Fünffachtorschütze Louis Engel
Fünffachtorschütze Louis Engel – Foto: Verein

Louis Engel schenkt der SG Nahe fünfmal ein

Engel erzielt alle Uchtelfanger Treffer beim 5:3-Sieg gegen die SG Nahe

Die SG Nahe kommt einfach nicht in Tritt. Nach der deftigen Heimniederlage gegen Tabellenführer SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf vor Wochenfrist verlor die Mannschaft von Trainer Frank Backes auch beim FC Uchtelfangen. Die beiden Spitzenspiele SG Scheuern gegen St. Wendel sowie die SG NoWo gegen Habach endeten jeweils mit einem Unentschieden, genau wie das Kellerduell zwischen dem SC Alsweiler und dem SV Humes.

FC Uchtelfangen - SG Nahe 5:3 (3:1). Was für ein Spektakel! In der Anfangsviertelstunde tasteten sich beide noch ab, Torchancen ergaben sich kaum welche, aber dann ging's los. Der FCU ließ die Gäste etwas kommen und schaltete nach Ballgewinn blitzschnell um, wogegen kein Kraut gewachsen war. Nach tollen Pässen in die Tiefe und schnellen Kontern über außen stand in der Mitte zweimal (15./17.) Louis Engel goldrichtig und schon führte die Mannschaft von Trainer Sascha Heintz früh mit 2:0. Auch danach änderte sich am Spielgeschehen und am Torschützen nichts, der FCU setzte sein perfektes Umschaltspiel fort und erneut traf Engel nach Vorarbeit von Janis Pätzold ins Schwarze (33.). Und die Gäste? Die erzielten nach einem ruhenden Ball durch Elias Dewes den Anschlusstreffer. Dewes verwandelte einen direkten Freistoß gekonnt zum 1:3 für die Gäste, die noch vor der Pause eine weitere bittere Pille schlucken mussten. Luca Klos musste wegen einer Notbremse mit Rot vom Feld. Trotz Unterzahl legten die Gäste in Hälfte zwei nach. Elias Dewes wurde zum tragischen Helden. Zunächst verwandelte er einen Handelfmeter zum 2:3, vier Minuten danach sah er wegen Nachtretens ebenfalls glatt Rot. Die Gäste agierten in der Folgezeit mit nur noch neun Spielern besser als mit dem zuvor kompletten Team. Uchtelfangen stand nur noch hinten drin, verteidigte mit Mann und Maus den knappen Vorsprung. Aber da war ja noch Louis Engel, der markierte zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit mit seinem Treffer Nummer vier das 4:2 für den FCU. Nahe-Kapitän Michael Rauber verkürzte nur zwei Minuten danach auf 3:4, verpasste sogar in der Nachspielzeit ganz knapp den Ausgleich, der folgende Gegenangriff brachte das 5:3, durch wen? Natürlich durch Louis Engel, Uchtelfangens Matchwinner.

FC Kutzhof - SG Lebach-Landsweiler II 5:2 (3:2). Kutzhof startete furios. Bereits nach einer absolvierten Minute zappelte die Kugel im Lebacher Netz. Adnan Hodzic timte eine Ecke genau auf Carmelo Ferrara und schon stand es 1:0. Aber nicht lange! Fast im Gegenzug spielte Hodzic einen Ball zurück auf seinen Torwart Manuel Ecker, aber der Pass geriet zu kurz, Lebachs Jan Mende ging dazwischen und wurde von Ecker im Strafraum gefällt. Klare Sache: Elfmeter! Mende verwandelte sicher zum Ausgleich. Und weiter ging's. Nach sieben Minuten flankt Fabio Furlano von außen passgenau in den Rückraum auf Janik Bellia, der in die lange Ecke einschiebt. Derselbe Akteur schickt beim 3:1 nur sechs Minuten später SG-Torwart Max Krames bei einem Foulelfmeter in die falsche Ecke. Nach Kutzhofer Ballverlust und anschließendem Konter, den Mende erfolgreich abschließt, steht es plötzlich nur noch 2:3 aus Sicht der Gäste, die bis zur Pause mehr vom Spiel und auch ein Chancenplus hatten. So gesehen war die Führung der Heimelf als glücklich zu bezeichnen. In der Pause wurden auf Kutzhofer Seite die Fehler aus Hälfte eins genau analysiert und das fruchtete. Kutzhof war nun klar spielbestimmend und wurde dafür auch belohnt. Zunächst köpfte Yannik Donate nach einer Bellia-Ecke an den langen Pfosten zum 4:2 ein (56.), danach bewies der eingewechselte Francesco Laino Jokerqualitäten. Kutzhofs "Lupferkönig" traf nur eine Minute nach seiner Einwechslung - wieder einmal per Lupfer, nachdem er von Bellia auf die Reise geschickt worden war.

