Maloku muss improvisieren – Bleiben Gebenbach und Jahn II im Aufwind?
Bayernliga Nord, 15. Spieltag: Fortuna Regensburg sehnt sich nach einem Dreier +++ Rühl-Crew bei Absteiger Eintracht Bamberg gefordert +++ Weiden empfängt Kornburg
Die einen wollen ihre schwache Auswärtsbilanz aufpolieren, die anderen in der Erfolgsspur bleiben. Klare Ziele verfolgen alle Oberpfälzer Vertreter am bevorstehenden 15. Spieltag in der Bayernliga Nord. Schon am Freitagabend müssen die SpVgg SV Weiden und Fortuna Regensburg ran. Tags darauf gehen die DJK Gebenbach und der ASV Cham auf Reisen, wohingegen der SSV Jahn II erneut Heimrecht genießt. Die Vorberichte.
Fr., 17.10.2025, 19:00 Uhr
Keine Gedanken mehr will die SpVgg SV Weiden (12., 16) an den vergangenen Spieltag verschwenden. In Eltersdorf hatte die Mannschaft von Michael Riester nichts zu melden, erwischte einen gebrauchten Tag. Die 0:4-Pleite ging auch in der Höhe in Ordnung. „Uns wurden von Eltersdorf gnadenlos die Grenzen aufgezeigt“, sagte Weidens Cheftrainer. „Wir haben das Spiel relativ schnell abgehakt.“ Die nun folgenden Aufgaben betitelt Riester als „Wochen der Wahrheit“, gegen Mannschaften mit der gleichen Kragenweite. „Das werden Spiele auf Augen- und Tabellenhöhe.“
Startschuss dafür ist das Heimspiel gegen den TSV Kornburg (10., 18) am Freitagabend. Beinahe alle Matches mit Beteiligung der Nürnberger fanden in der bisherigen Saison einen sehr engen Ausgang. Natürlich will Weiden das Spiel vor heimischer Kulisse auf seine Seite ziehen. „Wir werden unser intensiv physisches Spiel weiter betreiben – und dabei wieder Mut finden nach vorne zu spielen, um mehr Torchancen zu kreieren. Denn das war das größte Manko in den letzten Spielen“, fordert Riester mehr Durchschlagskraft in der Offensive. Den Gegner bewertet der SpVgg-Coach als „eine mit vielen Einzelspielern gespickte Truppe mit enormer Regional- und Bayernliga-Erfahrung“. Alexander Kautz hat sich in die Winterpause verabschiedet, dafür macht Adrian Hoti nach seiner Knie-OP weiter Fortschritte.
Fr., 17.10.2025, 19:00 Uhr
„Wir wollen unseren Stiefel durchziehen und uns endlich mal wieder belohnen“: Trainer Arber Morina steckt klare Ziele mit Blick auf Freitag. Da führt die Reise für Morinas SV Fortuna Regensburg (11., 18) zum ähnlich postierten TSV Neudrossenfeld (8., 20). Nachdem sich Fortuna in Coburg nach der Pause derart den Schneid abkaufen ließ und eine 2:0-Führung leichtfertig verspielte, steht die Mannschaft mehr denn je in der Pflicht. „Auch durch Rückschläge und Fehler wollen wir uns nicht mehr aus der Bahn werden lassen. Das haben wir uns fest vorgenommen. Rückschläge wird es in den Spielen immer geben“, so Morina. Das Abschlusstraining fand auf Kunstrasen statt, „damit wir uns an die Bedingungen in Neudrossenfeld gewöhnen“. Die Bayreuther Vorstädter tragen ihre Heimspiele bekanntlich auf Kunstgrün aus.
Seit fünf Spielen (0/2/3) warten die Regensburger auf ein Erfolgserlebnis. Mau ist auch die bisherige Bilanz bei Auswärtsspielen (1/0/5). „Wir sehnen uns nach drei Punkten“, sagt Morina, „und hoffen, uns endlich mal mit drei Punkten zu belohnen. Das ist das Ziel für Freitag – und da ist es relativ egal, ob der Sieg verdient oder unverdient ist.“ Neudrossenfeld ging letzte Woche mit 0:4 beim SSV Jahn II baden. „Durch diesen Warnschuss wird es für uns nicht einfacher werden. Wir werden in Neudrossenfeld durchs Feuer gehen müssen.“ Keine Rolle mehr spielt der 9:2-Kantersieg gegen den TSV im Mai diesen Jahres. Zu dem Zeitpunkt ging es für beide Teams um nichts mehr. Dieses Mal geht es um umso mehr. Hält der Negativtrend an, könnte der SV Fortuna endgültig in den Abstiegskampf gesogen werden. „Der Blick auf die Tabelle macht zurzeit keinen Spaß. Wir schauen aber nur auf uns. Ich will die Mannschaft bestmöglich auf den nächsten Gegner einstellen und ermöglichen, dass wir wieder Grund zum Lachen haben“, betont Morina, der weiterhin auf Hoffmann, Schmitt, Horn, Baldauf und Sautner verzichten muss. Zurück im Kader ist dagegen Jason Sarajlic, der in Coburg privat verhindert war.
