2026-02-20T12:29:42.904Z

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Magerquark statt Millionenschnitzel: Dramatisches Remis im Derby

In der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg trennen sich der 1. Göppinger SV und der 1. FC Normannia Gmünd mit 1:1.

von Udo Weber · Heute, 08:45 Uhr · 0 Leser
– Foto: Thomas Nast

Showdown an der Göppinger Hohenstaufenstraße: Am 21. Spieltag in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg gastierte der bis dato Tabellen-14. 1. FC Normannia Gmünd (21 Punkte/ Bilanz: 5-6-9) beim Neuntplatzierten 1. Göppinger Sportverein (25/7-4-9), zum mit Spannung erwarteten und prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell. Das Hinspiel im Schwerzer hatten die GSV-Kicker vergangenen August noch mit 2:0 zu ihren Gunsten entschieden. Nun hatten die Weiß-Roten das Momentum auf ihrer Seite und retteten dank eines Last-Second-Treffers von FC-Tornado Alexander Aschauer in der vierten Minute der Nachspielzeit einen verdienten Punkt. Unter dem Strich stand ein leistungsgerechtes 1:1-Remis zu Buche, das sich die Gäste aus dem Remstal dank einer beherzten Schlussoffensive redlich verdient hatten.

Mit der bereits fünften Punkteteilung auf fremdem Platz und dem siebten Remis insgesamt hievten sich die Gäste auf Rang 13 des Klassements.

Die Hausherren hingegen büßten nach ihrem fünften Unentschieden der Saison erneut wertvolle Zähler im Kampf um das obere Tabellendrittel ein und belegen nun Rang acht des Tableaus.

Vom Anpfiff weg pflügten die Protagonisten über das tiefe Geläuf an der Hohenstaufenstraße wie ein Schneepflug über den Arlbergpass und kämpften verbissen um den dicksten Erpel der Saison. Nach 90 Minuten kräftezehrender und schweißtreibender Feldarbeit stand ein leistungsgerechtes 1:1 zu Buche- und die Erkenntnis der rund 1000 Zuschauer, dass proteinreicher Magerquark in der Crunchtime die Geschmacksknospen genauso zum Explodieren bringen kann wie ein Millionenschnitzel nach Art des Hauses Krettek und Kuballa.

Mit reichlich Saharastaub im Angriffsmotor, aber mit dem Biss eines Nussknackers am Nikolausabend im Zweikampfverhalten rieben sich die Kontrahenten in der Anfangsphase des Derbykrachers auf und führten einen regelrechten Abnutzungskampf. Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe die Partie Fahrt aufnahm: Da hatte Göppingens Denis Lübke das

Überbrückungskabel ausgepackt, aber seine Starthilfe aus 14 Metern und halbrechter Position funzte wie ein Gelber Engel am langen Pfosten vorbei. Mit einer scharfen Hereingabe von links in den Sechzehner der Rot-Schwarzen bediente nur vier Zeigerumdrehungen später FCN-Kicker Nils Staiger seinen am kurzen Pfosten positionierten Teamkameraden Calvin Körner, der die Kugel jedoch mit einem Kopfball aus fünf Metern über das Gehäuse jagte (26.).

Mit einer perfekt getimten Flanke vom rechts in den Strafraum der Weiß-Roten bediente GSV-Kicker Adrian Freiwald seien am zweiten Pfosten lauernden und sträflich ungedeckten Mannschaftskollegen Marcel Schmidts. Der ließ es aus zehn Metern und halblinker Position jucken, aber sein Schuss aus zehn Metern und halblinker Position segelte am rechten Knick vorbei wie eine Möwe am Leuchtturm von Norderney (41.).

Nur fünf Wimpernschläge nach Wiederbeginn hatte der bereits mit Gelb vorbelastete GSV-Kicker Lübke seinen Kontrahenten Tim Grupp im Niemandsland des Mittelfeldes zu Fall gebracht. Folgerichtig zeigte der souverän leitende Referee Marvin Monninger dem 33-Jährigen wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte (Gelb-Rot/46.) und schickte ihn damit vorzeitig zum Duschen.

In der 52. Minute hatte FCN-Kicker Körner seinen Gegenspieler und Göppingens Capitano Filip Milisic im Strafraum der Gäste zu Fall gebracht. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte der Gefoulte selbst, indem er die Murmel unhaltbar für Gäste-Keeper Yannick Ellermann ins rechte untere Eck hämmerte und damit den Regionalliga-Absteiger mit 1:0 (52.) in Front brachte.
In der 72. Minute hatte GSV-Kicker Freiwald den zweiten Treffer des Tages auf dem Schlappen, aber sein Geschoss aus 18 Metern und zentraler Position zischte wie ein eisgekühltes Selters über den Querbalken. Nur 120 Sekunden später packte Göppingens Antonio Babic sein Zauberfüßchen aus, aber sein mit viel Effet getretener Distanz-Schuss von der linken Strafraumkante aus polierte nur den langen Außenpfosten (74.).

Mit einer perfekt temperierten Flanke von links in die Box der Rot-Schwarzen bediente nur drei Zeigerumdrehungen später FCN-Kicker Miladin Filipovic seinen im Zentrum positionierten und zu luftig verteidigten Mitspieler Aschauer, der das Leder jedoch mit einem wuchtigen Kopfball aus sechs Metern am Tor vorbeisetzte (77.).

In der Folgezeit setzte der Württembergische Meister von 1966 alles auf eine Karte und wurde in der Crunchtime belohnt: Mit einer präzisen und scharf getretenen Hereingabe von links in den Sechzehner der Rot-Schwarzen bediente in der vierten Minute der Nachspielzeit FCN-Kicker Niklas Hofmeister seinen im Zentrum positionierten Mannschaftskameraden und Gmünds Tornado Aschauer, der die Kugel mit einem Kopfball aus sechs Metern in die Maschen stemmte und damit den 1:1-Endstand (90.+4) markierte.