
Max Stapf suchte nach dem Spiel bei Freunden nach dem Videobeweis, und der kleine Handy-Film ließ aus seiner Sicht keinen Zweifel: „Das war ein klarer Elfmeter am Schluss, er schaut, wo ich stehe und haut mir den Ellbogen rein“, ärgerte sich Pullachs Torschütze zum 1:1, dass ihm in der Nachspielzeit der Strafstoß verweigert wurde, der die Verlängerung hätte bringen können.
Auch sonst war Stapf nicht mit dem Unparteiischen zufrieden, der „alle 50-zu-50-Situationen oder vielleicht sogar alle 60-40-Situationen“ gegen den SVP gepfiffen habe. „Wenn man eh schon zu zehnt spielt, dann wird es halt schwierig, denn dann spielt man praktisch gegen zwölf Leute. Aber das begleitet uns schon die ganze Saison.“ Für den 35-Jährigen war das Spiel ohnehin „ein Spiegelbild der ganzen Saison. Wir waren so oft die bessere Mannschaft, haben dann unglückliche Tore kassiert. So wie heute den Sonntagsschuss zum 3:2.“
In einem Punkt lag Schiedsrichter Kasenow aber auch nach Ansicht der Raben richtig: „Bei Josef Burghard, das war eine klare Rote Karte. Wie das mit der Doppelbestrafung bei Elfmeter ist, weiß ich nicht, aber ich hätte sie auch gegeben“, räumte Vinzenz Loistl ein.
Der scheidende SVP-Trainer, der während der Partie sogar sein T-Shirt zerrissen hatte, war nach dem Spiel sehr emotional und den Tränen nahe. Nicht nur wegen des schlechten Ausgangs, sondern vor allem wegen des couragierten Auftritts seiner Elf: „Die Mannschaft hat so viel Scheiße gefressen in diesem Jahr. Und sie ist immer wieder gekommen. Deshalb war es klar, dass wir auch diesmal wieder zurückkommen, mit Einsatz, Willen und Leidenschaft. Hier ist etwas zusammengewachsen. Ich muss mich bei allen bedanken, die vor allem 2025 mitgeholfen haben, das war eine tolle Zusammenarbeit.“
Für den Abstieg übernahm Loistl „die hundertprozentige Verantwortung“, weil er trotz Abstiegsgefahr immer auf die spielerische Note setzte: „Ich liebe Fußball und ich wollte bis zum Schluss meine Mannschaft von hinten rausspielen lassen. Es ist toll, dass sie das angenommen hat.“
Wacker-Trainer Fabian Lamotte, der in Pullach ja Loistls Vorgänger war und in der Saison 2022/23 vorzeitig entlassen wurde, empfand keine Schadenfreude gegenüber den Raben: „Natürlich fühle ich mit.“ Pullachs starkes Unterzahlspiel in der zweiten Halbzeit habe er „genau so erwartet“, bekannte er. „Ich war deshalb extrem nervös in der Pause. Umso mehr freut es mich, wie wir das Ding dann doch noch gedreht haben.“