Jason Sarajlic ist zurück im Fortuna-Kader. – Foto: Florian Würthele
Sa., 18.10.2025, 14:00 Uhr
Beim ASV Cham (7., 20) bleibt die Personalsituation angespannt. Neu auf der Ausfallliste steht Simon Haimerl. Der Defensivmann musste im Heimspiel gegen Bamberg (0:0) nach einem Zusammenstoß mit Eintracht-Keeper Benedikt Willert mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Kapitän Niko Becker ist nach wieder aufgebrochener Zerrung noch keine Option. Fürs Auswärtsmatch beim Liganeuling SC Großschwarzenlohe (16., 10) drohen zudem Tim Geiger und Michael Lamecker auszufallen. Beide hatten sich im Training verletzt – Geiger musste die Einheit wegen Adduktoren-Problemen abbrechen, Michael Lamecker beendete die Übung in der Röntgen-Abteilung (Hand/Finger). Erfreulich hingegen: Jakub Hrudka feierte gegen Bamberg in der Schlussphase sein Saisondebüt. Die erneute lange Leidenszeit des Tschechen fand damit ein Ende.
Unterdessen misst ASV-Übungsleiter Faruk Maloku den kommenden Gegner nicht am Tabellenstand: „Großschwarzenlohe ist eine physisch starke Truppe, die gegen den Ball gut organisiert ist. Sie kommen übers schnelle Kontern vors Tor“, weiß Maloku. Überdies hat das Team vom Trainerduo Flo Bauer / Fabian Schäll die letzten zwei Spiele gegen Erlangen und Würzburg jeweils 2:1 gewinnen können. „Mit ihren zwei Siegen in Folge werden sie voller Selbstvertrauen agieren.“ Trotz allem will Cham seine schlechte Auswärtsbilanz (1/2/4) etwas aufpolieren. Maloku dazu: „An unserer Auswärtsperformance gilt es weiter zu arbeiten und zu verbessern.“
Sa., 18.10.2025, 14:00 Uhr
Besser hätte das Heimdebüt von Dominic Rühl als Cheftrainer der DJK Gebenbach (13., 15) nicht laufen können. Rühl sah letzten Freitag einen dominanten, mutigen und disziplinierten Auftritt seiner Mannschaft. Das war durchaus die beste Saisonleistung bis dato. Dementsprechend war der 2:0-Heimerfolg gegen Spitzenreiter ASV Neumarkt auch hochverdient. Jeder Spieler habe sich an den Plan gehalten, freute sich Rühl, dessen Mannschaft klar im Aufwind ist und seit sechs Spielen nicht mehr verloren hat (3/3/0). Infolgedessen reist die DJK am Samstag mit breiter Brust zum FC Eintracht Bamberg (6., 20) ins traditionsreiche Fuchs-Park-Stadion.
„Natürlich wollen wir den Schwung aus dem Sieg gegen den Tabellenführer mitnehmen“, meint Gebenbachs neuer Trainer. Ausruhen dürfe man sich am bisher Gezeigten aber nicht: „Zwar hat der Sieg Selbstvertrauen gegeben, trotzdem wissen wir, dass wir definitiv nochmal eine Leistungssteigerung in allem brauchen. Bamberg hat als Regionalliga-Absteiger nochmal eine andere Idee und eine andere Spielweise, sie werden uns anders fordern“, unterstreicht Rühl. Nichtsdestotrotz soll die Ungeschlagen-Serie weiter ausgebaut werden. „Wir wollen Bamberg einen harten Fight liefern, um etwas Zählbares mit nach Hause nehmen zu können.“ Personell haben die Oberpfälzer keine Sorgen. Im Normalfall kann das Trainerteam erneut aus dem Vollen schöpfen.
Sa., 18.10.2025, 16:00 Uhr
Auf dem aufsteigenden Ast befindet sich auch die U21-Vertretung des SSV Jahn (15., 12). Durch die Heimsiege gegen Stadeln (2:1) und Neudrossenfeld (4:0) konnten sich die Youngster etwas ranrobben ans hintere Tabellenmittelfeld. Regensburgs Chefanweiser Christoph Jank berichtet, dass sein Team in den Spielen und in den Trainingseinheiten Fortschritte mache, dass man sich auch im Defensivverhalten steigere. Das dritte Heimspiel in Folge führt die SpVgg Bayern Hof (9., 19) an den Kaulbachweg. „Mir ist wichtig, dass wir gegen Bayern Hof unseren positiven Trend fortsetzen“, betont Jank.
Natürlich sieht der österreichische Dauer-Trainer des ältesten Jahnschmiede-Teams schon auch noch Luft nach oben: „Unser Ziel ist es, die Intensität im Spiel weiter zu erhöhen und unser Positionsspiel weiter zu verbessern.“ Der Wochenend-Gegner fuhr zuletzt eher durchwachsene Ergebnisse ein, was die Aufgabe aber nicht einfacher machen dürfte. Zumal es beim Jahn Personalprobleme gibt. Wegen einer Muskelverletzung muss Torjäger Fabian Ziegler erneut aussetzen. Tormann Maurice Merkl und Verteidiger Hong Lac Loung Thanh sind wegen Fußgelenksverletzungen erstmal raus. Dafür steht Offensivmann Lenny Schön nach abgesessener Rotsperre wieder zur Verfügung. Und: Bei Titus Knoche zeichnet sich nach fast einjähriger Ausfallzeit das Comeback ab – womöglich sogar schon am Samstag.