
Versmold-Peckeloh. Der SC Peckeloh hat in der Partie der Fußball-Westfalenliga 1 gegen den FSC Rheda erfolgreich Revanche für die Hinspielniederlage genommen. Das gastgebende Team von Trainer Vito Lombardi entschied das Verfolgerduell deutlich mit 4:1 (2:0) für sich und rückte damit auf den zuvor von den Gästen besetzten 3. Rang vor.
Bevor sich der FSC Rheda auf dem erstmals auch vom SC Peckeloh bespielten Naturrasen im neuen „Fahrtmann-Sportpark“ zurechtgefunden hatte, war die Begegnung durch zwei Gegentreffer in der 2. und 7. Minute praktisch schon entschieden. Zweimal bekamen die Gäste im Mittelfeld keinen Druck auf den ballführenden Peckeloher Gegenspieler, so dass erst Andi Mehmeti einen Tiefenpass von Tom Haßheider zum 1:0 und dann Nikolas Korniyenko einen an ihm selbst verursachten Strafstoß zum frühen 2:0 nutzte. Laurin Wiedemann, der den an Gürtelrose erkrankten Pascal Müller zwischen den Pfosten vertrat, hatte den nach einem Steckpass durch Harun Kizilboga frei vor ihm auftauchenden späteren Torschützen zu Fall gebracht. „Das war natürlich für uns der perfekte Start ins Spiel“, freute sich Vito Lombardi nach eigenen Worten über einen „entspannten Nachmittag“ ausgerechnet im Spiel gegen seinen Ex-Klub.
Die Gefühlslage bei seinem Gegenüber Christopher Hankemeier sah entsprechend anders aus. „Wir müssen uns gewiss nicht schämen für die Niederlage gegen einen topbesetzten Gegner, aber so hatten wir uns das nicht vorgestellt“, haderte der Coach dabei aber auch mit seinen eigenen Entscheidungen vor der Partie. „Ich habe den Jungs gerade gesagt, dass ich mich nach der verdienten Niederlage vor das Team stelle und gebe zu, dass ich so nicht noch einmal aufstellen würde“, übte sich Hankemeier in Selbstkritik.
Immerhin rappelten sich die Rhedaer nach dem deprimierenden Auftakt auf und gewannen Spielanteile zurück. Aber wirkliche Torgefahr beschworen die oft zu einfallslos mit langen Bällen agierenden Gäste nicht herauf. Christoph Linnemann kam nach einer Flanke von Luis Sievers per Kopf zum Abschluss (11.), doch damit war Peckelohs Keeper André Rodehutskors ebenso nicht zu bezwingen wie durch den Distanzschuss von Corvin Meyer (20.).
Die Hoffnung, die Niederlage durch einen besseren Auftritt in der zweiten Halbzeit noch verhindern zu können, war nur von kurzer Dauer. Leandro Ricker Rasteiro dribbelte sich – von gleich drei Rhedaer Gegenspielern nur halbherzig gestört – in Schussposition und traf unten links zum 3:0 ins Netz (54.). Mit einem Dreierwechsel reagierte Hankemeier auf den größeren Rückstand, doch ausgerechnet der gerade erst eingewechselte Andrej Falkowski setzte mit einem seiner ersten Ballkontakte Peckelohs Nickolas Korniyenko in Szene, und dessen Querpass schob Ex-Clarholzer Sergio Guccciardo zum 4:0 ins Netz (64.). Damit schienen die Gäste auf ein Debakel zuzusteuern, doch das ließ der nicht aufsteckende FSC dann doch nicht zu. Christoph Linnemann traf im Nachsetzen zum 1:4-Anschluss (67.), nachdem die Peckeloher einen Frestoß von Martin Aciz nur unzulänglich verteidigt hatten.
Christoph Linnemann setzte auch das letzte Offensivzeichen seiner Mannschaft, als er sich gegen zwei Gegenspieler im Dribbling durchsetzte und den SCP-Keeper zu einer der wenigen ernsthaften Paraden zwang (83.). Im Gegenzug musste aber auch Wiedemann noch einmal spektakulär gegen den allein vor ihm auftauchenden Bauer eine höhere Pleite verhindern.
SC Peckeloh: Rodehutskors – Weinreich (60. Schüttpelz), Kaps, Haßheider, Dautovic – Rasteiro (76. Bauer), Mannek, Peters, Kizilboga (65. Nemtsis) – Mehmeti (60. Gucciardo), Korniyenko (64. Zan).
FSC Rheda: Wiedemann – Meyer, Lücke, von Mutius, Schleining (60. Falkowsky) – Müller (60. Ellefred), Dogan (60. Fischer), M. Aciz – Milic (81. Haftmann), Linnemann, Sievers (73. P. Aciz).
Tore: 1:0 Mehmeti (2.), 2:0 Korniyenko (7., Foulelfmeter), 3:0 Rasteiro (54.), 4:0 Gucciardo (64.), 4:1 Linnemann (67.).
Schiedsrichter: Nico Kleinegesse (Westerloh).
Zuschauer: 320.