
Der Lotto-Verbandspokal Hamburg geht in die entscheidende Phase, allerdings hat am Dienstag nur ein Viertelfinale ein reguläres Ende gefunden. Der HEBC Hamburg jubelte beim SC Nienstedten, die Partie zwischen dem SC Wacker/Vorwärts Billstedt und dem SC Victoria wurde abgebrochen. Während der ETSV Hamburg die Überraschung schaffte, steht auch der USC Paloma im Halbfinale. Damit werden nur Oberligisten an der Runde der letzten Vier teilnehmen.
Im Lotto-Verbandspokal Hamburg stehen die letzten acht Mannschaften vor dem nächsten großen Schritt Richtung Finale. Während mit FC Eintracht Norderstedt noch ein Regionalligist im Wettbewerb vertreten ist, dominieren ansonsten Oberligisten das Feld. Doch der Pokal hat in dieser Saison bereits mehrfach gezeigt, dass Klassenunterschiede nicht zwangsläufig eine Rolle spielen.
Das beste Beispiel dafür liefert bislang SC Nienstedten, der als Landesligist bereits einen Oberligisten aus dem Wettbewerb geworfen hat. Auch der Heidgrabener SV sorgt als Bezirksligist weiterhin für die große Außenseitergeschichte.
Mit dem Oberliga-Duell zwischen SC Vorwärts/Wacker Billstedt und SC Victoria wird sich ab sofort der Hamburger Fußball-Verband beschäftigen müssen, denn das Viertelfinale wurde abgebrochen. Schon nach rund 15 Minuten fiel das Flutlicht für fast 20 Minuten aus, entsprechend lang wurde im ersten Abschnitt nachgespielt. Einen tollen Angriff nutzten die Hausherren durch Michel Netzbrandt zur Pausenführung (45.+3).
Der zweite Durchgang gehörte dem SC Victoria, schließlich kamen die Auswärtsfahrer gut aus der Kabine und drehten die Partie durch Treffer von Brian Jungjohann (53. Foulelfmeter), Luca Dammann (57.) und Luca Joel Palzer (67.). Als die Mannschaften in die Schlussphase abbogen, ging das Flutlicht ein weiteres Mal aus - und blieb dann auch für den restlichen Abend erloschen. Nach einer längeren Unterbrechung brach Schiedsrichter Thomas Bauer das Oberliga-Duell endgültig ab.
Der HFV muss entscheiden, ob die Begegnung wiederholt wird. Das scheint nämlich wahrscheinlich, schließlich wären mit Nachspielzeit noch fast 20 Minuten zu spielen gewesen. Vorwärts/Wacker hätte also genügend Zeit gehabt, um noch auszugleichen. Aber spekulieren bringt an dieser Stelle wenig. Ein bitterer Abend für den SC Victoria, der stark zurückgekommen war - und generell für beide Klubs, die reichlich Nachholspiele in der Oberliga Hamburg haben.
Das wohl prestigeträchtigste Duell der Runde steigt zwischen SC Vorwärts/Wacker Billstedt und SC Victoria. Beide Teams spielen in der Oberliga Hamburg, kennen sich also bestens - und erst vor wenigen Tagen setzte sich Billstedt im Ligaduell mit 2:1 durch.
Auch im Pokal haben beide Mannschaften bereits starke Gegner aus dem Weg geräumt. SC Victoria sorgte im Achtelfinale für ein Ausrufezeichen, als der Regionalligist Altona 93 mit 1:0 ausgeschaltet wurde. SC Vorwärts/Wacker Billstedt wiederum setzte sich zuvor gegen den starken Ligarivalen TuS Dassendorf durch. Die Ausgangslage ist damit offen - und vieles spricht für ein enges Spiel.
SC Vorwärts/Wacker Billstedt: Sebastian Majewski, Lawrence Schön, Joschua Rönnau, Andranik Khachaturi Ghubasaryan, Alamsa Lama Cone, Luis Hacker, Eudel Silva Monteiro, Bujar Sejdija, Evailton Braima Martins Fernandes, Michel Frank Hans Dieter Netzbandt, Marvin Jeremy Wiedemann - Trainer: Gökhan Acar - Trainer: Ümit Taytanli
SC Victoria: Hendrik Rabe, Brian Jungjohann, Max Kahr, Pepe Nick Bensch, Luca Fynn Reimers, Luca Dammann, Luca Joel Palzer, Sönke Otto Karl-Heinz Meyer, Luis-Luka Gleich, Darijo Maksimovic, Yago Heider - Trainer: Sascha Bernhardt
Schiedsrichter: Thomas Bauer
Der SC Nienstedten ging die Pokalaufgabe gegen den HEBC Hamburg erwartbar an: Der Landesligist stellte sich tief in die eigene Hälfte, machte die Räume dicht und lauerte auf seine Chance. Die Gäste hatten mit dieser Vorgehensweise ihre Probleme, aber deutlich mehr Spielanteile und Möglichkeiten. So reichte der Treffer von Gian Luca Verago in der Schlussphase schließlich für das Weiterkommen (84.).
Der SC Nienstedten hat in diesem Wettbewerb bereits seine Qualitäten als Pokalschreck bewiesen. In der vierten Runde gelang ein bemerkenswerter 4:2-Erfolg gegen den Oberligisten FC Süderelbe, im Achtelfinale folgte ein 2:1 gegen FC Union Tornesch. Nun wartet mit HEBC Hamburg der nächste Vertreter aus der Oberliga Hamburg.
