
Die Ausgangslage erscheint auf dem ersten Blick klar: Wenn die Weiße Elf Nordhorn auf Union Lohne trifft, empfängt der Tabellenfünfte den souveränen Spitzenreiter. Doch nicht nur die Tabellenkonstellation macht die Partie für die Gastgeber zu einer besonderen Herausforderung – auch personell steht die Elf von Trainer Frank Westerink vor großen Problemen.
Nordhorn rangiert mit 35 Punkten im oberen Tabellendrittel und spielt bislang eine stabile Saison. Union Lohne thront mit 45 Zählern an der Spitze und ist seit neun Spielen ungeschlagen. Die Favoritenrolle ist damit klar verteilt.
Bei der Weißen Elf hat sich die ohnehin angespannte Personallage weiter verschärft. „Die Verletzungssorgen sind noch größer geworden“, erklärt Westerink. Mit Leon Del, der ebenfalls an einer Oberschenkelzerrung laboriert und „sehr wahrscheinlich auch gegen Lohne“ ausfällt, fehlt neben Johannes Krieger und Raphael Lammers bereits die dritte wichtige Stütze.
Gerade bei Lammers steht eine endgültige Diagnose noch aus. „Raphael Lammers hat am Mittwoch noch einen MRT-Termin und den müssen wir dann auch noch abwarten, was sein Sprunggelenk angeht.“ Die personellen Fragezeichen erschweren die Vorbereitung erheblich. „Und somit werden wir mit einer Schrumpfmannschaft gegen den Tabellenführer antreten“, so Westerink weiter.
Trotz der klaren Rollenverteilung erinnert der Coach an ein früheres Duell: „Ja, ich meine, wir haben sie ja schon mal nach einer großen Serie als erste Mannschaft geschlagen.“ Ein Hoffnungsschimmer, wenn auch mit realistischer Einordnung. „Vielleicht gelingt uns das ja wieder, das wäre aber dann mehr ein Wunder.“
Angesichts der angespannten Personalsituation scheint die Marschroute klar: „Weil wir aufgrund der Personalnot eigentlich schon dazu gezwungen sind, Beton anzurühren und defensiv gut zu stehen, um dann vielleicht mit dem einen oder anderen Konter dann zum Erfolg zu kommen.“ Westerink erwartet „ein hartes Stück Arbeit“ – verbunden mit der Hoffnung, „dass noch ein Wunder geschieht, dass der eine oder andere Verletzte noch wieder zurückkommt.“
Die Voraussetzungen sind schwierig, die Aufgabe gewaltig. Doch im Fußball, das weiß man auch in Nordhorn, haben Serien ein Ende – manchmal früher als erwartet.