
Der Ärger rund um 1860-Investor Hasan Ismaik dauert unaufhörlich an. Versucht der Jordanier jetzt auch noch, die Löwen-Anhänger zu provozieren?
München – Für die Fans von 1860 München war es eine Erleichterung nach 14 Jahren Chaos, als Investor Hasan Ismaik Anfang Juli bekanntgab, seine Klubanteile an eine Schweizer Familienholding zu verkaufen. Damit schien es so, als würde das Engagement des Jordaniers, der seit 2011 rund 80 Millionen Euro in den TSV investiert hatte, ein Ende finden.
Am Freitagnachmittag (18. Juli) dann die Rolle rückwärts: Der Jordanier bleibt doch im Verein und behält seine Anteile. „Ich habe immer betont, dass ich meine Anteile nur in verlässliche und verantwortungsvolle Hände geben werde. Nachdem ich mich intensiv mit der aktuellen Situation beschäftigt habe, musste ich feststellen: Ein Rückzug meinerseits würde dem TSV 1860 nicht helfen – im Gegenteil. Aus diesem Grund habe ich entschieden, den angestoßenen Verkaufsprozess sofort zu stoppen“, begründete der 47-Jährige auf seiner Facebook-Seite den Schritt.
„Was mir dabei besonders wichtig ist: Robert Reisinger und Karl-Christian Bay haben euch getäuscht. Ihr Ziel war es, sich mit meinem vermeintlichen Abgang einen sauberen Abschluss zu verschaffen – um sich selbst als Retter zu inszenieren. Das hat mit ehrlicher Vereinsführung nichts zu tun“, so Ismaiks Theorie.
Damit war natürlich auch klar, dass der Deal mit den vermeintlich neuen Anteilseignern geplatzt war. Und Ismaik legte wenig später auf Instagram nach: In einer Story postete er eine KI-Montage von sich selbst – in einer traditionellen Tracht vor einer Alpen-Kulisse, die an die Schweiz erinnert. Neben ihm liegt noch ein Alphorn – ebenfalls ein Markenzeichen der Schweizer.
Die klare Botschaft: Der Jordanier macht sich damit offenbar über den gescheiterten Investoren-Deal mit der Schweizer Familienholding lustig – sehr zum Unmut der Löwen-Fans. „Ganz ehrlich, ich hatte nie was gegen Ismaik, aber was hier und jetzt abging, macht mich Mut und sprachlos... Ismaik ist an die Presse gegangen und hat zuerst vom Verkauf gesprochen und nicht das Präsidium, jetzt sind wieder alle anderen Schuld! Das ist doch geisteskrank, unseriös und wie ein Kleinkind mit Kohle. Damit hat Ismaik die letzten Anhänger vergrault“, schreibt einer unter dem Ismaik-Statement auf Facebook.
„Dieser Alptraum nimmt anscheinend kein Ende!“, ergänzt ein anderer. Bereits seit vielen Jahren ist der Investor bekanntlich bei einem Großteil der Löwen-Fans verhasst. Kurzzeitig sah es nun so aus, als würden sich die Wege zwischen 1860 und Ismaik trennen – doch diesen Traum müssen die Anhänger nun zunächst einmal begraben. (ysl)