Der Favorit reist allerdings mit breiter Brust an. HEBC Hamburg überzeugte im Achtelfinale mit einem klaren 7:0 beim SV West-Eimsbüttel und setzte sich zuvor bereits gegen TSV Buchholz 08 durch. Dennoch dürfte der Landesligist vor heimischer Kulisse erneut versuchen, seine Rolle als unangenehmer Außenseiter auszuspielen.
SC Nienstedten: Kevin Lennart Rathje, Moritz Rosemeier, Lasse Ferdinand Wernecke, Yannick Reutter, Paul Kötz, Heinz Linus Domenick Gielnik, Carl Morris Wernecke, Piet Verbeck, Glenn Robert Lentvogt, Filip Jonah Zimmermann, Nemo Semjon Philipp - Trainer: Robin Graupner
HEBC Hamburg: Jannik Schoon, Jorma Eggers, Bastian-Marko Stech, Lionel Aloileda Coelestin Edward von Zitzewitz, Janek Wrede, Fabian Lemke, Robert Schick, Christopher Grünewald, Hammed Nawaz, Piet Ole Oldag, Gian Luca Verago - Trainer: Philipp Obloch
Schiedsrichter: Dennis Voß
Eine besonders spannende Konstellation bietet das Duell zwischen ETSV Hamburg und FC Eintracht Norderstedt. Während der ETSV in der Oberliga Hamburg zu den Titelkandidaten zählt, spielt Norderstedt eine Klasse höher in der Regionalliga Nord, kämpft dort allerdings gegen den Abstieg. Norderstedt ist zudem der Titelverteidiger.
Im Pokal präsentierte sich FC Eintracht Norderstedt bislang souverän, unter anderem mit einem klaren 5:0 bei TBS Pinneberg. ETSV Hamburg musste sich ebenfalls nicht verstecken und setzte sich etwa mit 3:0 beim VfL Lohbrügge durch.
ETSV Hamburg – FC Eintracht Norderstedt 2:1
ETSV Hamburg: Tom Müller, Yannick Siemsen, Andy Appiah, Lennart Appe, Eugenio Junior Lopes, Ridel Varela Monteiro, Blerim Qestai (91. Brandolf Duah), Can Kömürcü, Erolind Krasniqi, Nick Selutin (62. Luis Jahraus), Ogechika Heil (36. Dominik Akyol) - Trainer: Jan-Philipp Rose
FC Eintracht Norderstedt: Niklas Petzsch, Fabian Grau, Leo Bera, Manasse Fionouke (83. Falk Christopher Gross), Leon Pesch, Florian Meier (76. Dane Kummerfeld), Jonas Behounek (83. Viktor Valentino Appiah), Melvin Zimmer, Yevhenii Obushnyi, Manuel Brendel (67. Ezra Kwajo Ampofo), Lukas Felix Krüger - Trainer: Fabian Boll - Trainer: Jörn Großkopf
Schiedsrichter: Furkan Cevdet Vardar (Hamburg)
Tore: 0:1 Melvin Zimmer (20.), 1:1 Erolind Krasniqi (37.), 2:1 Erolind Krasniqi (82.)
Die größte Überraschung im Teilnehmerfeld bleibt der Heidgrabener SV. Der Bezirksligist hat sich mit einer starken Pokalreise bis ins Viertelfinale gespielt und dabei bereits für mehrere Highlights gesorgt. Besonders dramatisch war der Erfolg in der vierten Runde, als der HSV mit 10:9 nach Elfmeterschießen gegen SVS Mesopotamien Hamburg weiterkam. Im Achtelfinale folgte ein torreiches 6:4 gegen SC Wentorf. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass der kleine "HSV" noch gegen kein klassenhöheres Team antreten musste. Das ändert sich:
Mit USC Paloma wartet nun ein Gegner aus der Oberliga Hamburg, der zuletzt auch Niendorfer TSV mit 3:1 ausschaltete. Für den Bezirksligisten ist die Rollenverteilung klar: Der Druck liegt beim Favoriten, während der Außenseiter auf den nächsten Pokalcoup hofft.
Heidgrabener SV – USC Paloma 0:5
Heidgrabener SV: Marvin Neu, Kirill Shmakov, Sayman Yilmaz Karul (82. Fabian Doell), Nick Ian Brinke (79. Yannick Schwadtke), Christoph Ketelhohn, Phil Marcks, Tim Robin Brinke, Samuel Egon Karul (71. Luca-Maximilian Podszus), Daniel Meyer, Sebastian Stapel (79. Marcio Prien), Philippe Noel Schümann - Trainer: Marcel Olaf Kindler - Trainer: Stephan Zinn
USC Paloma: Tjark Grundmann, Colin Cristopher Blumauer (60. Felix Frederic Spranger), Mohamed Giresse Fane, Quincy Adjei, Tom Burmeister, Samuel Jacob (74. Nick Leptien), Aulon Lekaj (60. Michel Lucas Blunck), Yannick Albrecht (60. Marco Andre Schroeder), Moritz Maximilian Niemann, Lennart Keßner, Allan Michael Muto (46. Johann Magnus Buttler) - Trainer: Marius Nitsch
Schiedsrichter: Marvin Vogt (Hamburg)
Tore: 0:1 Mohamed Giresse Fane (18.), 0:2 Marc-Dominik Born (62. Eigentor), 0:3 Quincy Adjei (74.), 0:4 Colin Cristopher Blumauer (79.), 0:5 Michel Lucas Blunck (81.)
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