2026-05-15T09:36:57.455Z

Relegation

Wenzenbach „nur“ 4:3 nach 4:1 – Hahnbach legt vor

Relegation zur Landesliga - 1. Runde - Hinspiele: Die beiden Heimmannschaften vom Mittwoch gehen mit einem Vorteil ins Rückspiel

von Florian Würthele · Gestern, 21:03 Uhr · 0 Leser
Nico Sturm (Nummer 11) erzielt in dieser Szene das zwischenzeitliche 3:1 für Wenzenbach.
Nico Sturm (Nummer 11) erzielt in dieser Szene das zwischenzeitliche 3:1 für Wenzenbach. – Foto: Florian Würthele

Vorteil Wenzenbach, Vorteil Hahnbach! Die beiden Sportvereine legten im Hinspiel der Landesliga-Relegation vor. Und verschaffen sich somit eine gute Ausgangsposition fürs jeweilige Rückspiel am Samstag. Wenzenbach rang im heimischen andré-Media-Stadion den SV Alesheim aus Mittelfranken in einem torreichen Schlagabtausch mit 4:3 (3:1) nieder. Sogar zwei Tore Vorsprung nehmen die Hahnbacher mit ins Re-Match. Sie bezwangen den klassenhöheren und an diesem Tage zu harmlosen SV Etzenricht zu Hause mit 2:0 (1:0). Die Spielberichte.


Freilich überwog bei Maik Holzreiter, Teil des Wenzenbacher Interims-Trainerteams, nach dem Spiel die Erleichterung über den Sieg. Ein bisschen Ärger war aber auch dabei. Denn: Der Oberpfälzer Bezirksliga-Vize gab vor gut 800 Zuschauern eine komfortable Drei-Tore Führung – und somit eine komfortable Ausgangssituation fürs Rückspiel – hintenraus beinahe noch aus der Hand. Alesheims Anschlusstreffer zum 4:3 fiel mit dem Schlusspfiff – und wurde von den Gästefans gefeiert wie ein Sieg. „Wir haben gut dagegengehalten, waren läuferisch stark, haben die Zweikämpfe angenommen und sind gut in die Tiefe gekommen“, lobte Holzreiter seine Mannschaft. Generell machte er ein „von beiden Seiten intensives, hartes Spiel“ aus. Das Aber schob der 29-Jährige direkt hinterher: „Natürlich ist es ärgerlich, wenn man nach einem 4:1 zum Ende hin noch zwei Gegentore kassiert.“

Im ersten Durchgang gingen die Gastgeber sehr effizient mit ihren Torchancen um. Drei Mal durfte gejubelt werden. Thomas Amann traf den Ball aus der Luft optimal (11.), Stephan Sturm war aus nächster Nähe per Kopf erfolgreich (38.) und der bärenstarke Nico Sturm setzte sich stark durch und überwand Keeper Lutz aus äußerst spitzem Winkel (43.). Zwischendrin überstand Wenzenbach eine schwierige Phase, in der sich im Abwehrverhalten immer wieder Unkonzetriertheiten einschlichen. In dieser Phase kam Alesheim zum verdienten Ausgleich (Juan Urdaniz Villanueva/20.). Vorausgegangen war ein Freistoß.

Nach der Pause war das Tempo zunächst zumindest etwas raus. Wobei es durchaus Abschlüsse gab. Die Mittelfranken fanden nicht die passenden Mittel, ihnen fiel im Spiel mit dem Ball zu wenig ein. Wenzenbach lauerte indes auf seine Momente. Richtung Schlussphase nahm das Spiel wieder Fahrt auf. In der 75. Minute erhöhte die Heimelf auf 4:1, durch eine Koproduktion der Sturm's Stephan und Nico. Ersterer versenkte aus nächster Nähe. Fünf Minuten später kam Alesheim ziemlich aus dem Nichts auf zwei Tore heran; David Beck traf ins lange Toreck. Nun witterten die Gäste Morgenluft! Sie steckten nicht auf. Weit in der Nachspielzeit sprang der Ball SVW-Kapitän Andreas Pegoretti im Strafraum an den Unterarm. Den Elfmeter versenkte Max Pfann für Alesheim zum 4:3-Endstand. Unmittelbar darauf war Schluss. „Wir erwarten wieder ein hartes Spiel, wollen trotzdem wieder einen Sieg einfahren und in die nächste Runde einziehen“, blickt Wenzenbachs Interimscoach Holzreiter aufs Rückspiel am Samstag im Süden Mittelfrankens.