SG Scheuern-Steinbach/Dörsdorf - FC Blau-Weiß St. Wendel 2:2 (1:1). SG-Spielertrainer Patrick Beia sprach nach der Partie von einem "etwas glücklichen Punktgewinn" für seine Mannschaft. St. Wendel machte von Beginn an Druck, hatte mehr vom Spiel und einige sehr gute Tormöglichkeiten auf seiner Seite. In dieser Phase konnten sich die Hausherren bei ihrem Torwart Tim Lauck bedanken, dass sie überhaupt noch im Spiel waren. Bei der Gästeführung durch Christian Thul (15.) gab es für Lauck im Eins-gegen-Eins allerdings nichts zu halten. Diese Führung war hochverdient, hielt aber dennoch nur bis zur 38. Minute. Da gab es direkten Freistoß von der Strafraumgrenze aus. André Dalphin legte sich die Murmel zurecht, zog ab, der Schuss ging in die Mauer, den Nachschuss versenkte Dalphin zum Ausgleich, der bis zur Pause Bestand hatte. Die Hausherren kamen nach dieser etwas besser ins Spiel, doch weiterhin hatte Blau-Weiß Oberwasser. Folgerichtig erzielte Jonas Gräßer die erneute St. Wendeler Führung, die Luca Schmitt zehn Minuten vor Schluss hätte ausbauen können, doch Lauck parierte dabei glänzend. Der direkte Gegenstoß, eingeleitet von Dalphin und abgeschlossen von Luca Schmidt, brachte den 2:2-Endstand.

SG Nohfelden-Wolfersweiler - SV Habach 1:1 (0:1). Auch das zweite Topspiel brachte keinen Sieger hervor. Ausgeglichen waren zunächst auch die Spielanteile und die Torchancen auf beiden Seiten. Jede Mannschaft hatte zu Beginn der Partie zwei hundertprozentige davon, kein Team machte was draus. Nach 20 Minuten musste das Spiel für zehn Minuten unterbrochen werden, da Schiedsrichter Dr. Volkmar Fischer einen Schwächeanfall erlitten hatte, anschließend aber die Partie dennoch sicher und souverän zu Ende leiten konnte. Dann schwärmte NoWo-Trainer Peter Krämer von einem Sonntagsschuss am Sonntagnachmittag, obwohl der dem Gegner gelang. Habachs Robbin Jost fasste sich aus gut und gerne 30 Metern ein Herz, zog ab und die Kugel spritzte von der Latte zum Pfosten und von dort knapp hinter die Torlinie. Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt, denn die SG NoWo hatte ab Minute 20 bis zur Pause ihre stärkste Phase, nur mit der Chancenverwertung klappte es nicht so. Nach Wiederanpfiff sollte sich dies wenigstens einmal ändern, denn in der 66. Minute wurde Rico Altmeyer an der Strafraumgrenze gefoult, den fälligen Freistoß versenkte Sascha Huse mit einem Wahnsinns-Geschoss im Habacher Netz. In der Folgezeit scheiterten David Zimmer, Steffen Backes und auch Huse jeweils knapp im Abschluss, so dass ein SG-Sieg gemessen an den Chancen durchaus im Bereich des Möglichen lag, der Habacher Punktgewinn aufgrund der Spielanteile durchaus aber auch verdient ist.

SV Holz-Wahlschied - SG Bostalsee 4:1 (3:1). Die Partie begann aus Sicht der Hausherren ziemlich ungünstig. Idris Lataev nutzte gleich die erste Gelegenheit des Spiels zur Gästeführung. Der Mittelfeldstratege verwandelte einen direkten Freistoß zum frühen 1:0. Doch das spornte die ersatzgeschwächten Hausherren an, es wurde in der Folgezeit um jeden einzelnen Ball gekämpft, die meisten Zweikämpfe gewonnen und man war Bostalsee meist einen Schritt voraus. Das wurde noch vor dem Seitenwechsel mit drei Treffern, die teilweise sehr schön herausgespielt worden waren, belohnt. Alle drei Treffer entstanden aus der Kooperation zwischen Robin Jochem und Christoph Debrand. Zweimal bereitete Debrand vor, zweimal vollendete Jochem, den Treffer von Debrand leitete Jochem ein. Auch nach Wiederbeginn das gleiche Bild: Holz agierte, Bostalsee reagierte. In der 57. Minute gab es Ecke für den SVH, die wurde von der SG Bostalsee per Kopfball nach außen geklärt, von dort wurde nach innen an den langen Pfosten geflankt, wo Fabian Schmidt goldrichtig stand und die Kugel im Netz per Kopf versenkte. Das war gleichzeitig der Schlusspunkt eines Spiels, das in Holz-Wahlschied den verdienten Sieger fand.

