussicht nach wird die Saison wieder dort enden, im Tollhaus Relegation, das dem ASV bestens bekannt ist.

Kraft tanken im Trainingslager

Gedanklich mag sich mancher Fan bereits darauf einstimmen, aber in Habach haben sie schon einmal ein Wunder vollbracht und einen großen Rückstand aufgeholt. Neun Zähler beträgt der Rückstand auf Platz elf, bei 13 ausstehenden Partien. „Man muss versuchen, den Strohhalm zu packen“, sagt der Abteilungsleiter. Es ist das Prinzip Hoffnung, das Habach so stark macht. Alle wissen bereits, wo und wie man es entfacht. Im Frühjahr geht es wieder nach Südtirol ins Trainingslager, diesmal in ein Hotel, wo sie vor zehn Jahren unter Martin Wagner schon einmal waren. „Maxi Feigl sagt immer zu mir: Das ist der schönste Urlaub. Das schweißt brutal zusammen.“ Sie werden wieder versuchen, den Geist von Latsch zu beschwören, beim Fußball, beim Watten, beim Kegeln. „Das wird ein Super-Trainingslager“, ist Markus Vogt überzeugt.

Zu den Erkenntnissen der Vorrunde gehört auch, dass es mit dem neuen Trainer Michael Stoßberger nicht geklappt hat. Dabei ging es weniger ums Sportliche, mehr um Faktoren im Hintergrund. „Der Schritt wäre im Winter sowieso gekommen“, sagt Vogt und will mit einer Mär aufräumen. Man sagt den Habachern von außen gerne nach, dass sie nur mit den eigenen Leuten können. „So kompliziert sind wir nicht. Man muss sich da nicht eingliedern“, betont der Spartenchef. Er verweist etwa auf Namen wie Jungmann, Hartmann oder Merkert, die viele Erfolge mit dem ASV gefeiert haben. Auch Korbinian Gerg, der bis zum Saisonende Coach bleibt, stamme nicht aus dem Dorf. „Und es funktioniert super.“

Uli Feigl war 16 Jahre Abteilungsleiter

Den frühen Winter haben sie in Habach auch genutzt, um Markus Vogt zu inthronisieren. Nach 16 Jahren hintereinander übergab Uli Feigl kürzlich sein Amt. Wobei das nur eine Formalie blieb, weil die beiden eh schon seit Ewigkeiten zusammenarbeiten und auch künftig miteinander den Habacher Fußball und seine Zukunft gestalten. Auf die wichtigste Entwicklung haben sie eh keinen Einfluss. Die Körper der Versehrten müssen von alleine heilen. Beim ASV rechnen sie damit, dass alle bis zur Rückrunde wieder gesund werden. „Das sind einige, in Anführungszeichen, Neuzugänge, die die Qualität verbessern“, sagt Vogt. Wunder gibt es immer wieder. Warum nicht also nochmals eines im Dorf, das den Fußball so liebt wie kaum ein anderes?