Vor 826 Zuschauern endete dieses Duell mit einem Paukenschlag. Und frenetisch jubelnden Hahnbachern. In der allerletzten Minute hatte zunächst Etzenricht den Ausgleich auf dem Fuß. Keeper Tino Bohmann war schon überwunden, doch Verteidiger Luis Rösch klärte den Schuss von Martin Pasieka auf der Linie. Anschließend konterte Hahnbach wie aus dem Lehrbuch. Christian Gäck bediente Christoph Dietrich, der ins linke Toreck zum vielumjubelten 2:0 traf (90.+4). Zwei Tore Vorsprung nimmt der Vizemeister der Bezirksliga Nord also mit ins Rückspiel.

Hahnbachs Spielercoach Bastian Freisinger machte einen „über 90 Minuten verdienten Sieg“ aus und analysierte das Geschehene: „In der ersten Halbzeit waren wir richtig gut im Spiel, hatten sehr viel Ballbesitz und gute Passstafetten drin. Folgerichtig gingen wir kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung. In der zweiten Hälfte presste der Gegner etwas höher. Aber auch da hatten wir unsere Möglichkeiten, frühzeitig ein zweites oder drittes Tor zu machen. Das haben wir leider verpasst. In ein, zwei Situationen hatten wir auch das Quäntchen Glück. Kurz vor unserem 2:0 klärten wir den Ball von der Linie. Den Konter zum 2:0 spielten wir sauber zu Ende.“ Am Samstag in Etzenricht wollen Heldmann, Rjumin & Co. bestenfalls nichts mehr anbrennen lassen. „Wir sind sehr froh, dass wir das zweite Tor noch gemacht haben, werden jetzt unsere Wunden lecken und uns gut auf Samstag vorbereiten. Dort werden wir erneut alles raushauen“, sagt Freisinger.

Die erste Halbzeit riss niemanden vom Hocker. Nach einem zähen Spielbeginn verzeichneten die Einheimischen zwar wesentlich mehr Spielanteile, taten sich aber schwer, gegen eine kompakt verteidigende Etzenrichter Elf die passenden Mittel zu finden. Der Gast seinerseits hatte Probleme, überhaupt ins Spiel zu finden. Insgesamt verdient ging Hahnbach kurz vor der Pause in Führung. Kilian Heldmann setzte sich auf der rechten Seite durch, fand im Zentrum Michael Hirschmann und der versenkte den Ball im langen Eck (45.).

Nach dem Seitenwechsel war Hahnbach zunächst zweimal im Glück, ehe Spielercoach Freisinger aus sieben Metern querlegte anstatt es selbst zu versuchen. Das hätte das 2:0 sein können (57.). Wenige Minuten später hatte der SVH bei einer Doppelchance Pech. Dominik Beer scheiterte erst am glänzend parierenden Dominik Pautsch und im Nachschuss an der Latte. Trotzdem: Die Etzenrichter waren nach der Pause besser im Spiel, spielten zielstrebiger nach vorne. Klare Torchancen blieben aber Mangelware. Zwei Top-Chancen gab es hintenraus aber doch für den (Noch-)Landesligisten. Beide Male verhinderte Verteidiger Rösch gegen Pasieka den Einschlag. Das bessere Ende hatten dann schließlich aber doch die Platzherren für sich.