SV Überroth - SG Oberkirchen/Grügelborn 2:1 (1:0). Nach drei Niederlagen in Folge stand der SV Überroth schon ein wenig unter Zugzwang, daher lautete die oberste Devise, von Beginn an kompakt in der Defensive zu stehen und nichts zuzulassen. Dies sollte - mit Ausnahme des Gegentreffers - schließlich auch gelingen. Aus einer kompakten Abwehr heraus wurde konzentriert nach vorne gespielt, wo Paul Kirsch auf seine Chance lauerte. Und in der Tat: In der 38. Minute kam eine lange Flanke an den kurzen Pfosten, dort verlängerte Jonas Hornberger per Kopf auf Kirsch und der lochte zur Pausenführung ein. Die sattelfeste Überrother Defensive wackelte nur einmal und das hatte gleich auch Folgen. Pascal Schmidt verlängerte eine Ecke per Kopf auf den zweiten Pfosten, anschließendes Gewusel und Max Schaadt drückt den Ball irgendwie über die Überrother Torlinie - das 1:1. Die Mannschaft von Trainer Thomas Maldener geriet aber dennoch nicht aus dem Konzept und hatte ja auch einen Paul Kirsch in ihren Reihen. Der wird von Benedict Collet klasse steil geschickt und versenkt die Kugel aus spitzem Winkel vorbei an Torwart Leon Keller zum gerechten 2:1-Endstand.

SC Alsweiler - SV Humes 1:1 (1:1). Die Zuschauer sahen eine zunächst ausgeglichene Partie, in der Alsweiler immer wieder mit langen Bällen gefährlich vor dem Humeser Tor auftauchte, wie in der 15. Minute: Langer Ball auf Spielertrainer Christopher Linn, keine Abwehrchance für den Humeser Keeper Pascal Rech. Danach kam Humes immer besser in die Partie und auch zu Torchancen. Beispielsweise landete ein Freistoß am Alsweiler Gebälk. Florian Uhrhan markierte kurz vor dem Pausengang das zu diesem Zeitpunkt hochverdiente und überfällige Humeser 1:1. Nach Wiederbeginn sahen die Zuschauer zunächst eine ausgeglichene Partie, in der mit zunehmender Dauer die Hausherren, nicht zuletzt dank ihrer Wechsel, immer stärker wurden. Alsweiler setzte die Gäste, bei denen die Kräfte merklich schwanden, enorm unter Druck. Zehn Minuten vor Schluss ertönte die Pfeife von Schiri Manfred Wagner und er zeigte auf den Punkt. Ein Humeser Spieler sollte nach Wagners Befinden mit der Hand am Ball gewesen sein. Marius Hoffmann trat an und schoss daneben. Das hätte der erste Alsweiler Saisonsieg sein können, doch summa summarum geht das Unentschieden in Ordnung, da auch Humes noch Chancen auf den Sieg hatte.

SF Güdesweiler - VfL Primstal II 0:9 (0:5). Vom ersten Saisonsieg ist man in Güdesweiler meilenweit entfernt. Zumal der ohnehin dünne Kader durch weiteres Verletzungspech noch mehr ausgedünnt wurde und man vermehrt auf Spieler der 2. Mannschaft zurückgreifen musste beziehungsweise muss. So wie geschehen gegen den VfL Primstal II. Die machten von Beginn an eine klasse Spiel, kombinierten, ließen Ball und Gegner laufen und schossen die Tore fast wie am Fließband. Als Fabio Lanfranco nach 69 Minuten das 9:0 für die Gäste erzielt hatte, schalteten diese zwei bis drei Gänge runter und nur so ist es zu erklären, dass es nicht zweistellig wurde. Den bedauernswerten Hausherren kann man nicht einmal einen Vorwurf machen, sie gaben alles, doch das reichte gegen eine äußerst spielstarke junge Primstaler Mannschaft beileibe nicht. Äußerst lobenswert: Das Spiel wurde von beiden Seiten von Anfang bis Schluss äußerst fair geführt.

Aufrufe: 011.9.2022, 19:28 Uhr
Michael MeiserAutor