
Vieles deutete bereits auf einen sicheren Sieg des SV Lüxem gegen die SG Wiesbaum hin: Nach Treffern, die Benjamin Sorge und Mohammad Aswad jeweils nach Freistoßvorlagen von Timo Eifel (36.) und Tilmann Meeth (45.+1) erzielt hatten, führten die Gastgeber Mitte des zweiten Durchgangs sicher mit 2:0. Nach Chancen von Tilmann Meeth, der an SG-Torwart Justus Köhler gescheitert war (47.), und einem Schuss aus der zweiten Reihe von Timo Eifel (67.), sah es eher nach dem dritten Treffer der Elf vom Grünewald als nach dem Anschlusstor für die Vereinigten aus Wiesbaum, Berndorf, Hillesheim und Walsdorf aus. Doch Mittelfeldspieler Maximilian Schneider hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben. „Kommt, Jungs! Dran glauben – wir machen jetzt eins!“ peitschte er seine Teamkollegen nach vorne.
Seine Worte fanden schnell Wirkung. Erst rettete Lüxems Schlussmann Joshua Stewart bärenstark gegen Lukas Duvivier und machte kurz danach das Eck gegen Tobias Müller rechtzeitig zu (71.). Kurz danach durfte der Aufsteiger aus der Vulkaneifel aber jubeln: Nach einer gut getretenen Ecke von Duvivier war der aufgerückte Simon Bleser zur Stelle und wuchtete den Ball zum 2:1 ins Netz (72.).
Auf einmal machten sich auch die mitgereisten SG-Anhänger bemerkbar. Das Spiel, welches die Lüxemer dank ihrer konzentrierten und effektiven Spielweise bis dahin im Griff hatten, drohte zu kippen. Zumindest wenige Minuten schien es so. Doch die Mannschaft der beiden Spielertrainer Nico Hubo und Patrick Schmidt legte schnell wieder an Tempo und Durchschlagskraft zu. Meeth, der sich selbst keinen guten Auftritt bescheinigte, in Wirklichkeit aber einer der Aktivposten seines Teams war, versuchte es aus halblinks, und Wiesbaums David Bungartz rettete unweit der Torlinie (75.). Der eingewechselte Leon Backes fand zunächst noch seinen Meister im aufmerksamen Justus Köhler, der vereinbarungsgemäß für Pascal Trierscheid zwischen die Pfosten gerückt war (80.) und wäre ums Haar auch drei Minuten am SG-Keeper gescheitert. An einem von Bleser an Nils Schermann verwirkten Foulelfmeter war Köhler noch dran, konnte aber unterm Strich das dritte Gegentor nicht mehr verhindern (83.).
„Kurz hatte ich das Gefühl, dass wir hier mit der zweiten Luft noch was bewegen können. Der blöde Elfer hat uns dann aber endgültig den K.o. versetzt“, musste SG-Spielertrainer Marco Michels eingestehen. Weil sein Trainerkollege Alexander Volk bei seiner hochschwangeren Partnerin weilte, trug der frühere Oberligaspieler des FSV Salmrohr diesmal die alleinige Verantwortung und wurde von Torwarttrainer Mario Fiedler von der Außenlinie aus unterstützt.
Fünf Punkte hatten Michels & Co. in den vergangenen drei Spielen gesammelt, noch am Mittwoch mit 5:1 bei der SG Saartal-Irsch triumphiert. Am Ende der englischen Woche schienen aber ein paar Körner zu fehlen, Lüxem ließ die SG insgesamt souverän abblitzen. Zu ideenlos wirkte das Angriffsspiel. „Von den bisherigen zehn Spielen war das unser schlechtestes. Wir haben zwar ordentlich gekämpft, waren aber etwa auch bei den beiden ersten Gegentoren nicht konsequent“, kritisierte Michels, der vor dem Anpfiff kurzfristig auf den angeschlagenen Robin Lender und nach der Pause zudem auf den über Adduktorenbeschwerden klagenden Kapitän Leon Bauer verzichten musste.
Aus Sicht von Nico Hubo und des SV Lüxem fügte sich der über weite Strecken entschlossene Auftritt in die Vorstellungen der vergangenen Wochen ein. „Mit den letzten fünf Spielen bin ich sehr zufrieden. Dass die Jungs kicken können, wissen Patrick (Schmidt, d. Red.) und ich. Hinzu kommt aktuell die tadellose Einstellung.“ Aufmunternde Worte hatte er für die unterlegenen Wiesbaumer parat: „Ich fand sie sehr gut. Sie holen noch ihre Punkte. Da bin ich mir sicher.“
Auf Joshua Stewart wollen sie in Lüxem übrigens auch nach der Winterpause als Nummer eins setzen. Während sich der 27-Jährige gerne eine Klasse höher beim FC Bitburg beweisen würde und dessen langjähriger Geschäftsführer und momentaner Co-Trainer Andreas Neuerburg auch schon angeklopft hat, stellt Lüxems Vorstandsmitglied Harald Wehlen klar: „Stand jetzt können wir Joshua keine Freigabe erteilen – auch, weil unsere aktuelle Nummer zwei Sebastian Schmitt noch im Aufbautraining ist. Für eine junge Mannschaft, wie wir sie haben, ist ein solch guter Torwart wie Joshua sehr wichtig.“
SV Grünewald Lüxem – SG Wiesbaum 3:1 (2:0)
Lüxem: Joshua Stewart - Gaith Aswad (90. Nicolas Hubo), Karim Aswad, Florian Schmitt (68. Janos Justen), Finn Bauer, Fynn Streit, Benjamin Sorge (73. Nils Schermann), Timo Eifel, Max Mertes (88. Lukas Follmann), Luca Marx, Tilmann Meeth (79. Leon Backes).
Wiesbaum: Justus Köhler - Christian Eich, Maximilian Schneider (79. Daniel Gurin), Tobias Müller, David Bungartz, Timon Mathar (46. Lutz Bauer), Simon Bleser, Leon Bauer (46. Jannik Hennes), Marco Hattenrath, Lukas Duvivier, Marco Michels (86. Leon Finken).
Schiedsrichter: Christoph Selbach-Schneider (Trier) - Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Benjamin Sorge (36.), 2:0 Gaith Aswad (45.+1), 2:1 Simon Bleser (72.), 3:1 Leon Backes (83., Foulelfmeter)